Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Übersicht | Suche | Anmelden | Login | Online ? | Mitglieder | Chat | FAQ


 

 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 684 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Meditation
Majka Offline




Beiträge: 9.098

24.01.2011 23:01
Meditationen und ihre Auswirkung Antworten

Achtsamkeitsmeditation verändert Hirnstruktur innerhalb von acht Wochen

Boston/ USA - Schon die Teilnahme an einem achtwöchigen Übungsprogramm in sogenannter Achtsamkeitsmeditation ruft messbare Veränderungen in Hirnregionen hervor, die beispielsweise für Erinnerung, Selbstwahrnehmung, Empathie und Stress verantwortlich sind. Zu diesem Ereignis kommt eine Studie von deutscher und US-amerikanischer Neurologen.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Britta Hölzel vom "Bender Institute of Neuroimaging" an der "Justus-Liebig Universität Gießen" und Dr. Sara Lazar vom "Psychiatric Neuroimaging Research Program" am "Massachusetts General Hospital" in der kommenden Ausgabe des Fachmagazins "Psychiatry Research: Neuroimaging" berichten, ging es in der Studie darum, die Behauptungen von erfahrenen Meditierenden zu überprüfen, die berichteten, dass Meditation nicht nur zu einem Gefühl des Friedens und physischer Entspannung verhilft, sondern auch kognitive und psychologische Verbesserungen mit sich bringen kann, von welchen man auch im alltäglichen Leben profitieren könne.

"Unsere Studie zeigt, dass Veränderungen in der Hirnstruktur möglicherweise tatsächlich auf die Meditation zurückzuführen sind und sich die Meditierenden nicht einfach nur besser fühlen, weil sie durch die Meditation entspannt haben", so Lazar.

Schon in früheren Studien konnte Lazars Forschungsgruppe Strukturunterschiede zwischen den Gehirnen erfahrener Meditierer und Personen ohne entsprechende Erfahrungen nachweisen. Bislang war es anhand dieser Studien jedoch noch nicht möglich gewesen, nachzuweisen, dass die Veränderungen tatsächlich durch die Meditation hervorgerufen worden waren.

In der aktuellen Studie wurden die Hirnstrukturen von 16 Probanden mittels Magnetresonanztomographie (MR, MRT) zwei Wochen vor Beginn des achtwöchigen intensiven Achtsamkeitsmeditations-Programms "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR) am "University of Massachusetts Center for Mindfulness" dokumentiert.

Zusätzlich zu den wöchentlichen Meditationssitzungen, bei welchen die urteilsfreie Wahrnehmung von Empfindungen, Gefühlen und der Gemütsverfassung angestrebt wurde, bekamen die Mitglieder der Meditationsgruppe Audioanweisungen für die persönliche Meditation zuhause und sollten hinzu aufzeichnen, wie lange sie täglich meditierten.

Im Gegensatz zu den Mitgliedern der nichtmeditierenden Kontrollgruppe, berichteten die Teilnehmer der Meditationsgruppe von deutlichen Verbesserungen, dass sie täglich durchschnittlich 27 Minuten meditiert hatten.

Auch die Auswertung der MR-Aufnahmen bestätigten eine gesteigerte Dichte der sog. grauen Hirnsubstanz in jenen Hirnarealen, wie sie für jene in der Meditation trainierten Aufgaben zuständig sind; so etwa im Hippocampus, der eine wichtige Rolle beim Lernen und Erinnern spielt, aber auch in Strukturen, die mit Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Selbstprüfung assoziiert werden.

Die von den Meditationsteilnehmern beschriebene Reduktion von Stress, spiegelte sich mit einer zurückgegangenen Dichte der grauen Hirnsubstanz in der Amygdala wider, die eine wichtige Funktion in der Entstehung von Ängsten und Stress spielt.

Während in den früheren Studien auch eine entsprechende Substanzveränderung in der sog. Insula festgestellt werden konnte, jener Region also, die mit Selbstwahrnehmungsprozessen assoziiert wird, fanden sich für eine Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz in diesem Areal während der aktuellen Studie keine Anzeichen. Die Forscher vermuten jedoch, dass deren Zunahme möglicherweise längere Zeit beanspruchen könnte.

Bei keinem Mitglied der Kontrollgruppe konnten die obig beschriebenen Veränderungen auch nur ansatzweise nachgewiesen werden, was schlussendlich auch belegt, dass es sich bei den Veränderungen der Meditierenden nicht um gewöhnliche Prozesse während der verstrichenen Zeitperiode gehandelt hatte.

"Es ist faszinierend zu sehen, dass unser Hirn eine derartige Plastizität aufweist und dass praktizierte Meditation eine aktive Rolle in diesen Veränderungen spielen kann, wie sie auch einen Beitrag zu alltäglichem Wohlbefinden und Verbesserung der Lebensqualität leisten kann", kommentiert Hölzel. "Andere Studien mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben gezeigt, dass Meditation zu bedeutenden Verbesserungen einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Jetzt untersuchen wir die zugrunde liegenden Mechanismen im Hirn, wie sie diese Veränderungen ermöglichen."

Auch Dr. Amishi Jha, eine nicht an der Studie beteiligte Neurologin an der "University of Miami" zeigt sich von dem Ergebnis fasziniert. "Meditation kann nicht nur innerhalb von acht Wochen Stress reduzieren, sondern geht auch noch mit strukturellen Veränderungen im Hirn einher. Das öffnet viele neue Möglichkeiten für weitere Erforschungen des Potentials der Tiefenmeditation, etwa als Schutz gegen stressbedingte Störungen, wie etwa dem posttraumatischen Stresssyndrom."

Weitere Infos über Wirkungen meditativer Übungen bei: www.grenzwissenschaft-aktuell.de

_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 9.098

10.01.2012 18:27
#2 RE: Meditationen und ihre Auswirkung Antworten

Studie belegt: Meditation verdichtet graue Hirnsubstanz

Cambridge/ USA - Wissenschaftler der Universitäten Harvard, Yale und Massachusetts haben erstmals nachgewiesen, dass Meditation die physische Struktur unseres Gehirns verändern kann. In ihrer Studie zeigen die Forscher eine Zunahme der Dichte von Teilen des Gehirns der Meditierenden, die für Aufmerksamkeit und der Verarbeitung von Sinneseindrücken verantwortlich sind.

Wie die Forscher berichten, ist die Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz in einer der Hirnregionen bei älteren Menschen deutlicher als bei jungen. Diese Erkenntnis ist für die Wissenschaftler von besonderem Interesse, da es sich bei diesen Regionen um Teile den menschlichen Kortex handelt, die mit zunehmendem Alter eigentlich dünner werden.

"Unsere Daten belegen, dass Meditation die kortikale Plastizität in Hirnregionen fördert, die wichtig für die kognitive und emotionale Verarbeitung von Eindrücken als auch für Wohlbefinden sind" erläutert die Leiterin der Studie, die Psychologin Sara Lazar von der Harvard Medical School.

Damit stimmen die Ergebnisse mit jenen früherer Studien überein, die eine Zunahme der Dichte der grauen Substanz der für Musik verantwortlichen Hirnareale bei Musikern oder in den visuellen und motorischen Hirnregionen bei Jongleuren nachweisen konnten. "Mit anderen Worten: Die Struktur des menschlichen erwachsenen Gehirns kann sich als Reaktion auf wiederholtes Üben (auch noch im Alter) verändern."

Für ihre Studie verglichen die Forscher Hirnscans von 20 mit Meditation erfahrenen Personen mit denen von 15 nicht meditierenden Personen. Während der Scans selbst meditierten die Meditierer, während die in dieser Praxis unerfahrenen Personen sich einfach nur versuchten, sich auf ihre ganz eigene Art und Weise zu entspannen. Die Meditierenden praktizierten hierbei die buddhistische Meditationspraxis der sogenannten Einsichtsmeditation (Vipassana), bei der sich der Meditierende ganz auf sein Inneres, auf Geräusche und/oder Körpereindrücke konzentriert, und die weder das bekannte "Om"-Singen oder die Rezitation anderer Mantras oder Gesänge beinhaltet.

Wie die Forscher in der "Harvard Gazette" berichten, war hierbei das Ziel, sich auf die Körpereindrücke selbst und weniger auf Gedanken über diese zu konzentrieren. "Hört man beispielsweise plötzlich ein Geräusch, so hören die Meditierenden diesem Geräusch zu, anstatt darüber nachzudenken", erläutert Lazar und fährt fort: "Wenn ihr Bein einschläft, so nehmen sie nur den physikalischen Eindruck war. Wenn es nichts gibt, so konzentriert man sich lediglich auf den eigenen Atem. Erfahrene Meditierende sind hierbei in der Lage, nicht mehr an komplexe Dinge zu denken."

Die Scans selbst dauerten jeweils rund 40 Minuten pro Tag. Einige der untersuchten Meditierenden hatten erst ein Jahr Erfahrung mit der Meditationspraxis, andere praktizierten diese bereits seit Jahrzehnten. Die stärksten Veränderungen zeigten sich bei jenen Meditierenden, die sich am tiefsten ihrer Meditation hingeben konnten - ein Zustand, den die Forscher durch eine reduzierte Atemfrequenz feststellten.

"Diese Beobachtung belegt sehr deutlich, dass die Unterschiede in der Hirnstruktur durch die Meditation hervorgerufen wurden und nicht die Hirndichte der entsprechenden Areale zur vertieften Meditation führten", so Lazar.

Einsichtsmeditation, so die Studienleiterin weiter, "kann jederzeit und überall praktiziert werden. Menschen die diese Technik schnell anwenden, bemerken oft, dass das, was in ihren Köpfen vor sich geht, hauptsächlich mit zufälligen Gedanken mit nur wenig Substanz einhergeht. (...) Das Ziel der Meditation ist es nicht, den Kopf zu leeren, sondern sich nicht von zufälligen Gedanken fesseln zu lassen."

"Wer beispielsweise einen wichtigen Abgabetermin vor Augen hat, tendiert oft dazu, sich darüber sorgen zu machen, was wohl passiert, wenn er oder sie den Termin nicht einhalten kann - selbst dann, wenn ihr Produkt schon gut genug ist, um den gestellten Anforderungen zu genügen. Diese Sorge um das 'was passiert wenn- kann uns ganz verrückt machen. Wenn man sich aber stattdessen auf den aktuellen Moment konzentriert - darauf, was noch getan werden muss und was gerade jetzt passiert, dann vergeht dieses Gefühl von Stress. Gefühle werden weniger hinderlich und stattdessen deutlich motivierender."

Die Zunahme der Dichte der grauen Substanz in den entsprechenden Hirnarealen entspricht zwar nur gerade einmal 2 bis 4 Tausendstel eines Zentimeters, doch stehe diese Zunahme in einem direkten proportionalen Verhältnis zu jener Zeit, die die entsprechende Person während ihres Lebens bereist meditiert hat. "Diese Erkenntnis legt wiederum nahe, dass der Unterschied in der Dichte durch extensive Praxis zustande kommt und nicht einfach nur durch Unterschiede zwischen den untersuchten Meditierenden und Nichtmeditierenden erklärt werden kann", so Lazar.

Von weiteren Studien erhoffen sich die Forscher nun, dass diese den belegten Effekt bestätigen und dadurch neue Erkenntnisse gewonnen werden können, wie "Meditation zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden als auch gegen das Altern" genutzt werden kann.

Derweil gehe es darum, einige der grundlegenden Fragen, die von den Studienergebnissen aufgeworfen werden, zu beantworten. So sei noch unklar, was die Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz verursache. Könnte etwa die Meditation dazu führen, dass mehr Verbindungen zwischen den Hirnzellen oder mehr Blutgefäße entstehen? Auch die Frage, wie die größere Dichte das tägliche Verhalten beeinflusst, wenn es möglicherweise zu einer verstärkten Kommunikation zwischen den intellektuellen und emotionalen Hirnarealen kommt, sei noch nicht beantwortet.

Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, planen die Wissenschaftler um Lazar am Massachusetts General Hospital weitere und größer angelegte Studien.

Der Umstand, dass diese Art der Meditation (Vipassana) der natürlichen Ausdünnung der Denkoberfläche des Gehirns entgegenwirkt, könnte auch bei der Erforschung des Alterungsprozesses und seiner Verlangsamung oder gar Umkehr behilflich sein, so die Forscher. Dennoch zeigt sich Lazar in dieser Frage noch deutlich zurückhaltend: "Unsere Daten legen nahe, dass die Rate der kortikalen Ausdünnung in einem kleinen Teil des Gehirns langsamer abläuft. Meditation könnte also einen Weg aufzeigen, wie einige Aspekte des kognitiven Alterns verlangsamt werden können. Es ist aber wichtig, dass wir uns zugleich verdeutlichen, dass auch viele der in dieser Meditation erfahrene Mönche und Yogis an den gleichen Wehwehchen leiden, wie wir alle: Auch sie werden alt und sterben. Allerdings behaupten sie zumindest, sich selbst im hohen Alter an der Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und guter Erinnerungsgabe zu erfreuen."

Quelle: www.grenzwissenschaft-aktuell.de

_______________

Liebe Grüße
Majka

«« Big Hug 2012
 Sprung