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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 154 mal aufgerufen
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 Lagerfeuer
Stareye ( gelöscht )
Beiträge:

05.04.2009 17:33
Vom Bettler zum Prinz antworten
Vom Bettler zum Prinz:

Seit Kind an zog sich meine Aufmerksamkeit zu den Dingen Jenseits hin.
Ich wurde in eine atheistische Familie geboren die mir die Freiheit lies, mich frei entscheiden zu können woran ich glauben möchte.
Als Kind sah ich schon immer etwas mehr als Andere, ich betrachtete die Welt mehr aus der Vogelperspektive.

Mir wurde damals oft die Frage gestellt ob ich an Gott glauben würde und dazu hatte ich nie eine Antwort.
Warum?
Weil ich mir sagte Gott ist nichts woran man glauben kann, entweder man weiß von ihm oder nicht.
Und solange ich nicht wusste ob es ihn gibt konnte ich auch nicht an ihn "glauben".
Heute teile ich immer noch diese Einstellung, dass mir Glaube nichts nutzt wenn kein Wissen vorhanden ist.
Und wenn Wissen da ist wird das Glauben nicht mehr nötig.

Ich nahm dieses Thema sehr ernst und bat Gott darum mir zu beweisen das er existiert.
Ich konnte nichts falsches darin sehen und bin relativ neutral an die Sache ran gegangen denn,
wenn es ihn gibt, dann ist es mein Recht es zu wissen.
Immerhin wird in vielen Schriften gesagt man solle ihm alles übergeben und ihm vertrauen.
Mit dieser bitte an Gott begann eine Reise vom Bettler (Unwissender der bittet) zum Prinzen.

Ich begegnete vielen verschiedenen Menschentypen.
Reiche und bettelarme und alles Mögliche dazwischen.
Dadurch wuchs in mir eine mich selbst erstaunende Menschenkenntnis,
welche sich später als viel mehr als nur Diese entpuppte.
Am interessantesten jedoch sind die vielen Begegnungen mit religiösen und spirituellen Menschen aus allen möglichen Richtungen gewesen.
Ich begegnete Muslimen, Christen , Juden sowie Esoterikern, Geistig gelehrten und Menschen mit etwas ungewöhnlichen Fähigkeiten.
Je mehr ich solchen Menschen begegnete und mit ihnen sprach umso mehr fielen mir die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen auf und die Grenzen die sie sich selbst setzten lösten sich in mir auf.
Ich hatte oft stundenlange Gespräche mit ihnen und es bot sich mir die Möglichkeit vieles über sie zu verstehen und über die tiefe ihrer Überzeugungen.
Zeitgleich hatte ich viele spirituelle Bücher, sowie die heiligen Schriften der Muslime, Christen und "Hindus" (Gita) gelesen.

Ich hatte viele Fragen und kam irgendwann an einen Punkt ab dem mir niemand mehr eine Antwort geben konnte.
Ich testete einige Meditationen aber irgendwie war das alles nicht erfüllend für mich.
Viele Menschen kamen zu mir und baten mich um Rat und bei einigen bildete sich fast eine Art "Gurutum" um mich.
Ich bin ehrlich, ich genoss dieses hohe Ansehen eine Weile lang.

Irgendwann kam ich jedoch an einen Punkt an dem ich mir ziemlich alleine vorkam.
Ich hinterfragte meine bis dahin gewonnenen Überzeugungen und tiefe Ängste traten hervor.
Ich hatte mich immer für sehr klug gehalten und wissend.
Jedoch kam mir in den Sinn das ich eigentlich gar nichts weiß und erinnerte mich daran, dass ich jemand bin, der Wissen wollte.
Ich erkannte dass alles was ich mir angeeignet hatte, im Prinzip nichts anderes war als Aberglaube.
Ich stürzte in eine tiefe Demut, vermischt mit starken Ängsten.

In dieser Zeit zog ich mich total zurück und war für niemanden mehr wirklich erreichbar.
Ich erkannte, dass ich mich um mich kümmern musste und nicht die Kraft und das Wissen hatte für andere da zu sein.

Ich erinnerte mich daran, dass ich Gott bat mir zu beweisen das es ihn gibt und habe alle Verantwortung über mich in seine Hände gelegt.
Wohin hätte ich gehen können? Kein Mensch wäre in der Lage gewesen mir zu geben was ich suchte.
Ich bat Gott mir einen Engel zu schicken und wartete regelrecht jede Minute dass er auftauchen würde.
Gleichzeitig hatte ich jedoch Angst dass es ein Dämon sein könnte der mich in die Irre führen will, also konnte ich selbst den Engeln nicht trauen.
Mein Anker war ein Gefühl das mir sagte: Wenn Gott dich berührt, dann weißt du dass er es ist und es bleibt kein Zweifel.

Eines Tages war ich auf dem Nachhauseweg den ich mit der Bahn fahre und traf dort einen alten Bekannten.
Er ist Inder und ich lernte ihn bei einer Talentveranstaltung kennen die ich moderiert hatte.
Er hatte dort mit einen Freund aus Ungarn in der Halbzeitshow etwas musiziert.

Ich begann mit ihm zu sprechen und sah dass er eine Art Abzeichen trug.
Es zeigte einen Lichtpunkt aus Gold, der in alle Richtungen strahlte.
Es hatte die Form eines Eies und sah etwas aus wie ein Orden.
Darüber stand ein Schriftzug: " Om Shanti"

Da mir OM als Silbe bekannt war, fragte ich ihn ob er Erfahrungen mit Meditation hätte.
Er antwortete mir dass er Jahrelang meditiert sowie ein Schüler und Lehrer einer spirituellen Universität ist.
Ich begann mit ihm über meine Fragen und Ängste zu sprechen, die niemand bis dahin verstehen konnte den ich kennen gelernt hatte.
Er schien total locker zu sein und lächelte die ganze Zeit sehr Sanft mit einer besonderen Tiefe in seinem Blick.
Ich musste mich von ihm verabschieden, da ich an meiner Station angekommen war.
Er musste jedoch dort auch aussteigen und ich fragte ihn ob er jemanden besuche oder dort arbeiten würde.
Er wohne dort, meinte er.

Ich konnte das nicht so recht glauben, ich wohne in einem Dorf, 20 KM von Berlin entfernt, und das seit 6 Jahren, dachte ich.
Ich hatte ihn dort noch nie gesehen.
Und man kann sich vielleicht vorstellen, dass ein Inder in einem Dörfchen auffällt.

Nun ja, er ging mit mir ein Stück und wir redeten.
Ich sagte ihm dass er wegen mir keinen Umweg machen müsse, da er die ganze Zeit mit mir in meine Richtung ging.
Es stellte sich heraus dass wir fast Nachbarn sind.

Kurz bevor wir uns verabschiedet hatten fragte ich ihn ob er mich Meditation lehren könne.
Er lächelte und bat mich am nächsten Tag ihn zu besuchen zum Mittagessen und dann würden wir sehen was sich entwickelt.

Nach dem wir uns für den Tag verabschiedet hatten stellte er mir noch eine Frage:
"Glaubst du an Gott?"
Da ich mittlerweile von Gott fast überzeugt war antwortete ich:
"Ja"
Darauf hin sagte er:
"Dann vertrau mal nur ihm."

Dann trennten sich unsere Wege.
Den Rest des Weges dachte ich mir: "Das ist unglaublich"
Es war nämlich so dass ich, immer wenn ich Menschen keinen Rat geben konnte, sie fragte ob sie an Gott glauben würden.
Wenn sie nein sagten, dann sagte ich ihnen, sie könnten es doch mal probieren, sie hätten nichts zu verlieren, einfach Gott mal eine Chance geben und ich sagte ihnen: "Vertrau ihm einfach mal"
Vielleicht versteht man jetzt mein erstaunen, es war als hätte ich in den Spiegel geguckt.

Das war eindeutig für mich.
Ich sagte zu Gott: So, du hast mich bis hier hin geführt und jetzt trägst du volle Verantwortung.

Ich traf mich also mit ihm und wir hatten sehr üppig zu Mittag gegessen.
Er erklärte mir dass er Raja Yoga praktiziert und lehrt.

Als er anfing mich in die tiefen Geheimnisse zu führen sagte er noch:
"Glaube nicht was ich dir sage, ich gebe dir ein Werkzeug in die Hand. Mach deine Erfahrungen und schaue worin ich recht habe."

Und hier endete meine Suche und es begann der Weg vom Prinzen zum König.
Elke Offline




Beiträge: 2.637

06.04.2009 17:09
#2 RE: Vom Bettler zum Prinz antworten

Hab ganz lieben Dank, dass ich daran teilhaben durfte.
Pflegst Du immer noch Kontakt zu diesem Inder ?

Stareye ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2009 18:36
#3 RE: Vom Bettler zum Prinz antworten

Ja, wir sind gute Freunde

Stareye ( gelöscht )
Beiträge:

07.04.2009 02:41
#4 RE: Vom Bettler zum Prinz antworten

oh, ich sehe grade das sich dort ein "nicht" rein geschlichen hatte.
der Satz:

Ich sagte nicht zu Gott: So, du hast mich bis hier hin geführt und jetzt trägst du volle Verantwortung.

SOll natürlich so heissen:

Ich sagte zu Gott: So, du hast mich bis hier hin geführt und jetzt trägst du volle Verantwortung.

Majka Offline




Beiträge: 8.781

07.04.2009 21:44
#5 RE: Vom Bettler zum Prinz antworten

Ich habs korrigiert. Jetzt steht es ohne "nicht" da.
Es ist eine schöne Geschichte. Sowas nenne ich "Fügungen"... Es erleben bestimmt viele Menschen, aber nicht jeder kann es so gut beschreiben. Danke.

_______________

Liebe Grüße
Majka

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