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Dieses Thema hat 8 Antworten
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 Wohnstube
Majka Offline




Beiträge: 8.773

16.03.2010 08:35
Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Wissen ist (Ohn-)Macht

von David Rotter / Sein-Online

Es wird immer mehr Menschen klar: Wir wurden jahrelang betrogen, ausgebeutet und belogen. Unsere Politik ist kaum mehr als eine Ganzjahres-Karnevalsveranstaltung zur Bespaßung der Massen - in Wirklichkeit diktieren längst Systemzwänge und Großkonzerne das Regierungsprogramm. Ob Pharma- oder Gentechnik-Lobby, Kriegslügen, Wirtschafts-Kasino, Schweinegrippe oder Geldsystem: Wir leben in einer einzigen großen Illusion, einem Betrug von historischen Ausmaßen.

Aber Hilfe naht! Eine breite Front von Bloggern, Magazinen, Filmemachern, Autoren und Einzelpersonen hat sich aufgemacht, die betrogene Öffentlichkeit zu informieren. Dabei wird manchmal vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen und eine Lüge durch die nächste ersetzt, aber immerhin: Es wird infrage gestellt, eine Gegenposition formuliert. Und ein bisschen hilft's ja. Dass da "irgendwas nicht stimmt", dass den "Medien nicht zu trauen ist", dass es letztendlich "doch nur ums Geld geht" - dass glauben mittlerweile sehr viele Menschen quer durch alle Bevölkerungsschichten.

Da kann man fast jeden beliebigen Fahrgast in der U-Bahn ansprechen und der Mann in der Imbissbude um die Ecke weiß auch schon Bescheid. Gerade erst hat die Schweinegrippe eindrücklich gezeigt, dass Menschen zumindest nicht mehr alles blindlings glauben. Die Epidemie-Propaganda war eine katastrophale Niederlage. Trotz eines legendär-penetranten Medienaufgebots und kollektiver Angst-Mache vom Allerfeinsten ließen sich letztlich kaum 10 % der Deutschen impfen.


Wo bitte bleibt die Revolution?

Aber trotzdem: Bei allem, was wir wissen, müssten wir eigentlich mitten in einer globalen Revolution stecken! Einem Aufbegehren der Betrogenen: "Es reicht!" müssten wir ihnen eigentlich entgegenrufen, "Wir sind menschliche Wesen verdammt noch mal, nicht die Mitarbeiter einer Sklaven-GmbH!"

Aber gar nichts passiert! Wie kann das sein? Wie können wir all das ertragen, mit den Schultern zucken und stumpf die nächste Runde drehen in unserem täglichen Hamsterrad?

Könnte es sein, dass genau das Gegenteil der Fall ist? Dass uns die Wahrheit darüber, wie wir betrogen wurden nicht freier macht, sondern uns stattdessen komplett demoralisiert? Kann es sein, dass den totalitären Kräften gar nichts Besseres passieren kann, als dass wir alle erfahren, wie sehr wir "verarscht" wurden - weil erst dies uns komplett lähmen wird?

Bruce E. Levine, klinischer Psychologe sagt: ja, genau so ist es. Man nennt dies das "Missbrauchs-Syndrom".


Das Missbrauchs-Syndrom

"Wie behalten Zuhälter, Ehepartner, Chefs, Unternehmen und Regierungen die Kontrolle? Sie spucken Lügen, emotionalen und körperlichen Missbrauch und Ungerechtigkeiten in die Gesichter ihrer Opfer, und wenn die Opfer Angst haben, aus diesen Beziehungen zu entfliehen, werden sie dadurch immer schwächer. [...] Für Opfer des Missbrauchs-Syndroms ist die Wahrheit über ihre passive Unterwerfung unter eine demütigende Unterdrückung mehr als beschämend [...]. Wenn man sich schon demoralisiert und geschlagen fühlt, ist die wahrscheinliche Reaktion auf die Schmerzen dieser Scham nicht konstruktives Handeln, sondern der Versuch diesen Schmerz nicht zuzulassen oder sich davon abzulenken. Es ist nicht wahrscheinlich, dass die Wahrheit über die demütigende Unterdrückung jemandem die Energie für konstruktive Maßnahmen gibt."

Wissen ist also Ohnmacht? Kann das sein? Kann es sein, dass wir tatsächlich das ganze Ausmaß der Wahrheit gar nicht an uns heranlassen? Kann es sein, dass wir vielmehr immer mehr Angst haben? Angst davor, jahrelang in einer Traum-Welt gelebt zu haben. Angst davor, bei uns selbst anfangen zu müssen? Und kann es sein, dass uns diese Angst glauben macht, dass die Situation auswegslos ist, dass kleine Schritte nicht mehr zählen, dass wir ja "doch keine Chance" haben? Es ist immerhin möglich.

Aber sind wir denn wirklich so demoralisiert? Kaum vorstellbar. Und wenn ja: Wodurch? Bruce E. Levine gibt einige Beispiele:

Schule
"Was junge Menschen in den Schulen erfahren, ist das wichtigste Mittel zur Schaffung unserer zukünftigen Gesellschaft. Schulen sind Orte, an denen Kinder routinemäßig - aus Furcht - Autoritäten gehorchen müssen, für die sie oft eigentlich keinen Respekt haben und Material wiederkäuen müssen, das sie als sinnlos empfinden. Das sind großartige Möglichkeiten jemanden zu brechen".

Schule macht also vor allem eines: gefügig.


Psychatrien
"Heute werden immer mehr Menschen in den USA, die sich nicht den Autoritäten unterwerfen wollen, als psychisch krank diagnostiziert und mit Psychopharmaka ruhiggestellt, welche die Qualen ihrer Langeweile, ihrer Ressentiments und anderen negativen Emotionen betäuben, wodurch sie kompatibler und beherrschbarer werden."

Besonders bei Teenagern wurden nach Meinung Levines mit dem "Oppositionelles Trotzverhalten" und dem "Aufmerksamkeits-Defizits-Syndrom (ADHS)" zwei Kategorien geschaffen, die sich hervorragend eignen, Störenfriede rechtzeitig auszusortieren. Und für die für die Pharmaindustrie sind Psychopharmaka für Kinder längst eine wahre Goldmine.


Fernsehen
"[Jerry] Mander behauptet, dass das Fernsehen dazu beiträgt, alle acht Bedingungen für das Brechen einer Bevölkerung zu schaffen.
Fernsehen, erklärte er,
(1) beschäftigt die Menschen so sehr, dass sie nicht mehr wissen, wer sie selbst sind - und was ein menschliches Wesen ist,
(2) trennt die Menschen voneinander,
(3) erzeugt sensorische Deprivation,
(4) beschäftigt den Geist und füllt das Gehirn vorgefertigten Erfahrungen und Denken,
(5) fördert Drogenkonsum um die Unzufriedenheit zu dämpfen (während das TV selbst einen Drogen-ähnlichen Effekt produziert ...),
(6) zentralisiert Wissen und Information;
(7) eliminiert oder "museumisiert" andere Kulturen, um Vergleiche zu beseitigen, und
(8) definiert Glück und dem Sinn des Lebens."


Die Kommerzialisierung von allem
"Während Spiritualität, Musik und Kino revolutionäre Kräfte sein können, hat die großflächige Vermarktung von all diesen ihre Fähigkeit gedämpft, eine Rebellion zu energetisieren. So dass nunmehr so ziemlich alles - nicht nur die organisierte Religion - 'Opium für die Massen' ist.

Die vorrangige gesellschaftliche Rolle von US-Bürgern ist nicht mehr die eines "Bürgers", sondern die eines "Konsumenten". [...] Konsum zerbricht Menschen, durch die Abwertung von menschlicher Verbundenheit und Geselligkeit, durch Eigenabsorption, das Auslöschen von Selbstvertrauen, die Entfremdung der Menschen von normalen menschlichen emotionalen Reaktionen und durch den Verkauf der Idee, dass gekaufte Produkte - nicht der Mensch und die Gemeinschaft selbst - ihre Rettung seien."


Kleine Schritte in die Freiheit
Was also tun, gegen ein so großes Problem? Wie den Teufelskreis brechen?

Zu nächst einmal heißt es für jeden Einzelnen, bei sich selbst zu beginnen, indem das System nicht länger unterstützt wird: Sich so weit wie möglich dem betäubenden Einfluss des gesellschaftlichen Disneylands entziehen. Sich auf sich selbst besinnen, wieder fühlen, atmen, kreativ sein und lieben. Mehr Zeit mit Menschen und weniger Zeit mit Maschinen verbringen. Produkte und Zusammenhänge hinterfragen. Sich auf die Suche machen, nach gesünderem Essen, alternativer Medizin, einer anderen Schule für die Kinder. All die kleinen, einfachen Dinge.

Und dann: Sich nicht feststarren an der hässlichen Fratze der Unterdrückung. Wach sein für die kleinen Siege, die guten Beispiele, die Ermutigung und Solidarität. Für gelebte Moral, Vorbilder, erfolgreiche Projekte, die kleinen Pflänzchen der Hoffnung. Sich umsehen, in die leuchtenden Augen derer, die mit einem gehen, auf diesem Weg an die Grenzen eines neuen Horizonts.

Anfangen im Kleinen. Kreise bilden, die sich ausdehnen, auf andere Kreise treffen, verschmelzen. Die plötzlich, als großer Kreis, mit neuem Selbstvertrauen, selbst das Neue sind.

Stärke gründet sich auf Integrität, auf tiefes inneres Wissen, auf den unbrechbaren Glauben an das Wahre und Gute. Auf Wachheit, Klarheit, Liebe.

Auch Levine hat ein Rezept: "Die einzig rationale Entscheidung, bei den gegebenen Alternativen, ist den Pessimismus zu vergessen."

Quelle: Sein, Dezember 2009

_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

16.03.2010 08:40
#2 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Zitat
Zu nächst einmal heißt es für jeden Einzelnen, bei sich selbst zu beginnen, indem das System nicht länger unterstützt wird: Sich so weit wie möglich dem betäubenden Einfluss des gesellschaftlichen Disneylands entziehen. Sich auf sich selbst besinnen, wieder fühlen, atmen, kreativ sein und lieben. Mehr Zeit mit Menschen und weniger Zeit mit Maschinen verbringen. Produkte und Zusammenhänge hinterfragen. Sich auf die Suche machen, nach gesünderem Essen, alternativer Medizin, einer anderen Schule für die Kinder. All die kleinen, einfachen Dinge.

Und dann: Sich nicht feststarren an der hässlichen Fratze der Unterdrückung. Wach sein für die kleinen Siege, die guten Beispiele, die Ermutigung und Solidarität. Für gelebte Moral, Vorbilder, erfolgreiche Projekte, die kleinen Pflänzchen der Hoffnung. Sich umsehen, in die leuchtenden Augen derer, die mit einem gehen, auf diesem Weg an die Grenzen eines neuen Horizonts.

Anfangen im Kleinen. Kreise bilden, die sich ausdehnen, auf andere Kreise treffen, verschmelzen. Die plötzlich, als großer Kreis, mit neuem Selbstvertrauen, selbst das Neue sind.



Solche "Lichtpunkte" gibt es überall - nicht nur im Internet.

Auch wenn sich durch das "wachgeküsste" Wissen manchmal ein Ohn-Macht-Gefühl einstellen mag, lässt sich das ziemlich schnell überwinden. Die Hauptsache ist, bei sich zu bleiben und auf die innere Stimme zu hören.
Das zieht Kreise... Ein Schmetterlingseffekt sozusagen. Jede kleinste Veränderung kann das ganze System beeinflussen.

_______________

Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

16.03.2010 10:17
#3 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Cooler Text, wenn er mitunter auch ein wenig wütend oder verbittert klingt. Ich sehe viele Dinge optimistischer und positiver. Muss ich nochmal in Ruhe drüber nachdenken.

Elke Offline




Beiträge: 2.637

16.03.2010 19:30
#4 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Klasse Text

Mein Fernseh- und Zeitungskonsum habe ich schon sehr reduziert.
Ich muss sagen, ohne all die Gruselmeldungen geht es mir viel besser !

Majka Offline




Beiträge: 8.773

16.03.2010 21:03
#5 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Bei Fernsehnachrichten sitze ich oft am PC, die Nachrichten laufen "nebenbei" - also ich bekomme die Bilder nicht auf den Körper ausgestrahlt. Dadurch kann ich besser den Abstand halten, so dass ich die Nachrichten eher als Beobachterin wahrnehme, ohne mich hineinziehen zu lassen.
Hm, das bringt mich natürlich gleich auf den Gedanken, dass mit den Bildern auch unterschwellige "Botschaften" ausgestrahlt werden - die Subliminals. Es geht natürlich "nur" um eine Vermutung, aber wenn ich direkt vor der TV-Kiste sitze, trifft mich das Ausgestrahlte viel mehr. Na - und wo die Aufmerksamkeit und Emotionen gerichtet werden, dorthin geht auch die Energie.
Wenn Millionen Menschen auf ein Thema ihre Aufmerksamkeit richten und sich darüber aufregen etc. - was denkt ihr wohl, was für Energiefelder dadurch entstehen?
Dabei ist es eigentlich egal, ob ich dafür oder dagegen bin: mit jeder emotionalen Regung fließt auch die Energie dahin.
Hey, jetzt ist mir klar geworden, was es eigentlich bedeutet: BEI SICH ZU BLEIBEN - dadurch bleibt MEINE ENGERGIE BEI MIR. Kein Energie-"Futter" dorthin, wo ich es nicht will.

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Liebe Grüße
Majka

Thalia Offline




Beiträge: 2.036

16.03.2010 21:46
#6 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Zitat
Hey, jetzt ist mir klar geworden, was es eigentlich bedeutet: BEI SICH ZU BLEIBEN - dadurch bleibt MEINE ENGERGIE BEI MIR. Kein Energie-"Futter" dorthin, wo ich es nicht will.



Liebe Majka,

stimmt... so habe ich es noch gar nicht gesehen, aber du hast recht.

Danke fürs Mit-teilen deiner Erkenntnis.

Thalia

- Suche nicht was dir fehlt - finde was in dir ist -

Elke Offline




Beiträge: 2.637

18.03.2010 17:11
#7 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Supi, liebe Majka -
genau das ist es.
Ich übe auch täglich, bei mir zu bleiben.
Ist manchmal schon eine schöne Herausforderung

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

18.03.2010 19:37
#8 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Ein guter text! erinnert an einiges

Majka Offline




Beiträge: 8.773

19.03.2010 07:12
#9 RE: Wissen ist (Ohn-)Macht antworten

Zitat
Ich übe auch täglich, bei mir zu bleiben.
Ist manchmal schon eine schöne Herausforderung



Ja, liebe Elke, das stimmt. Für mich auch. Ich lasse mich soooooooo gerne ablenken!

@Heulerchen: Freut mich, dass es dir beim Lesen ähnlich geht.

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Liebe Grüße
Majka

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