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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Lebens-Mittel im Neuen Zeitalter
Majka Offline




Beiträge: 8.781

05.06.2009 03:04
Functional Food - was ist das? antworten
Hallo, ihr Lieben!

Bei der Suche nach den "Zucker-Artikeln" stoß ich auf einen Artikel, der im April 2007 in Spiegel erschien. No comment. Ein Szenario, das mich an den Funès-Film "Flügel oder Keule" sehr stark erinnert. Heute eine Wirklichkeit - in den Supermarkt-Regalen im Überangebot zu finden.

Hier ein kurzer Auszug:

Das jüngste Gericht

Was essen wir morgen? Und warum? In Labors, auf dem Acker, in Versuchsküchen erschaffen Züchter, Forscher und Erfinder den Speiseplan der Zukunft - er soll den Menschen gesünder, jünger, schöner und klüger werden lassen. Von Barbara Supp


Man nehme also frische Möhren und schicke sie durch diese Maschine. Gegart und geknetet treten sie danach aus einer Düse hervor, zu Küchlein geformt, und keiner merkt mehr, was es ist.

Ein interessantes Projekt.

Das Problem, sagt Frau Palberg, sie sagt es so, als sei es kein sehr großes, "das Problem ist die Sensorik der Endprodukte". Zwei Dutzend Seminarteilnehmer nicken verständig, ein Problem, aber kein sehr großes, das Zeug fühlt sich nicht an wie Möhren. Außerdem, und das ist das zweite Problem, schmeckt es auch nicht wie Möhren. Die Maschine arbeitet unter hohen Temperaturen, sie hat jeden Geschmack gekillt. Aber nachher wird ein Vertreter der Aromafabrik "Symrise" sprechen. Der hat eine Lösung für das zweite, das wichtigere Problem.

Man wird es künstlich aromatisieren können und dann damit werben, dass das Küchlein aus Möhre besteht. Und Möhre ist ja im Prinzip gesund.

Es spricht Sabine Palberg aus Neumünster, Diplomingenieurin für Lebensmitteltechnologie, vor Fachpublikum auf der

"Anuga FoodTec", sie spricht über neue Lebensmittel und diese Maschine, Extruder heißt sie, vieles ist möglich mit der Extruder-Technik, die man lange schon aus der Tierfutterherstellung kennt. Gemüse lässt sich verarbeiten oder auch billiges Separatorenfleisch, das sind die Schlachtabfälle, die noch an den Knochen haften, nachdem das brauchbare Fleisch entfernt worden ist. Treibt man sie durch den Extruder, dann falten sich die Proteine auf und strecken sich, und das Produkt nimmt eine neue Textur an, wie Brühwurst oder wie herkömmliches Fleisch. "Wir haben Fertiggerichte produziert", sagt die Referentin und verweist auf Halle 10.1, Stand A.73. Dort sind diese Fertiggerichte auf Fotos zu sehen, Fleischanaloga nach Steak-Art, Soljanka, Spätzlepfanne, bayerischer Wurstsalat, sie sehen aus wie die echten Gerichte, aber sie kommen aus dem Extruder, der Gast braucht es nicht zu merken, wenn er sie im Wirtshaus serviert bekommt.

Die Soljanka gibt es zu kosten. Ja, sie sieht aus wie echte Soljanka, das immerhin.

Fortschritt, darunter versteht man auf Messen wie der Anuga FoodTec Bruchreis, der neu zusammengesetzt und zu Reiskörnern


geformt wird, oder Wurstdärme, die ihren Inhalt mit Raucharoma parfümieren, oder Schnittkäse, den man als "light" vermarkten kann, weil man ihn aus jener mageren Molke konstruiert hat, die bei der Käseherstellung übrigbleibt. Früher gab man sie den Schweinen. Man bringt Neues auf den Markt, jeden Monat, jede Saison.

Eine Möhre ist eine Möhre ist eine Möhre, ein Steak ist ein Steak ist ein Steak, doch der Mensch muss Neues erfinden, pausenlos und unerbittlich, wieso?

Wovon träumt der Mensch, wenn er an seine Nahrung denkt, warum muss das Essen der Zukunft ein anderes sein als bisher?

Man muss die Mythen, die Fiktionen kennen, die sich mit dem Thema Essen verbinden, um zu begreifen, was auf diesem Markt geschieht. Muss die modernen Schlaraffenträume verstehen, die sich aus den alten erklären, sagt eine Studie des Schweizer Gottlieb Duttweiler Instituts, die ebendies versucht.

"Food Fictions" heißt sie, eine Mischung aus Marktforschung und Philologie, sie analysiert Märchen, Film und Literatur, betrachtet Produktforschung von heute, um daraus die "radikalen Food Trends" von morgen abzuleiten - und kann wie ein Reiseführer gelesen werden durch die Welt der Züchter, Forscher und Erfinder, die heute an den Speisen arbeiten, die wir morgen essen sollen.

Grenzenlos verfügbar, grenzenlos gut - so war das Essen im Mythos vom Schlaraffenland, entstanden in einer Zeit, als in der Wirklichkeit der Hunger Teil des Lebens war und dafür im Märchen die Tauben gebraten durch die Luft flogen, die Straßen aus Milch und Honig waren und in dem Schwein, das fertig gegart durch die Welt lief, schon Messer und Gabel steckten, für jedermanns Bedarf.

Grenzenlos gut, grenzenlos verfügbar - es sind die alten Träume, die noch immer den Konsum der Menschen bestimmen, ins Moderne gewendet allerdings. Die Angst vor dem Verhungern bestimmt ja nicht mehr die Existenz, in den entwickelten Ländern jedenfalls.

Grenzenlos verfügbar heißt heute: billig zu haben (bei Aldi) und jederzeit (als Fast Food) bereit zum Verzehr. Viel wichtiger als früher ist ein Bedürfnis, das in alter Zeit nur eine Minderheit betraf oder besondere Phasen wie die Fastenzeit: Essen mit gutem Gewissen.

Essen kann dick und krank machen, es kann Allergien auslösen, das hat der moderne Mensch gelernt. Also gilt der Traum einer Kost, die ihn gesünder, jünger, schöner, klüger werden lässt als zuvor.

Und die, falls er altruistisch denkt, seiner Umwelt so wenig schadet wie ihm selbst.

Das sind die Träume, deren Erfüllung die Erfinder versprechen müssen, und


zwar so überzeugend, dass eine Marketingabteilung das Versprechen in Werbung umsetzen kann.

Der Lebensmittelmarkt ist gesättigt in den westlichen Ländern, die Menschen können ja nicht wesentlich mehr essen als genug. Ein Konzern, der wachsen oder sich wenigstens am Markt behaupten will, sucht neue Produkte, neue Versprechen, Ideen. Also kämpfen Nestlé, Kraft, Unilever, Danone, jene vier Großen des Weltmarkts, um Innovationen. Nestlé beispielsweise, der größte Lebensmittelkonzern der Welt mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro, tut das in einem Forschungszentrum in Vevey, hoch über dem Genfer See.

Wir werden, so sprach unlängst der Nestlé-Chef Peter Brabeck, dem Fortschritt unsere eigene Richtung geben, werden nur noch Produkte auf den Markt bringen, die einen "gesundheitlichen Zusatznutzen liefern". Und im Raum YR 10 in Vevey sitzt Werner Bauer, sein Forschungsleiter, und sagt, dass das eine "aufregende Vision" sei, die der Chef seiner Firma gab.

Nestlé. Gesundheit. Das seien künftig zwei Namen für dasselbe Phänomen.

Ich esse, und ich werde gesund - uralt ist diese Sehnsucht, im Märchen ist es die Frucht des Granatapfelbaums oder ein schlichter Apfel, der dem kranken Prinzen, der Prinzessin Genesung bringt. Im industriellen Zeitalter ist die Natur allenfalls Rohstoff, und der Job der Erfinder ist es, mit diesem Rohstoff effektiv und billig Nahrung zu produzieren.

In Deutschland wird daran gearbeitet, überflüssige Molke zu vermarkten oder auch Schlachtabfälle wie Separatorenfleisch. Der Raps wird in seiner Vielfältigkeit neu entdeckt, nicht nur für Motoren, sondern auch für Menschen; Speiseeis mit Rapsölanteil ist eine Erfindung des Fraunhofer-Instituts in Freising, ein neuer Clou.

******

Den ganzen Artikel (auch mit Abbildungen) als PDF-Datei findet ihr hier: http://wissen.spiegel.de/wissen

_______________

Liebe Grüße
Majka

Ferry Offline




Beiträge: 295

05.06.2009 07:00
#2 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Jetzt muss ich gerade lächeln.
durch meine Arbeit hab ich auch mit verschiedenen Aromastoffen zu tun und ihr könnt euch gar nicht vorstellen was man damit alles tun kann.

Es gibt sie heute für Alles.
So kann man ein normales Wasser so abschmecken das man denkt einen Whiskey zu trinken, Marillensyrup wird völlig ohne Marillen fabriziert und dazu genügen einige Tropfen des Aromates, eine Rindsuppe die nichts mit einem Rind am Hut hat usw,usw.
Es gibt auch bereits Fleisch welches niemals an einem Tier gewachsen ist und die Aromastoffe können ganz genau den Geschmack von Wild, Schwein oder Kuh vortäuschen.
In meiner Duftlampe finden sich alle Gerüche die man sich vorstellen kann und sie kommen aus dem Labor der Phantasiewelt ohne jemals mit einer Pflanze oder einem Tier in Berührung gekommen zu sein.
Das interessante dabei ist das auch der Geschmack dadurch beeinflusst wird.

Ferry

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

05.06.2009 08:52
#3 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Dazu habe ich auch ein Buch gelesen "Die Suppe lügt" (ein sehr gutes Buch, kann ich empfehlen).
Da steht unter anderem auch drin, dass in vielen Erdbeerjoghurts die Erdbeeren aus Sägespänen bestehen, die mit Chemie und Erdbeeraroma behandelt werden, bis sie nach Erdbeerstrückchen aussehen und schmecken. Oder dass die Rinderstückchen in Fertigsuppen oft Klär-Endprodukte sind mit Rinderaroma. Bäh! Im Grunde kann man sich nur noch auf das verlassen, was man selber zubereitet.

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

05.06.2009 18:51
#4 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Das mit den Sägespänen kenne ich auch ^^ zergehen aber köstlich auf der zunge! gg
Das mit dem "im labor gewachsenen Fleisch" ist mir neu- das ist dann aber nicht wirklich fleischliches gewebe, oder, denn ich habe gelesen das man noch große Probleme damit hat, echtes "Fleisch" im Labor wachsen zu lassen weil die Zellen auf Dauer nicht versorgt werden können.

Ferry Offline




Beiträge: 295

06.06.2009 20:27
#5 RE: Functional Food - was ist das? antworten

http://www.welt.de/print-welt/article684..._dem_Labor.html

http://www.heise.de/newsticker/Schnitzel...-/meldung/71858

http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/s...9750/index.html

und das ist so richtig Grass - aus menschlichen Zellen, ob jetzt die Tiere darauf dann abfahren

Untertitel: Biopsie von PETA-Vorsitzender Ingrid Newkirk wird tierfreundliche Fleisch-Alternative

Liebe Kolleginnen & Kollegen,

genau rechtzeitig zum Tag der Erde am 22 April revolutioniert die unkonventionelle Tierrechtsorganisation PETA, People for the Ethical Treatment of Animals, den Lebensmittelmarkt mit einem künstlichen Fleischersatz auf Basis menschlicher Zellen. In wissenschaftlichen Kreisen ist diese Methode bekannt als „In Vitro Fleisch“. PETA Deutschland e.V. lädt diese Woche weltweit, unter anderem auch in der deutschen Zentrale in Gerlingen, zur Kostprobe.

Ziel der von PETA beauftragen Wissenschaftler war es, tier-artiges Gewebe mit dem Geschmack, der Textur und – am schwersten von allen – der „Eindringtiefe“ oder Muskelmasse von Fisch- oder Hühnerfleisch zu züchten. Der Erfolg des Projektes, an dem Labors in 3 Ländern über 11 Jahre hinweg beteiligt waren, wird diese Woche bei der Vorstellung der „Newkirk Nuggets“ – dem ersten im Labor entstandenen essbarem Fleisch – sichtbar werden. Das Basis-Gewebe wurde der 1. Vorsitzenden von PETA Deutschand, Ingrid E. Newkirk, vom Oberarm entnommen und in einer nahrhaften Flüssigkeit aus Pilzen, menschlichem Kollagen und Sojabrühe kultiviert, um Myoblast zu entwickeln. Das Myoblast reproduziert sich enorm schnell und bildet fast 2cm dicke Scheiben des künstlichen Fleisches. `
http://www.dailynet.de/EssenTrinken/14616.php

http://www.nzz.ch/nachrichten/forschung_..._1.1388778.html

Ich denke bald wird man gar nicht mehr feststellen können was da in der Verpackung wirklich aufgeschnitten drinn ist.
Ferry

Majka Offline




Beiträge: 8.781

07.06.2009 09:58
#6 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Ferry, das klingt ja nach einem schlechten und geschmackslosen Scherz!

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Liebe Grüße
Majka

Ferry Offline




Beiträge: 295

07.06.2009 19:15
#7 RE: Functional Food - was ist das? antworten

In Antwort auf:
Ferry, das klingt ja nach einem schlechten und geschmackslosen Scherz!


Oder ein wohlgezielter Torschuß Gottes.
Entweder Fleisch von toten Tieren - oder Kunstfleisch mit der Chance Menschengene zu genießen.

Vielleicht werden dann viele zu Fleischfeinden, bei uns in Österreich sind es bereits fünf Prozent der Bevölkerung und da vor allem junge Menschen.
ich weiß schon warum ich kein Fleisch mag.

Ferry

Julia Offline




Beiträge: 1.407

29.04.2012 12:59
#8 RE: Functional Food - was ist das? antworten

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Gruss Julia

Nijemeti Alexander Offline



Beiträge: 511

01.05.2012 17:39
#9 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Oder einfach die Kirche im Dorf lassen und alles so erzeugen, wie es seiner Natur nach erzeugt werden soll. Die Menschen versuchen immer Erklärungen zu finden für die simpelsten Sachen, und dabei vergessen sie es, dass alles, auch Fleisch von Tieren die manifestierte Liebe Gottes ist, und wenn der Mensch nach der Ordnung etwas zu sich nimmt, dann verletzt er keine Normen oder ethischen Werte, sondern, er verhält sich in der Ordnung der Dinge, so wie sie von Anfang an vorgesehen war. Warum muss alles so kompliziert gemacht werden? Gott kann uns auch mit reinem Licht ernähren, wenn wir es so wollen, wenn wir aber alles in der Natur als Manifestation der Liebe und Lichtes des Schöpfers wahrnehmen, dann ist es uns nicht egal, in welcher Form wir diese Liebe und Licht zu uns nehmen?

Maerchenhexe Offline




Beiträge: 947

02.05.2012 08:46
#10 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Ich bin immer sehr skeptisch wenn die Sprache auf "Lichtnahrung" kommt.
Skeptisch, weil zu viele sie propagieren, ohne sie anzuwenden.
Kürzlich probierte der Bruder meiner Nachbarin das in Österreich aus, da gibt es geführte "Kurse". Der Endbericht steht noch aus, aber eines schon vorab: er würde es nie wieder machen.
Und er war absolut davon überzeugt, dass wir keinerlei Nahrung brauchen.
Mein Physio erzählte mir dass Gandhi damals sorgenvoll überwacht wurde, denn am Ende holt sich der Körper was er braucht und man erblindet. Was bei ihm zu befürchten stand.

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

02.05.2012 08:49
#11 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Danke @Alex für den Beitrag.
Ich möchte noch ergänzen, wenn man Tiere zu sich nimmt, halte ich es für wichtig, dass sie wenigstens aus artgerechter Tierhaltung stammen, sprich eher das Bio-Hähnchen aus der Region.

Well, if you want to sing out, sing out
And if you want to be free, be free
'Cause there's a million things to be
You know that there are.

And if you want to live high, live high
And if you want to live low, live low
'Cause there's a million ways to go
You know that there are.


(Cat Stevens)

Julia Offline




Beiträge: 1.407

02.05.2012 09:36
#12 RE: Functional Food - was ist das? antworten

Zitat
Ich bin immer sehr skeptisch wenn die Sprache auf "Lichtnahrung" kommt.


@ Märchenhexe...habe vor Tagen einen Link reingesetzt im Thread "Am Anfang war das Licht"...ich komme aus der Ostschweiz drum ist mir der Bericht vielleicht "nahegegangen"...weil nachweislich eine Ostschweizerin die nur noch vom Licht lebte sozusagen verhungert ist... Am Anfang war das Licht (2)

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Gruss Julia

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