Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Übersicht | Suche | Anmelden | Login | Online ? | Mitglieder | Chat | FAQ


 

 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 138 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Wohnstube
Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

18.05.2010 22:15
Griechenland-Krise antworten

Beginnen wir mit einem Witz:

Wie merkt man sich am besten die 11 88 0?

11 Millionen Griechen bekommen 88 Milliarden Euro und zahlen Null zurück.

Ich war erst auf einer Veranstaltung über Europapolitik und die Europa-Parlamentsabgeordnete hatte da schon erschreckende Besipiele. Z.B. sind die Griechen bislang mit 55 Jahren in Rente gegangen. Jetzt müssen sie mit 60 (Deutschland: mit 67).
Sie war allerdings trotzdem davon überzeugt, dass die Unterstützung für die Griechen der richtige Weg war.

Wie seht ihr das? Weiter bankrotten Staaten helfen (und dabei möglicherweise selbst bald bankrott gehen)?

Es gab dazu einen super Stern-Artikel von Walter Wüllenweber:

Liebe Griechen!

Kennt Ihr das bei Euch auch, eine Tante, die einem die ganze Kindheit und Jugend hindurch das Sparschwein füttert? Beim ersten Fahrrad, dem ersten Radio, der ersten Urlaubsreise - immer gibt sie ein paar Scheine dazu. Und dafür verlangt sie nichts weiter als ab und zu mal ein freundliches Dankeschön. Liebe Freunde, dies ist ein Brief von Eurer Geldtante. Keine Angst, Ihr müsst nicht Danke sagen. Das Einzige, was wir uns wünschen, ist: Versetzt Euch mal in unsere Lage.:
Seit 1981, seit 29 Jahren, gehören wir zur selben Familie, zur EU. Kein anderes Familienmitglied hat in dieser Zeit so viel Geld in die Gemeinschaftskasse gesteckt wie wir, nämlich netto rund 200 Milliarden Euro. Und pro Nase hat kaum einer so viel bekommen wie Ihr, zusammen netto fast 100 Milliarden. Rund die Hälfte also von dem, was wir in den EU-Topf gekippt haben, habt Ihr mit großer Kelle abgeschöpft. Oder anders ausgedrückt: Rein rechnerisch haben wir Deutschen mit den Jahren jedem von Euch Griechen, vom Säugling bis zum Greis, über 9000 Euro geschenkt. Einfach so. War doch nett, oder? Freiwillig hat wohl noch nie ein Volk ein anderes über einen so langen Zeitraum so großzügig unterstützt. Ihr seid fürwahr unsere teuersten Freunde.
Click here to find out more!

Wie es uns dabei ging, in all den Jahren, das habt Ihr nie gefragt. Ich vermute, auch heute brennt Ihr nicht gerade darauf, etwas über unsere Sorgen zu erfahren. Ich erzähle es Euch trotzdem: Unsere Straßen sind so löchrig wie antike Bauwerke, weil uns das Geld für die Instandhaltung fehlt. Bibliotheken und Schwimmbäder werden geschlossen. Manche Städte schalten nachts jede zweite Straßenlaterne aus, weil sie die Stromrechnung nicht bezahlen können. Im Gegensatz zu Euren steigen unsere Löhne seit der Einführung des Euros praktisch gar nicht mehr. Und jetzt sollen wir auch noch Euch Griechen retten. Die Sorgen um Euch, die haben uns gerade noch gefehlt.
Öffentlicher Dienst für alle

Ihr habt Euch unser Misstrauen redlich verdient: Im Sommer fackelt Ihr regelmäßig dieses schöne Land ab, das Gott Euch geschenkt hat. Und dann ruft Ihr nach unserer Feuerwehr, weil Ihr es nicht allein gelöscht kriegt. Ihr wollt alle in den öffentlichen Dienst, aber keiner will Steuern zahlen. Wenn auch nur ein Teil der Berichte stimmt, die wir in den vergangenen Wochen lesen mussten, dann seid Ihr offenbar nur bereit zu arbeiten, wenn Ihr dafür Schmiergeld bekommt. Vor allem Eure Ärzte und das Krankenhauspersonal langen kräftig zu. Ihr betrügt Euch also gegenseitig, wo Ihr nur könnt. Das kann uns egal sein. Doch Ihr betrügt auch uns. Seit vielen Jahren. Das ist uns nicht egal.

Ihr kassiert für mehr Olivenbäume EU-Subventionen, als in Euer Land passen. Offenbar versteht Ihr doch was von Buchführung, denn um die Stabilitätskriterien für den Euro zu erfüllen, habt Ihr Eure Bücher so systematisch und geschickt gefälscht, dass die Brüsseler nichts gemerkt haben. In Wahrheit habt Ihr den Euro nie verdient. Trotz Eurer erschwindelten Daten ist es Euch seit der Einführung des Euro noch nie gelungen, die Stabilitätskriterien zu erfüllen. Um Eure Wirtschaft größer erscheinen zu lassen, habt Ihr Euch 2006 einen hübschen Taschenspielertrick einfallen lassen und kurzerhand die Erlöse aus Geldwäsche, Rauschgifthandel und Schmuggel in die jährliche Wirtschaftsleistung Eurer stolzen Nation eingerechnet.
Das Kartenhaus bricht zusammen

Über Jahrzehnte mehr Geld ausgeben, als man sich erarbeitet, wie selbstverständlich auf Kosten von anderen zu leben, laufend betrügen und tricksen - das kann nicht ewig gut gehen. Irgendwann bricht das Kartenhaus zusammen. Irgendwann ist jetzt. Streng genommen seid Ihr pleite.

Macht Euch keine Illusionen. Wenn Angela Merkel verspricht, "Griechenland wird nicht allein gelassen", dann geht es unserer Kanzlerin und uns Deutschen nicht mehr um Euch Griechen. Unsere Sorge gilt allein unserer eigenen Zukunft. Das Unglück ist nur: Wir sind an Euch gekettet. Wenn Ihr untergeht, zieht Ihr uns mit unter Wasser. Zum Beispiel durch die 300 Milliarden Schulden, die Ihr mit den Jahren aufgetürmt habt. Rund 30 Milliarden davon gehören den Sparern bei deutschen Banken, in Form von Staatsanleihen. Ob Ihr das jemals zurückzahlen werdet? Euretwegen geht der Euro in die Knie. Uns droht die Inflation. Das bedeutet: Was deutsche Sparer auf dem Sparbuch oder in Lebensversicherungen für die Zukunft zurückgelegt haben, wird immer weniger wert. Wegen Euch. Solche Gedanken sind Euch natürlich fremd, denn sparen oder investieren ist nicht Euer Ding. Ihr haut die Euros lieber raus. In der EU seid Ihr Griechen das Volk, das von seinem Geld den größten Anteil für den Konsum verprasst.

Schweinewirtschaft und Staatsbankrott

Die Regierungschefs der EU haben zwar beschlossen, dass Ihr keine direkten Finanzhilfen bekommen sollt. Erst mal. Doch Ihr braucht Hilfe. Und in der EU bedeutet Hilfe am Ende immer Geld, genauer: unser Geld.

So langsam wird uns Deutschen klar: Zuerst mussten wir die Banken retten, jetzt müssen wir Euch Griechen retten und schließlich alle Länder mit einer Schweinewirtschaft - die "PIIGS", Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien. Ein Staatsbankrott eines dieser Länder, darin sind sich die Experten ausnahmsweise einig, wäre eine Tragödie, die selbst die Bankenkrise wie ein Lustspiel erscheinen ließe.
Click here to find out more!

Kluge deutsche Staatsrechtler haben schon vor der Einführung des Euro gewarnt: Die Wirtschaftsunion kann ohne die politische Union nicht funktionieren. Sie hatten recht. Jetzt erkennen wir das dramatische Demokratie-Defizit. Wir Deutschen sind von den Entscheidungen der Regierung Griechenlands abhängig. Aber wir können sie nicht wählen. Ihr Griechen könnt sie wählen, aber Ihr habt ganz andere Interessen. Wir wollen, dass Euer Ministerpräsident Georgios Papandreou sein Sparprogramm durchzieht. Mindestens. Besser wär's, wenn er beim Reformieren noch einen Zahn zulegte. Aber Ihr wollt das ganz offensichtlich nicht. Ihr macht, was Ihr immer macht: Ihr streikt. Letzte Woche der öffentliche Dienst, nächste Woche alle, Generalstreik. Liebe, teure Griechen, wenn Ihr nächste Woche auf die Straße geht, dann streikt, dann demonstriert, dann protestiert Ihr nicht gegen Eure Regierung, sondern gegen uns. Dem Zorro, der Euch stets gerettet hat und weiter retten soll, dem versetzt Ihr einen Tritt zwischen die Knie.
Finanzbeamte, Ärzte, Renter - nicht streiken!

Liebe griechische Finanzbeamte, geht nächste Woche bitte nicht streiken, sondern treibt endlich mal die Steuern Eurer Millionäre ein, von denen Ihr bislang fürs Wegschauen so fürstlich entlohnt werdet.

Liebe griechische Ärzte, geht nächste Woche bitte nicht streiken, sondern behandelt Eure Patienten. Von jetzt an, ohne vorher um einen Geldumschlag zu bitten. Und dann versteuert einfach Euer Einkommen. Ja, dann könnt Ihr Euch den nächsten Porsche erst ein Jahr später bestellen. Ihr werdet es überleben.

Liebe Rentner Griechenlands, wenn bei uns jemand sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, bekommt er nicht mal 40 Prozent seines durchschnittlichen Einkommens als Rente. Damit sind wir auf dem viertletzten Platz der OECD-Länder. Und wer ist auf Platz eins? Richtig: Ihr. Über 95 Prozent Eures durchschnittlichen Einkommens gönnt Ihr Euch als Rente. Um das hinzukriegen, greift Ihr wieder in die Trickkiste: Ihr bezieht einfach die Rentenhöhe nicht aufs ganze Leben, sondern nur auf die letzten drei bis fünf Arbeitsjahre. Darum ist es bei Euch üblich, dass der Arbeitgeber den Lohn am Ende noch mal kräftig erhöht. Von dem Geld, mit dem wir Euch fast 30 Jahre lang gesponsert haben, gönnt Ihr Euch eine komfortablere Altersversorgung, als wir uns leisten können. Findet Ihr das gerecht? Also, liebe Rentner in Griechenland: Ihr seid die Generation, die diese Misere verursacht hat. Jetzt haltet mal die Füße still, geht nicht demonstrieren, und lasst Eure Regierung die Sparpläne durchziehen.
Das Volk regiert

Und, liebe Bürger Griechenlands, redet Euch nicht damit heraus, Eure Politiker seien allein schuld an der Katastrophe. Ihr habt doch die Demokratie erfunden und solltet wissen, dass Ihr, das Volk, regiert und damit verantwortlich seid. Niemand zwingt Euch, Steuern zu hinterziehen, Schmiergelder anzunehmen, gegen jede vernünftige Politik zu streiken und korrupte Politiker zu wählen. Politiker sind Populisten. Die machen genau, was Ihr wollt. Sicher werdet Ihr jetzt einwenden: Ihr Deutschen, Ihr seid doch auch nicht viel besser. Stimmt. Ein Rentensystem, dem kaum einer noch traut, Beamtenpensionen, von denen niemand weiß, wie sie in der Zukunft bezahlt werden sollen, ein Steuersystem, das so aussieht, als hätten erfahrene Hinterzieher es sich ausgedacht, und vor allem ein Schuldenberg, der irgendwann ins Rutschen gerät und alles unter sich begräbt - genau diese Probleme haben wir auch. Und Ihr seid uns auf diesem Pfad der Untugend nicht so weit voraus, wie viele glauben.

Früher habt Ihr Griechen uns den Weg gewiesen, habt der Welt die Demokratie, die Philosophie und das erste Verständnis für Nationalökonomie beigebracht. Jetzt weist Ihr uns wieder den Weg. Nur ist es diesmal der Irrweg. Da, wo Ihr seid, geht's nicht weiter.

Herzliche Grüße, Walter Wüllenweber

PS: Meldet Euch doch mal! Über eine Antwort würden wir uns freuen.

Quelle: http://www.stern.de/wirtschaft/geld/2-be...te-1548605.html

Renate Offline




Beiträge: 928

19.05.2010 08:06
#2 RE: Griechenland-Krise antworten

Hallo Lady Masque,

der Brief ist sehr gut und auch wahr. Es ist wirklich so, dass wir Deutschen das meiste in die EU
rein zahlen und wenn dann was ist, dann wird auch noch mit Fingern auf uns gedeutet und auf das
Hakenkreuz verwiesen .... immer eine gute Geldquelle.
Mich nervt das kolossal. Unsere jüngere Vergangenheit war nicht gerade ruhmreich, aber sie ist vorbei.
Und es kotzt mich - Entschuldigung wenn ich das so sage - an, dass es dann immer wieder heißt "Ihr bösen
Deutschen habt aber..." Welche Deutschen waren es denn? Wer davon lebt denn überhaupt noch der wirklich
was verbrochen hat. DIe meisten sind tot, schon Generationen bedingt. ABer gut abkassieren wollen bei uns
ständig, da sind wir gut genug.Und sie kassieren von einer Generation die nach dem 2. Weltkrieg geboren ist
und damit nun wirklich nichts mehr zu tun hat, außer dass man daraus lernen sollte, dass sich das nicht
wiederholt. Abgesehen davon haben andere Länder in ihrer Vergangenheit sich auch nciht mit Ruhm bekleckert.
Wir sind wahrlich nicht die Einzigen.
Wir haben wahrlich in unserem Land auch genügend Probleme und ich bin der Meinung darum sollte sich erst
mal gekümmert werden. Denn normal sage ich mal füttert man erst seine eigenen Kinder bevor man das mit
fremden macht. Wäre nur ein natürlicher Reflex.
Bei uns gibt es sicher viele gut situierte Rentner aber auch viele die wenig Geld zur Verfügung haben.
Und nicht nur Rentner.
Genauso... muss ich jetzt auch mal ansprechen, frage ich mich, was wir in Afganistan verloren haben.
Nicht nur dass junge Menschen dort ihr Leben lassen müssen, es kostet total viel dazu, das Geld könnte
man sinnvoller einsetzen. Was soll das alles? Wenn die Truppen rausgehen, dann ist die gleiche Situation
wie vorher.... sollen wir 100 Jahre dort bleiben, damit die sich nicht die Köpfe einschlagen?
Wenn ich dann wieder höre welche Beschlüsse die EU fasst, die so unnötig wie sonst was sind. Ich habe
einen Bekannten der eine Firma hat und der diese EU-Verordnungen zu lesen kriegt. Der hat mir schon
Sachen erzählt, da frage ich mich wie man Geld so unnütz rauswerfen kann. Oder ist es wichtig welche
Farbe das Tomatenmark hat und wie laut Rasenmäher in der EU gehen dürfen?
Vielleicht müssen die materiellen Werte aber auch immer mehr verfallen, damit andere Werte wieder zum
Vorschein kommen, wer weiß. Denn wenn das Geld nicht mehr da ist, dann muss man sich auf etwas anderes
besinnen. Vielleicht ist das der größere Sinn hinter allem?

Gruß Renate

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

19.05.2010 08:57
#3 RE: Griechenland-Krise antworten

Das mit der deutschen Vergangenheit spricht mir aus der Seele. Wir mussten in der Schule massenweise Lektüre zum Dritten Reich lesen, waren in Theaterstücken mit dem Thema, und zur Besuch in Dachau.
Ich hab dann irgendwann gesagt, ich seh nicht mehr ein, warum ich mich dafür schuldig fühlen soll. Von meiner Familie war nachweislich niemand am Holocaust beteiligt, und ich bin auch alles andere als rechtsradikal.
Der Lehrer war allerdings entsetzt und hat was von einer Kollektivschuld geredet. Wenn er meint, soll er sich ruhig schuldig fühlen.

Was in der EU abgeht, versteh ich als Aussenstehender auch nicht wirklich. Nach der Veranstaltung mit der Europatagsabgeordneten hab ich mich richtig schlecht gefühlt, weil normalerweise kriegt man das gar nicht so genau mit, was da alles läuft.

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

19.05.2010 13:45
#4 RE: Griechenland-Krise antworten

Viktor Frankl, der selbst 3 Kz überlebt hatte, sagte selbst, dass die Idee einer "Kollektivschuld" selbst zutiefst nationasozialistisches gedankengut ist und niemand für etwas schuldig gemacht werden darf, was er nicht getan hat.

__________________________________________________

Wenn Sie mich suchen: ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf. -Genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!" (Bernd das Brot)

Renate Offline




Beiträge: 928

19.05.2010 22:33
#5 RE: Griechenland-Krise antworten

Hallöchen,

wollte noch was zur Kollektivschuld sagen. ich fühle mich da auch in keiner Weise schuldig, weil ich wie gesagt nach
dem 2. Weltkrieg geboren wurde und meine Eltern auch keine Greueltaten verübt haben.
Ich wollte aber zu dem Thema jetzt sagen, dass ich einmal bei einem Familienstellen war, und da war eine Nachfahrin
eines NS-Verbrechers. Diese Frau hat den Großvater aufgestellt, der wohl für viele Morde damals verantwortlich war.
Und man sah, sie selbst hat die Schuld auf sich genommen, denn der Großvater war - zumindest kam es so rüber in
der Aufstellung - eiskalt und hat sich keineswegs schuldig gefühlt.
Die Opfer wurden stellvertretend aufgestellt (also natürlich nicht alle sondern ein paar Leute) und die sagten zu
dieser Frau ganz deutlich, dass sie nicht wollen, dass sie die Schuld auf sich nicht. ES wäre sogar eine Anmaßung.
Der Großvater ist der Täter und von ihm wollen sie wenn dann die Entschuldigung. Sie als Enkelin hat damit nichts
zu tun.
Die Frau war wie befreit hinterher und die Düsternis die sie vorher umgeben hatte, löste sich mit der zeit auf.
Also auch das zeigt, die Opfer wollen dass der Täter die Schuld anerkennt und auf sich nimmt und nicht jemand
der damit nichts zu tun hatte.

Gruß Renate

Majka Offline




Beiträge: 8.781

19.05.2010 23:59
#6 RE: Griechenland-Krise antworten

Zum Thema Griechenland und "frisierte" Rechnungen: Die Griechen erfüllten die Kriterien für Euro-Zone gar nicht, und doch war es der politische Wille, dass sie dabei sind. Schon damals wurden die Maastricht-Kriterien ausgehebelt. Jetzt bekommen die Politiker einfach nur die Rechnung...

Der Wandel, der vor sich geht (nicht nur beim Klima ), bringt alle Lügen einfach ans Tageslicht. Die Politik muss es mal lernen, die Lügen zu vergessen und mal Klares zu reden.
So war es doch auch mit den angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak, ein Krieg wurde angezettelt. Damals hat sich Deutschland - dank Schröder - gegen den Krieg entschieden - und es war gut so. Leider haben wir heute eine andere politische Führung, die alles schluckt, was USA servieren.

Die Banken lügen - und werden von Krisen eingeholt... Es ist offensichtlich: Klarheit und Wahrheit sind auf Vormarsch.

_______________

Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

20.05.2010 07:21
#7 RE: Griechenland-Krise antworten

Das mit Griechenland verstehe ich auch nicht, ich meine, sie haben sich in die EU mit gefälschten Kriterien gemogelt. Kann man sie da nicht wieder rauswerfen? Dann können sie ihre Suppe selbst auslöffeln. Wenn sich ein Land grob gegen die Menschenrechte verhalten würde, müsste man es ja auch aus der EU rauswerfen. Hat sogar die EU-Parlamentarierin ganz offen gesagt, dass die Griechen betrogen haben, als es um die EU-Kriterien ging.

Zur NS-Geschichte: Das mit der Familienaufstellung kann ich gut verstehen, Renate. Ist bei mir so ähnlich (wohl bei vielen), dass meine Großväter beide im Krieg waren. Bei mir ist auch eine gewisse Neigung da, mich zu "opfern". Obwohl meine Opas mit dem Krieg ganz und gar nicht glücklich waren (also nicht so kalt und ohne Mitgefühl), sondern halt kämpfen mussten, um selbst zu überleben. Wenn ich an die Opfer mit Liebe und Respekt denke und sage "Euch zu Ehren mache ich etwas Gutes aus meinem Leben", dann ist es wieder weg.

Renate Offline




Beiträge: 928

20.05.2010 13:05
#8 RE: Griechenland-Krise antworten

Hallo Lady Masque,

mein Vater und meine Onkel waren auch im Krieg. Sie waren die Jahrgänge. Ich finde immer manche tun
sich da heute leicht und sagen "Ihr hättet ja nicht hingehen müssen" doch das ist doch Unsinn. Ich
meine es war ein totalitärer Staat und wer hätte den Mut gehabt sich dagegen zu stemmen? Es sind
wenige, denen man Hochachtung zollen muss. Man soll sich selbst mal fragen, hätte ich protestiert?
Wäre ich in Oppositon gegangen, hätte ich Flugblätter verteilt? Ich nicht.... ich wäre zu feige gewesen.
Ich bin mir sicher, dass ich keinen denunziert hätte, das ist nicht meine Art, aber ich hätte auch
keinen versteckt, dazu wäre ich zu feige gewesen es sei denn es wäre ein guter Freund gewesen oder
mein Partner oder meine Eltern vielleicht, weil ich dann mit meinem Gewissen nicht klar gekommen wäre
wenn ich da nichts getan hätte. ABer ansonsten hätte ich mir das nicht getraut.
Wenn man in der heutigen Welt sieht, was manche leute schon für Macht und Geld alles tun, wie sie sich
verbiegen und andere opfern, da möchte ich die sehen ob die in so einer Diktatur was gegen den Staat
gemacht hätten. Man musste Angst haben selbst ins KZ zu kommen oder auch wenn man nicht in der Partei
war, hatte man Repressalien. Es gehört Mut dazu "nein" zu sagen, den muss man erst mal haben.

Ich weiß auch nicht ob ich "mittelalterlich" denke, aber ich halte die EU nicht für gut. Es wäre eine
gute Sache gewesen, wenn man das bei Ländern belassen hätte, die den gleichen Level haben, also starke
Währungen, eine gute Wirtschaft. Aber ich frage mich immer wieder, warum man Hungerleider-Staaten da
aufnehmen musste. Gut die Griechen haben gelogen, aber Länder wie Litauen, Lettland, Irland usw. die
bekannt dafür waren, dass sie arm sind, dann aufnehmen. Dass da nur drauf gezahlt wird ist doch klar.
Ich bin keiner der jetzt den Riesen-Einblick hat und vielleicht liege ich auch falsch, aber manchmal
habe ich das Gefühl unsere Politiker wollen unser Land kaputt machen, vielleicht nicht nur unsere
Politiker. Nur frage ich mich, deren Geld ist doch auch hier... oder ist es in der Schweiz oder in
Lichtenstein?
Mich empört es noch heute, dass wir nicht gefragt wurden ob wir den Euro wollen, andere Länder da konnten
die Leute abstimmen. ABer bei uns wußte man, wir wollen die DM behalten, also fragt man gar nicht.
Aber ich denke wir Deutschen sind auch so ein geduldiges Volk und lassen uns viel gefallen. Andere
würden schon längst demonstieren und deshalb kann man mit uns viel machen.

Ich meine immer was Geld betrifft, vielleicht ist noch eine Immobilie die man selbst nutzt die beste
Geldanlage. Wir haben eine eigene Wohnung zum Glück (spart man sich schon mal eine hohe Miete, denn
in der Münchner Gegend ist das ja total teuer in Miete zu wohnen) und es wäre zu überlegen ob man
sich nicht - wenn man das Geld hat - noch ein Appartement dazu kaufen sollte, einfach es selbst nutzen
ein paar Sachen auslagern, damit in der "normalen" Wohung mehr Platz ist. Man zahlt dann nicht viel Wohn-
geld, hat das Geld nicht auf dem Konto und vielleicht werden die Werte mal wieder besser mit den Jahren.
Denn vermieten würde ich auch nichts wollen, denn da habe ich schon genüged Negatives gehört, von nicht
zahlen, nicht rauskriegen der Mieter dann und Mietnomaden. Das muss man echt nicht haben.

Was die EU betrifft da wird auch nur gedroht wenn jemand die Anforderungen nicht erfüllt. Ich habe noch
nie gehört, dass letztlich wirklich Strafe gezahlt werden musste oder einer wieder raus geworfen wurde.
Sind doch nur leere Drohungen. Wie bei einem Kind. Wenn man immer sagt "wenn du das machst, aber dann passiert
das" und nie passiert was, halten sich die auch nicht an die Regeln.

Grüße Renate

Majka Offline




Beiträge: 8.781

21.05.2010 00:28
#9 RE: Griechenland-Krise antworten

Aus dem Mai-Newsletter von Robert T. Betz - zu Griechenland:

Liebe Freunde, meine Damen und Herren,
ich grüße Sie von der sonnigen Insel Lesbos, wo Mutter Erde sich in den üppigsten Farben zeigt, alles noch intensiver als bei uns. Der sonnengelbe Ginster, der seit Wochen blüht, der rosafarbene Oleander, der tiefrote Klatschmohn, der ganze Felder bedeckt und viel Schönes mehr.

Das Griechenland-Bild, das die deutschen Medien in den letzten Wochen gezeichnet haben, hat mit der Wirklichkeit in diesem Land wenig zu tun. Natürlich fragen sich die Menschen hier auch, wie es wirtschaftlich weitergehen soll und die meisten schieben die Schuld – wie bei uns – auf „die da oben“, die unverantwortlich mit dem Geld der Bürger und der EU umgegangen sind. Hier wurde, wie bei uns, lange Jahre – privat wie öffentlich - auf Pump gelebt und die Rechnung dafür wird von uns allen bezahlt werden müssen. Die Überschuldung aller westlichen Länder und der privaten Haushalte ist unser aller Problem und der griechische Staat ist nur der erste in einer zu erwartenden Kette von Staaten, der pleite ist. Übrigens hat keine Wirtschaft mehr von den Ausgaben der Griechen profitiert wie die deutsche und das Geld der EU und des IWF kommt nicht in erster Linie den Griechen zugute, sondern den deutschen Banken, die in unverantwortlicher Weise Kredite gaben, um damit viel Geld zu verdienen, obwohl sie wussten, dass Griechenland kein guter Gläubiger ist.

Millionen Deutsche haben in den letzten dreißig Jahren die Sonne Griechenlands und die im allgemeinen ruhigere, langsamere Mentalität der Griechen in ihren Urlauben genossen und werden auch weiterhin herkommen. Auch unsere Seminarurlaube hier auf der drittgrößten griechischen Insel, von denen die meisten seit langem ausgebucht sind, werden den Teilnehmern eine unvergessliche und segensreiche Zeit für Körper, Geist und Seele bieten. Zur Beunruhigung von Griechenland-Urlaubern, die viele Journalisten jetzt anheizen (weil das die Auflage ihrer Zeitung steigert), besteht kein Anlass.

....

Jetzt wünsche ich Ihnen, dass Sie besonnen und vertrauensvoll durch die kommenden Monate gehen. Diese Zeiten des Umbruchs und der Erneuerung fühlen sich natürlich für viele beunruhigend an. Aber diese Unruhe kann sehr produktiv sein und von jedem genutzt werden. Nicht nur in unserer Wirtschaft, sondern auch in uns selbst, in unserem Bewusstsein und unserer Art, durch unser Leben zu gehen, steht jetzt eine Neuordnung und Neu-Orientierung an, die uns hilft, den Blick auf das Wesentliche zu richten, auf den Frieden in uns, die Liebe zu uns selbst und allen Mitmenschen und auf ein liebevolles und freudiges Zusammenleben in Gemeinschaft.


Robert T. Betz (http://www.robert-betz.de)


**********


P.S. Noch eine Anmerkung von mir:
In einigen TV-Sendungen zum Thema Griechenland sagt man, dass vor allem französische Banken von der Krise profitieren würden. Die Frage ist, warum immer nach irgendeinem Sündenbock gesucht wird. Es scheint ein beliebtes Spiel zu sein, aber damit wird die Situation auch nicht besser. Die WIRKLICHEN Lösungen der Krise hat offensichtlich keiner.

_______________

Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

21.05.2010 09:03
#10 RE: Griechenland-Krise antworten

Majka, das stimmt, ich habe auch das Gefühl, dass sich allgemein mehr auf die Probleme als auf die Lösungen konzentriert wird.

Renate: Ich finde nicht, dass Du "mittlealterlich" denkst. Ich habe auch um die DM getrauert. Sobald wir den Euro hatten, ging es auch mit der Wirtschaft erst mal bergab. Wahrscheinlich ist das der Preis dafür, dass wir ein großer Staatenbund sind, ähnlich wie in Amerika mit den vielen verschiedenen Bundesstaaten. Da müssen die stärkeren die schwächeren mit auffangen. Gefragt worden, ob wir das aber auch wollen, sind wir natürlich nicht.

Ich wäre auch sehr froh, wenn Du mal auf meinen Hausbau Thread gucken könntest. Wenn ich mich richtig erinnere, arbeitest Du bei einer Bank? Bräuchte einen Rat.

 Sprung