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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Wohnstube
Majka Offline




Beiträge: 8.900

16.11.2010 23:04
Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Als umgeschulte Linkshänderin (die ausßer Schreiben alles andere mit Links schafft ), war ich sehr erfreut zu lesen, dass es offensichtlich immer mehr Linkshänder gibt, ja, sogar dass es angeblich die "göttliche Vorgabe" sein könnte.

Zu dem Thema ist ein Artikel im P.M. Magazin erschienen.
Viel Spaß beim Lesen!

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.900

16.11.2010 23:09
#2 RE: Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Tickt Gott links?

500.000 Jahre lang bevorzugten Menschen die rechte Seite – die linke wurde diskriminiert. Die Natur kennt diesen Unterschied allerdings nicht. Jetzt kommen die Linkshänder!


Haben Sie auch das Herz am linken Fleck sitzen? Dann ist es ja gut so, dort gehört es hin, denn auch das Herz von Mutter Natur schlägt linksseitig, wenn man so will. Dieser Schluss ergibt sich aus den Forschungen von Ronald Breslow an der Columbia Universität in New York. Er untersucht in seinem Labor die Rückstände von Meteoriten, die auf unserem Planeten eingeschlagen sind. Darin will er Aminosäuren entdeckt haben, aus denen das Leben und auch wir entstanden sind. Als er diese chemischen Bausteine genauer unter die Lupe nahm, fand Breslow heraus, dass es letztlich die linksdrehenden Aminosäuren waren, denen wir unsere Existenz verdanken. Ist Gott etwa ein "Linker"?

Zum Beantworten dieser Frage müssen wir zunächst einmal die Molekülstruktur studieren. Die Atomverbindungen können in zwei Varianten entstehen: dem linksdrehenden Original und seinem rechtsdrehenden Spiegelbild. Diese beiden Formen müssen sich nicht unbedingt unterscheiden, was ihre Eigenschaften angeht, manchmal jedoch verhält sich die eine anders als das Gegenüber. Die Aminosäuren im menschlichen Körper sind bis heute alle linksdrehend. Darauf sind auch sämtliche Stoffwechselvorgänge ausgerichtet. Alle Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, ob Fleisch, Milch, Honig oder Salz, sie sind alle auf unsere "linken" Aminosäuren abgestimmt.

Auch in der Medizin finden sich die links- sowie auch rechtsdrehenden Moleküle wieder. Sie sind ausschlaggebend für wirkungsvolle Therapien. Nur die eine Form ruft die erwünschte Wirkung hervor. Ihr Spiegelbild hingegen wirkt entweder gar nicht oder kann sogar einen toxischen Effekt auf den Körper haben. Das "L" auf einer Medikamentenpackung deutet darauf hin, dass der Wirkstoff die „linken Moleküle“ enthält.

Die Kenntnis über diese Zusammenhänge ist relativ neu. Noch vor gut 50 Jahren führte die Unwissenheit darüber zu einer Katastrophe. Damals wurde schwangeren Frauen ein Medikament verkauft, das gegen die morgendliche Übelkeit half: Contergan. Dessen Wirkstoff bestand aus Thalidomid-Molekülen – und zwar aus beiden: Links- und Rechtsdrehern. Das war ein fataler Fehler. Das Spiegelbild des Thalidomid rief Missbildungen von Tausenden Föten hervor. Sie kamen mit Stummelarmen zur Welt.

Die Natur hat, wie wir gesehen haben, eine Vorliebe für die linke Seite. Dennoch zieht der Mensch die rechte vor. Irgendwann hat er sich anscheinend gegen links entschieden und die andere Seite zur besseren erhoben. Das war vor langer Zeit. Anhand von Zahnanalysen wollen spanische Wissenschaftler erkannt haben, dass schon der Vorfahre des Homo Sapiens, der Homo Heidelbergensis, vorwiegend seine rechte Hand einsetzte. Dieser Urmensch lebte vor 500.000 Jahren auf der iberischen Halbinsel. Forscher der Universität in Tarragona untersuchten über 160 Zähne und stellten asymmetrische Abnutzungsspuren fest. Daraus lässt sich schließen, dass die meisten von ihnen Rechtshänder waren.

Seither dominiert die Rechtshändigkeit. Das geht auch aus der Urschrift unserer Kultur, dem Alten Testament hervor. Die Linkshänder waren in der Zeit vor etwa viertausend Jahren, auf die das Buch der Richter zurückgeht, eine kleine Minderheit. "Und wurden des Tages gezählet die Kinder Benjamin aus den Städten sechsundzwanzigtausend Mann, die das Schwert auszogen", heißt es in der Bibel. "Und unter all diesem Volk waren siebenhundert Mann auserlesen, die link waren und konnten mit der Schleuder ein Haar treffen, dass sie nicht fehleten."

Trotz solcher Talente: Das Rechtshänderprinzip zog sich weiter durch die Kulturgeschichte hindurch. Auch die alten Ägypter setzen vorwiegend ihre Rechte ein. Für die Linke blieb nur der Reinigungsakt nach Verrichten der Notdurft übrig, weshalb sie seitdem bei vielen Völkern, besonders im asiatischen Raum, als unrein gilt.

"Rechts" war historisch auf der Siegerstraße, und auf der fuhr es durch die Antike bis in die Neuzeit. Aus dem "Recht haben" wurde "recht sein", später "das ist mir Recht". Unsere Sprache, deren ethymologische Verwurzelung sowie Entwicklung spricht Bände. "Dexter" ist das lateinische Wort für „rechts“, kann aber „Geschicklichkeit“ bedeuten, während das römische Wort "sinistrum" nicht nur „links“, sondern auch „bedrohlich“ heißt. Diese Art von Bewertung kennen wir auch im heutigen Deutsch: Denn link ist jemand, der hinterhältig ist.

Die christliche Religion, in der Römerzeit geboren, übernahm deren Rechtslastigkeit. In der Katholischen Kirche wurde die rechte Seite immer den Männern reserviert. Die linke, schlechte Seite, galt den Frauen. Das Prinzip lässt sich noch heute an der Anordnung der Knöpfe an Hemden und Mänteln ablesen. Damen knöpfen linksseitig, Herren umgekehrt.

Rassistische Regime wie das Dritte Reich machten sich die archaische Trennung von links und rechts zueigen, um das Gesunde und Wehrhafte vom Schlechten und erblich belasteten Schmarotzertum zu trennen. Reichsführer SS Heinrich Himmler ließ Linkshänder als krankes Gesindel verunglimpfen. Ob ihnen Euthanasie oder andere Formen der "Sonderbehandlung" blühte, ist bis heute nicht erforscht. Tatsache ist, dass Linkshänder in Deutschland bis weit in die 1960-er Jahre einen schweren Stand hatten. Wer mit der „linken Patschehand“ zum Schreib- und Malwerkzeug griff, bekam oft den Rohrstock des Lehrers auf seinen Fingern zu spüren. Menschen mit angeborener Linkshändigkeit wurden gnadenlos umgeschult.

Dabei haben sie doch große Stärken, wie das biblische Beispiel bereits andeutete. Im Sport gelten "Lefties" als ausgesprochen gefährlich, etwa beim Boxen. Im Basketball und Handball sind sie oft die besten Spieler auf dem Feld, die ihre Gegner meisterhaft austricksen. Wurfwinkel und Bewegungsart sind völlig anders als bei Rechtshändern. Sie haben einfach einen anderen "Dreh", nicht nur bei den körperlichen Abläufen, sondern auch im Gehirn: Geniale Künstler und Erfinder wie Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig van Beethoven und Isaac Newton, sie alle waren Linkshänder. Genauso Napoleon Bonaparte, Bill Gates und Mahatma Gandhi.

Es gibt andere Gründe, warum Rechtshänder oft neidisch auf die "Linksdreher" sind. Die Anstandsregeln und guten Tischmanieren verlangen, dass die Gabel in die linke Hand gehört, was eingefleischte Rechtshänder oft schier zur Verzweiflung treibt. Besonders an festlichen Tafeln fallen sie durch eckige, grobschlächtige Armbewegungen und Herumkleckern auf. Dieses Hindernis umgehen die als Pragmatiker bekannten US-Amerikaner dadurch, dass sie vor Beginn des Essens das Fleisch zerschneiden und dann entspannt und messerlos mit der Gabel in der rechten Hand essen.

Im Alltag gibt es viele weitere Beispiele, in denen die Linkshändigkeit der Natur über die vom Menschen zum Gesetz erhobenen Rechtshändigkeit siegt. So verlaufen die meisten Treppen auf dieser Welt nach links, zum Vorteil der Linkshänder, die meistens auch Linksfüßer sind, also bedeutend sicherer mit der Linken auftreten und im Fußball damit auch schießen. Vor allem bei engen Wendeltreppen ist dieses Treppenbauprinzip ein großer Vorteil für Linkshänder, denn auf der linken Seite sind die Stufen breiter.

Linkshänder gelten als träumerisch und phantasievoll, kreativ und unordentlich, während die Rechtshänder eher die Rationalen sein sollen, mit dem Blick fürs Detail und die Analyse. Das wiederum hat mit unserem Gehirn zu tun. Dessen rechter Teil, zuständig für das Kreative, steuert die linke Körperseite – die linke Gehirnhemisphäre, zuständig für die Ordnung, den rechten Teil des Körpers. Linkshänder sind aus diesem Grund oft nicht nur linksfüßig, sondern auch linksäugig und linksohrig. Die linke Körperhälfte funktioniert bei ihnen einfach besser.

Die Menschennatur kennt auch Zwischenformen. Viele Frauen und Männer sind "beidhändig". Meistens bedeutet das, dass sie zwar lieber mit der rechen Hand schreiben, mit der anderen Hand aber lieber schneiden oder auch den Ball werfen.

Wer in anderen Kulturen unterwegs gewesen ist, weiß das: Dort gibt es viel mehr Linkshänder als in Deutschland, weil man dieses Verhalten dort schon länger toleriert und sie in den Schulen nicht "umgepolt" wurden, anders als in Deutschland. Grundsätzlich gibt es also viel mehr von dieser Menschenspezies als lange angenommen. Neuerdings gehen Experten davon, dass das Verhältnis von Rechts- und Linkshändern bei 50 zu 50 liegt.

Das sagt Hanns von Rolbeck, Arzt für integrale Medizin. In über 40 Jahren studierte er in Europa und in den USA 25.000 Menschen. Das Ergebnis: ein Gleichgewicht aus Rechts- und Linkshändern. Was sich bei seinen Untersuchungen auch herausstellte: Manche ehemalige Linkshänder glauben Jahrzehnte nach der Umstellung geborene Rechtshänder zu sein. Viele wissen gar nicht mehr, was sie sind, was statistische Erhebungen höchst unzuverlässig macht.

Ein Trend zeichnet sich ab: Die Linkshänder streifen den Makel der Vergangenheit ab. 500.000 Jahre lang empfand sich der Mensch rechtslastig, jetzt gewinnt die Gegenseite Oberwasser. Von dieser Emanzipation will der Handel profitieren. Dosenöffner, Scheren, Messer, Tassen, Schreibblöcke: Linkshänder finden immer mehr speziell auf sie zugeschnittene Waren.

Therapeuten bieten seit neuestem sogar an, umerzogene Linkshänder von Rechts auf Links zurückzuschulen. Viele nehmen dieses Angebot wahr und berichten danach, dass ihnen eine Blockade genommen wurde, sie sich viel besser fühlen, sogar glücklicher sind. Frühkindliche Förderprogramme sollen Kindern schon vor der Schulzeit helfen, mit der linken Hand sauber und deutlich zu schreiben.

Mittlerweile schämt sich niemand mehr, Linkshänder zu sein, im Gegenteil: richtig stolz sind sie auf sich, weil sie auch besser mit ihren Emotionen umgehen können als der logisch-rationale Rechtshänder. Es gibt zusätzlich Hinweise darauf, dass unter Hochbegabten mehr Links- als Rechtshänder zu finden sind.

Eine Umorientierung findet statt, der die Dominanz der rechten Seite aufweicht. Es kann also genauso schlimm sein, mit dem rechten Bein aufzustehen oder zwei rechte Hände zu haben. Genauso ist es möglich, dass der Engel auf der linken Schulter sitzt. Wichtig ist nur, dass man ihn dann nicht mit dem Teufel verwechselt.


Autorin: Mirja Helms, Studentin der Fachjournalistik an der Hochschule Bremen und in den Genen gefärbte Linkshänderin

Quelle: www.pm-magazin.de

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Liebe Grüße
Majka

Kori ( gelöscht )
Beiträge:

17.11.2010 06:58
#3 RE: Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Wow, wär ja mal cool wenn Gott ein Linkshänder wäre^^

Mir drängt sich jetzt so eine kleine Frage auf: Wenn man früher die Linkshänder gezwungen hat mit Rechts zu schreiben, was ist das dann für ein Unsinn mit dem Sprichwort "Linkspfote haut den Teufel tot"? Dann wäre ja die linke Hand doch die bessere, oder? Und es müsste heißen das man die linke Hand von Gott ist, denn die andere wäre ja böse weil man die rechte Hand vom Teufel ist, oder?

Fazit: Die Menschheit hat gehörig einen an der Waffel!

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

17.11.2010 08:51
#4 RE: Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Kori: Lol!

Mein Mann ist auch Linkshänder. Ich bin mal gespannt, welches von unseren Kindern mit Links schreiben wird. War jedenfalls ein interessanter Artikel!

Majka Offline




Beiträge: 8.900

17.11.2010 20:15
#5 RE: Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Zitat
Linkshänder gelten als träumerisch und phantasievoll, kreativ und unordentlich, während die Rechtshänder eher die Rationalen sein sollen, mit dem Blick fürs Detail und die Analyse.



Ob kreativ, das wage ich nicht zu behaupten, aber unordentlich auf jeden Fall - eigene Erfahrung.

@Kori: Die Umschulung auf rechte Hand betraf nicht nur Schreiben, sondern auch das Besteck halten usw. Es hat sich jahrelang ausgewirkt - fast bis zur Pubertät hatte ich damit zu kämpfen (u.a. hatte ich Probleme beim Sprechen, vielleicht bin ich bis heute so geschwätzig und springe von einem Thema zum anderen, ohne die Sätze zu Ende zu bringen. ). Aber irgendwann hab ich mich mehr auf die Vorteile konzentriert: bis heute kann ich mit der linken Hand in Spiegelschrift schreiben (witzigerweise ist die Handschrift ähnlich wie bei der rechten Hand - das waren super Eselsbrücken!!!) und kann auch ziemlich mühelos Texte lesen, die verkehrt liegen. In der Schule hab ich z.B. beim Malunterricht auch beide Hände benutzt. Das hat Spaß gemacht und meine Mitschüler zur Nachahmung angeregt.
Aber in meiner Schulzeit gab es schon erste Ansätze, die Kinder nicht mehr umzuschulen. Heute ist es Gang und Gäbe, damals eher eine Ausnahme.

@Lady: Ich habe mein Linkshändertum von meiner Mutter geerbt, bis auf eine Schwester, die leichte Neigung zu Links hat, sind alle anderen Geschwister Rechtshänder. Bei meinem Sohn habe ich auch gewartet, welche Hand die bestimmende sein wird - es war die rechte.

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.900

15.03.2011 21:09
#6 RE: Linkshänder - auf dem Vormarsch? antworten

Körperwahrnehmung beeinflusst Konzept von "Gut" und "Böse"

Nijmegen/ Niederlande - In einem Experiment mit erstaunlichem Ausgang haben Forscher des "Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik" aus Linkshändern kurzzeitig Rechtshänder gemacht und stellten dann fest, dass sich moralischen Zuordnungen bei den Testpersonen verändert hatten.

Rechtshänder verknüpfen unbewusst positive Eigenschaften mit der rechten Raumseite und negative mit der linken Raumseite. Auch in der Sprache sind positive Vorstellungen oft mit der rechten räumlichen Seite und negative Vorstellungen mit der linken Seite verknüpft. Beispiele, so erläutern die Forscher in einer Pressemitteilung, sind in der englischen Sprache der gemeinsame Begriff "right" für rechts und richtig oder im Deutschen die Redewendung "jemanden links liegen lassen". Kurz: Rechtshänder ist rechts gut, aber für Linkshänder ist links gut.

Diese Assoziation, so berichten die Forscher um Dr. Daniel Casasanto vom "Max-Planck-Institut für Psycholinguistik" im niederländischen Nijmegen und Evangelia Chrysikou von der University of Pennsylvania", lasse sich allerdings leicht verändern.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung des "Max-Planck-Institut für Psycholinguistik" in Nijmegen, mpi.nl

In Experimenten des Psychologen Daniel Casasanto, bei denen die Teilnehmer danach gefragt wurden, welches von zwei Produkten sie kaufen würden, welchem von zwei Stellenbewerbern sie den Vorzug geben würden oder welche von zwei fremdartigen Alien-Kreaturen intelligenter aussieht, tendierten Rechtshänder dazu, das Produkt, die Person oder die Kreatur auf der rechten Seite zu wählen, während sich die meisten Linkshänder für das Angebot auf der linken Seite entschieden.
Seitenwahl.

Warum denken Rechts- und Linkshänder unterschiedlich? Casasanto schlug die Erklärung vor, dass die Konzepte der Menschen über Gut und Schlecht zum Teil davon abhängen, wie sie ihre Hände benutzen. "Menschen können mit ihrer dominierenden Hand flüssiger agieren und assoziieren dann positive Dinge unbewusst mit ihrer fließenden Körperseite."

Um diese Theorie zu überprüfen, haben Casasanto und Kollegen untersucht, wie natürliche Rechtshänder über gut und schlecht denken, wenn ihre rechte Hand beeinträchtigt ist - etwa in Folge einer Hirnverletzung oder durch eine weniger extreme Form der Einschränkung: das Tragen eines Skihandschuhs. Schlaganfall-Patienten absolvierten eine Aufgabe, bei der implizite Assoziationen zwischen Raumseite und Gut/Böse-Bewertung bei gesunden Patienten deutlich wurde. Patienten, die unter einem Funktionsverlust der linken Hand litten, zeigten das übliche "Rechts ist Gut“-Muster. Dagegen assoziierten Patienten, die aufgrund einer Schädigung der linken Hemisphäre einen Funktionsverlust der rechten Hand erlitten hatten, positive Eigenschaften mit der linken Seite - wie natürliche Linkshänder.

Dasselbe Muster bestätigte sich bei gesunden Hochschulstudenten, die eine motorische Flüssigkeitsübung mit einem klobigen Handschuh an der linken Hand (der ihre Rechtsseitigkeit betonten sollte) oder an ihrer rechten Hand, der sie vorübergehend zu Linkshändern machen sollte, durchführten. Nach rund zwölf Minuten dieser einseitigen motorischen Erfahrung wurde bei den Urteilen der rechtsbehandschuhten Teilnehmer in einer nicht auf das Thema bezogenen Aufgabe eine "Links ist gut“-Tendenz wie bei natürlichen Linkshändern festgestellt.

"Die Menschen sind im Allgemeinen der Ansicht, ihre Urteile seien rational und ihre Konzepte stabil", so Casasanto. "Aber schon nach wenigen Minuten mit einem Handschuh an der Hand kann die übliche Vorstellung eines Menschen darüber, was gut und was schlecht ist, auf den Kopf gestellt werden. Vielleicht ist der Verstand wesentlich formbarer, als wir dachten."

Quelle: www.grenzwissenschaft-aktuell.de

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Liebe Grüße
Majka

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