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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Lebens-Mittel im Neuen Zeitalter
Majka Offline




Beiträge: 8.773

21.03.2010 08:04
Genmanipulierte Pflanzen antworten

Ungeheuerlich: Geplantes indisches Gesetz soll Kritik an GVOs unter Strafe stellen

F. William Engdahl


Das indische Parlament berät seit Anfang März über einen Vorschlag für ein Gesetz, durch das die Redefreiheit in beispielloser Weise einschränkt werden soll: Für öffentlich geäußerte Kritik an gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) oder anderen Produkten drohen Gefängnisstrafen. Das bislang nicht verabschiedete Gesetz ist ein Beweis dafür, wie weit das weltweite GVO-Agrobusiness geht, um die Akzeptanz für ihr patentiertes Saatgut zu erzwingen, dessen angebliche Vorzüge nicht bewiesen sind.

Der Entwurf für das Gesetz »Biotechnology Regulatory Authority Bill« (BRAB), den die UPA-Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh vorgelegt hat, fordert in Kapitel 13, Paragraf 63: »Wer ohne Beweise oder ohne wissenschaftliche Grundlage die Öffentlichkeit hinsichtlich der Sicherheit der Organismen und Produkte irreführend informiert …, wird mit einer Gefängnisstrafe von mindestens sechs Monaten bis höchstens einem Jahr, einer Geldstrafe bis zu einer Höhe von zweihunderttausend Rupien oder beidem belegt.«

Das Gesetz wurde von der Abteilung Biotechnologie beim Ministerium für Wissenschaft und Technologie formuliert. Es wurde im Anschluss an heftige Massenproteste gegen den Anbau von »Monsanto Bt Brinjal«, einer der Aubergine ähnlichen beliebten Gemüsepflanze, im Parlament eingebracht. Angesichts der massiven Proteste sah sich Umweltminister Jairam Ramesh gezwungen, den Anbau von Bt Brinjal einstweilig auszusetzen. Dieses GVO-Produkt wird von dem führenden indischen Saatguthersteller Mahyco in Partnerschaft mit dem weltgrößten GVO-Saatgutkonzern Monsanto aus den USA produziert und vertrieben.


Der Anbau der gentechnisch veränderten Pflanze Bt Brinjal ist in Indien nach Massendemonstrationen ausgesetzt worden. Solche Proteste wären nach einem neuen Gesetzentwurf verboten.

Andere Bestimmungen des vorgeschlagenen Gesetzes sind ähnlich alarmierend. Gemäß Artikel 27 (1) sollen Informationen über Forschung, Zulassung und wissenschaftliche Grundlagen von GVO-Produkten keiner Überprüfbarkeit nach dem Gesetz über das Recht auf Information (»Right to Information Act«, RTI) unterliegen. Damit ist Bauern, Nicht-Regierungs-Organisationen und Umweltgruppen, die an vorderster Front gegen Bt Brinjal kämpfen, der Zugang zu entsprechenden Informationen verwehrt.

Weiterhin sieht das Gesetz vor, dass die drei Mitglieder des Expertenrats der Abteilung Biotechnologie alle bestehenden Gesetze über die GVO-Technik der einzelnen Bundesstaaten außer Kraft setzen können. In vielen indischen Bundesstaaten sind GVOs aus Sorge um die Gesundheit und Sicherheit verboten.

In Zukunft wäre es beispielsweise untersagt, die von Mahyco/Monsanto über Bt Brinjal verbreiteten Behauptungen über angebliche Sicherheit und Umweltfreundlichkeit öffentlich anzuzweifeln. Nach dem Gesetz könnte nicht nur jeder indische Journalist, sondern auch jeder andere Journalist oder Wissenschaftler weltweit vor indischen Gerichten angeklagt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. So hat zum Beispiel der bekannte französische Biologe Prof. Gilles-Eric Seralini von der Universität Caen unabhängige Tests mit Bt Brinjal durchgeführt. Seine Schlussfolgerung: die Tests der Herstellerfirma Mahyco/Monsanto seien wertlos, es drohten vielmehr ernsthafte Gesundheitsschäden. Seralini ist ein weltweit anerkannter Experte und berät die französische Regierung. Erklärungen wie die von ihm öffentlich geäußerte wären künftig strafbar.

Quelle: info.kopp-Verlag.de

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

21.03.2010 08:15
#2 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

Wir haben hier schon über das Verbot von Genmais-Anbau in Deutschland diskutiert.
Anbau ist aber was anderes als generelles Verbot von genmanipulierten Nahrungsmitteln (von LEBENS-mitteln kann man hier gar keine Rede sein).

Auf den Seiten von Kopp-Verlag kann man dazu einiges lesen. Um möglichst objektiv zu bleiben wäre es allerdings gut, auch Infos aus anderen Quellen dazu zu haben.

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Liebe Grüße
Majka

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

22.03.2010 19:18
#3 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

ds klingt nicht gut! dazu ist mir folgendes eingefallen: Stechmücken die mit ihren Stichen quasi gratis "impfen" unddas soll dann auch noch ein Segen sein!
http://www.news.at/articles/1011/35/2644...de-impfspritzen
Da kriegt man alle Zustände, wer weiß was man bald mit einem Stich alles "eingeimpft" bekommt....

Majka Offline




Beiträge: 8.773

22.03.2010 20:46
#4 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

Die Insekten übertragen die Pollen zwischen gen-veränderten und natürlichen Pflanzen, kommen mal in Gärten, Wohnungen, werden gefangen - von Vögeln oder auch mal anderen Tieren ... manche stechen - ob Mensch oder Tier, so dass die Übertragung direkt erfolgt... und so kommt das manipulierte Zeug überall hin. Egal ob man dafür oder dagegen ist.

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Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

23.03.2010 21:33
#5 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

Eine aktuelle Ergänzung:

Ich hab heut von jemand, der in der Landwirtschaft involviert ist, erfahren, dass das Zeug eh schon im Kreislauf ist: Gensoja ist im Futtermittel für die Tiere, und deren Mist kommt dann auf die Felder etc.
Derjenige (ein polisich etwas höher gestellter Mensch, darum lass ich den Namen mal weg) hat aber auch gesagt, dass das Forcieren des Gentechnik-Anbaus nur wirtschaftliche Gründe hat. Weil z.B. der Genmais 810 von Monsanto ein Gen für Resistenz gegen das Unkrautvernichtungsmittel Round Up in sich trägt. Und ratet mal, wer Round Up herstellt? Genau, Monsanto. Die verkaufen dann beides, das VErnichtungsmittel und den Genmais.
Außerdem würde die EU momentan den Gentechnik-Anbau stark pushen und voranbringen wollen. In Deutschland sind die Bundesländer gespalten, aber Bayern z.B. wäre strikt dagegen.
Ich weiß, dass diese Dinge vielleicht nicht neu sind, aber es war für mich nochmals etwas neues, das von jemandem zu hören, der gewissermaßen für das Ministerium arbeitet. *hüstel*

Es gibt auch einen Monsanto-Film (Monsanto-kritisch und sehr seriös aufgemacht), den hat mir einer von den Grünen gebrannt. Falls jemand Interesse hat und ich den Film noch finde, kann ich ihn gerne brennen und verschenken.

Majka Offline




Beiträge: 8.773

18.10.2010 21:59
#6 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

Aus dem heutigen Newsletter von Avaaz.org:

EU: 1 Million wehren sich gegen GVO

Avaaz hat eine nie da gewesene, 1-Million starke, europäische Petition ins Leben gerufen, für ein Moratorium auf den Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen solange bis unabhängige Forschungsresultate durchgeführt werden. Die Petition gilt als erste EU-Bürgerinitiative - die neue EU-Verfassung erlaubt es, ab 1 Million EU-Unterschriften, einen offiziellen Antrag an die Europäische Kommission zu stellen. Unsere Kampagne wurde als Antwort auf die seit 12 Jahren erstmalige Anbauerlaubnis für modifiziertes Saatgut gestartet. Die Entscheidung war ein Geschenk an die Gentech-Lobby und eine Beleidigung der Mehrheit der Europäer. Über 60 % denken, dass handfeste Forschungsergebnisse notwendig sind, bevor Nahrung angebaut werden kann, die eine ernsthafte Bedrohung für unsere Gesundheit und unsere Umwelt darstellen können.

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Die Gentech-Lobby ist stark, aber wir auch. Wir müssen es uns nur bewusst werden. Gemeinsam können wir vieles erreichen.
Auf jeden Fall muss sich damit die Europäische Kommission befassen.

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

18.07.2011 10:13
#7 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

PRESSEMITTEILUNG
Aktion GEN-Klage


Gauting, 21.05.11

UN-Ausschuss bestätigt Gesundheitsgefährdung durch GEN-Food

UN-Menschenrechtsausschuss fordert Gesundheitsschutz in Zusammenhang mit GEN-Nahrungsmitteln von der Bundesrepublik


Erfolg in Genf: Erstmals hat der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen von einer Regierung - hier von der Bundesrepublik Deutschland - eine Politik des Gesundheitsschutzes in Bezug auf Nahrungsmittel, die genetisch veränderte Organismen enthalten, gefordert.

„Das bekommt eine ganz neue Dimension“ so Christiane Lüst vom internationalen Netzwerk „Aktion GEN-Klage“, die gegen die Bundesrepublik und damit gegen das sechste Land Klage wegen Menschenrechtsverletzungen durch Nutzung der Agro-Gentechnik in Genf eingereicht hat.

“Unsere stete Berichterstattung vor der UNO über die Folgen der Nutzung von Gentechnik in Nahrungsmitteln und Landwirtschaft weltweit überzeugt – die von uns vorgetragenen Fakten sprechen eine klare Sprache. Bisher hat der UN-Menschenrechtsausschuss bereits die Regierungen aufgefordert das alte Saatgut und die Bauern vor GMOs und der daraus folgenden Abhängigkeit von
Konzernen zu schützen sowie durch einen Stopp von Urwaldabholzungen keine weiteren Anbauflächen mehr zur Verfügung zu stellen, weil dadurch die Lebensgrundlagen der kleinen Bauern zerstört werden und die Armut drastisch zunimmt. Aber dass nun auch die gesundheitlichen Folgen der Verwendung von GEN-Nahrungsmitteln als Menschenrechtsverletzungen bestätigt werden und eine Regierung aufgefordert wird hier zum Schutze der Gesundheit Maßnahmen dagegen zu ergreifen ist erstmalig.“

Der von der UNO festgestellte Handlungsbedarf wird von einer gerade veröffentlichten Studie untermauert, nach der im Blut von 93 % ungeborener Babys und bei Schwangeren Giftstoffe gefunden wurden, die in der Landwirtschaft bei der Produktion von GEN-Nahrungsmitteln verwendet werden. Damit ist bewiesen, dass – entgegen allen bisherigen Aussagen von GEN-Industrie und Politik – sich durch GEN-Nahrungsmittel gefährliche Rückstände und Gifte im menschlichen Körper – und auch schon bei ungeborenen Babys – anreichern.

Darüber hinaus wurde die Bundesrepublik von der UN gerügt, bei seiner Agrar-, Handels- und Entwicklungshilfepolitik sowie in seiner Unterstützung und bei Investitionen von deutschen Konzernen in Entwicklungshilfeländern die Menschenrechte nicht ausreichend zu berücksichtigen.

Der geforderte Gesundheitsschutz umfasst damit auch, dass mit deutschen Geldern keine Gen-Nahrungsmittel oder Gen-Saatgut für Entwicklungshilfeländer beschafft, transportiert oder verteilt wird.

Die Regierung ist daher aufgefordert folgende Maßnahmen umgehend umzusetzen:

- Die Einführung der Gentechnik in Tierfütterung, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft zu verbieten.

- Die Kennzeichnungspflicht für alle genmanipulierten Veränderungen in Lebensmitteln - auch für Tierfutter und tierische Produkte - einzuführen, bis dieses generelle Verbot Gültigkeit hat.

- Sämtliche Gen-Freilandversuche in Deutschland umgehend einzustellen.

- Die Saatgutreinheit von 100 % zu erhalten und keine Gen-Anteile darin gesetzlich zu erlauben.

Weitere Infos unter www.stopptgennahrungsmittel.de

Christiane Lüst
Aktion GEN-Klage

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

18.07.2011 10:18
#8 RE: Genmanipulierte Pflanzen antworten

Hat jemand von euch davon was in der Presse oder im Fernsehen gehört? Ich war zu dem Zeitpunkt, als die Pressemitteilung erschien, nicht in Deutschland.

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Liebe Grüße
Majka

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