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Dieses Thema hat 3 Antworten
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Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

30.09.2010 11:37
Die Körperscanner kommen antworten

Wie findet ihr das, gut oder schlecht?


Drei Sekunden Arme hoch - der Körperscanner ist da

Bundesinnenminister de Maizière weiht die ersten Geräte am Hamburger Flughafen ein - Teilnahme ist in der Testphase freiwillig
Von Florian Hanauer

Bundesinnenminister Thomas de Maizière macht es vor: Als einer der Ersten testet er am Montag einen der beiden neuen Ganzkörperscanner am Flughafen Fuhlsbüttel. Danach gibt er sich betont locker. Nein, ein Engegefühl habe er in der Kabine nicht gespürt, beteuert er. "Es war wie danach beim Zahnarzt: Der Doktor hat ja gar nicht gebohrt." Andere sind nicht ganz so glücklich mit der neuen technischen Errungenschaft, so Gewerkschaften und Datenschützer. Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob die Scanner sich bewähren.

Die Fluggäste haben in der Startphase die Wahl: Sie können an der zentralen Sicherheitskontrolle von sofort an die neuen Ganzkörperscanner benutzen oder weiter durch die klassische Überprüfung gehen. Die 150 000 Euro teuren Geräte, die an große Duschkabinen erinnern, werden ein halbes Jahr lang mit einer Sondergenehmigung der EU erprobt. Sie sollen am Körper verborgene Waffen oder Sprengstoffe aufspüren.

De Maizière zieht seine Jacke aus und betritt den Körperscanner unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen. Drei Sekunden hält er die Arme hoch. Findet der Scanner nichts, erscheint auf einem Monitor an der Kabine ein "OK" auf grünem Hintergrund. Bei de Maizière lassen ein Handy und die Armbanduhr eine Markierung an dem Strichmännchen auf dem Monitor aufleuchten. Er zeigt, wo Nachkontrollen nötig sind. Als der Minister den Scanner ein zweites Mal durchläuft, gibt es einen Fehlalarm. Den dritten Durchlauf verlässt der Minister dann ohne "rote Karte", der Weg ist jetzt frei für ihn.

In mehreren Ländern Europas werden jetzt die Geräte getestet, darunter auch in den Niederlanden und in Großbritannien. In der Hansestadt freut sich die Wirtschaftsbehörde, die für den Flughafen zuständig ist, über den Einsatz der Geräte. "Es ist ein deutlichen Zeichen dafür, dass man am Standort Hamburg neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen ist", findet Wirtschafts-Staatsrat Peter Wenzel. Er ist überzeugt, dass die Scanner in einigen Jahren Standard an internationalen Flughäfen sein werden. Hamburg sei als Teststandort ausgewählt worden, weil es hier eine zentrale Kontrollstelle gebe und eine sogenannte "automatische Prozessdatenerfassung". Aber auch, dass die Scanner in Lübeck entwickelt wurden, mag eine Rolle gespielt haben.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt unterdessen, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen. Es sei bislang nicht sicher, dass auch sie getäuscht und manipuliert werden könnte. "Auch das Umfeld des Passagierverkehrs an Flughäfen muss intensiv von geschulten polizeilichen Kräften im Auge behalten werden", sagt Josef Scheuring, der in der GdP für die Bundespolizei zuständig ist. Denn wenn die Sicherheitsbehörden technisch aufrüsten, tun dies auch die Kriminellen und Terroristen. Wenn es einen Vorsprung durch die Körperscanner gebe, könnte der bald wieder aufgeholt sein.
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Drei Voraussetzungen müssen die neuen Scanner laut de Maizière erfüllen: Sie dürfen erstens die Gesundheit nicht gefährden. Dieser Punkt gilt als erfüllt, weil die Geräte elektromagnetische Strahlen und keine Röntgenstrahlen benutzen. Punkt zwei: Sie dürfen die Intimsphäre nicht verletzten - also keine "Nacktbilder" liefern. De Maizière sieht auch diese Voraussetzung erfüllt, da Personen nur schematisch zu sehen sind. Der oberste deutsche Datenschützer, Peter Schaar, erinnert aber daran, dass Passagiere sich Nachkontrollen unterziehen müssen, wenn das Gerät etwa wegen Windeln oder künstlichen Darmausgängen anschlägt. Dritter Punkt: Die Geräte müssen leistungsfähig sein. Dies ist die spannende Frage beim Testlauf. Auch unter Sicherheitsexperten gilt es als umstritten, ob die neuen Scanner dauerhaft eingeführt werden.

Die ersten Passagiere, die die neuen Geräte freiwillig nutzen, bleiben gelassen. Karsten Bayer (44) aus Pinneberg meint: "Wenn es der Sicherheit dient, ist es okay." Leif Jansenn (22) erklärt nach seinem Scan: "Man sieht auf dem Bild fast gar nichts. Ich dachte, da wird mehr abgebildet." Erich Petzold (54) und seine Lebensgefährtin Anneli Wittke (57) meinen: "Uns ist das egal, man merkt überhaupt nichts."

De Maizière ist überzeugt, dass die Verwendung von Körperscannern "ein echter Gewinn für die Sicherheit im zivilen Luftverkehr ist". Ergebe der Test in Hamburg allerdings, dass die Geräte noch nicht ausgereift seien, würden sie nicht eingeführt. dpa/flo

http://www.welt.de/die-welt/regionales/h...ner-ist-da.html

Majka Offline




Beiträge: 8.781

02.10.2010 08:04
#2 RE: Die Körperscanner kommen antworten

Ein weiterer Schritt in die Richtung Überwachungsgesellschaft. "Orwell lässt grüßen," sag ich immer wieder gerne. Es ist schon erschreckend, wie sehr sich die Methoden der absoluten Kontrolle in den Köpfen der Politiker breit machen.
Interessant ist auch die Tatsache, dass keiner der Widersprecher in dem Zeitungsartikel zitiert wird. Warum wurden die Leute nicht befragt, die sich nicht scannen lassen wollen?
Der Artikel erweckt nämlich den Eindruck, das Scannen ist doch eigentlich in Ordnung, denn die Terroristen sind ja überall...

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Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

02.10.2010 09:50
#3 RE: Die Körperscanner kommen antworten

Seh ich auch so, ist schon erschreckend, wie gläsern wir werden. Eigentlich sollte es mir ja nichts tun, da ich nicht mit Bomben in den Flieger steige. Aber ein ungutes Gefühl bleibt dennoch.

Majka Offline




Beiträge: 8.781

03.10.2010 12:18
#4 RE: Die Körperscanner kommen antworten

Das ungute Gefühl mag eben daraus resultieren, dass die meisten Menschen (99,99 %) eben OHNE Bomben ins Flugzeug einsteigen und doch wird ein enormer Aufwand betrieben, um die Nadel im Heuhaufen zu finden.
Man müsste sich wirklich fragen, was das alles soll - ob die so gewonnenen Daten wirklich nur unserer Sicherheit dienen?

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Liebe Grüße
Majka

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