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Dieses Thema hat 17 Antworten
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 Unsere Mitgeschöpfe
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ikuisuus Offline




Beiträge: 580

16.04.2012 10:59
Unsere Brüder und Schwestern antworten

Heute bin ich auf der Seite von Gut Aiderbichl zum zweiten Mal auf einen Auszüge von christlichen(!) Texten gestoßen, die ich großartig finde und wo genau dasselbe gelehrt wird, wie es auch bei den Indianern z.B. gelehrt wird und was in der Regel Kinder, sofern sie natürliche Gefühle, Ethik und Moral vermittelt bzw. unterstützt beigebracht bekommen, von Natur aus so handhaben.

Weil mich das interessiert und ich ohnehin immer gern nach einem roten Faden suche, der sich durch alle Religionen zieht, habe ich mich mal weiter im Interet umgesehen und das alles gefunden:


Zitat
Befreiung der Vögel
7. Und eines Tages kam der Knabe Jesus an einen Ort, wo eine Falle für Vögel gestellt war, und es standen einige Knaben dabei. Und Jesus sprach zu ihnen: "Wer hat diese Schlinge hierher gelegt für die unschuldigen Geschöpfe Gottes? Siehe, sie werden in gleicher Weise in einer Schlinge gefangen werden." Und Er erblickte zwölf Sperlinge, die waren wie tot.
8. Und Er bewegte Seine Hände über ihnen und sprach zu ihnen: "Flieget hinweg, und solange ihr lebet, denket an Mich." Und sie erhoben sich und flogen hinweg mit Geschrei. Die Juden, die das sahen, waren sehr erstaunt und erzählten es den Priestern.
(Kap. 6)



Jesus bringt den Frieden zwischen allen Tieren und dem Mensch
15. Denn der Geist göttlicher Menschlichkeit erfüllte Ihn und erfüllte so alle Dinge um Ihn und machte Ihm alles untertan; und also erfüllten sich die Worte der Propheten [Jesaja]: "Der Löwe soll liegen bei dem Kalbe und der Leopard bei dem Zicklein und der Wolf bei dem Lamm und der Bär bei dem Esel und die Eule bei der Taube. Und ein Kind soll sie führen.
16. Und niemand soll verletzen oder töten auf Meinem heiligen Berge; denn die Erde soll erfüllet werden von der Erkenntnis des Heiligen ebenso, wie die Wasser bedecken das Bett des Meeres. Und in diesen Tagen will Ich nochmals einen Bund schließen mit den Tieren der Erde und den Vögeln der Luft, mit den Fischen des Meeres und mit allen Geschöpfen der Erde. Und Ich will den Bogen zerbrechen und auch das Schwert, und alle Werkzeuge des Krieges will Ich verbannen von der Erde, und sie sollen weggelegt werden in Sicherheit, damit alle ohne Furcht leben."
(Kap. 6)



Die Rettung des fliehenden Löwen
18. Und eines Tages ging Er einen Bergpfad entlang am Rande der Wüste; da traf Er auf einen Löwen, den verfolgte eine Menge Menschen mit Steinen und Wurfspießen und wollte ihn töten.
19. Aber Jesus schalt sie mit den Worten: "Warum jagt ihr die Geschöpfe Gottes, die edler sind als ihr? Durch die Grausamkeit vieler Generationen wurden sie zu Feinden der Menschen gemacht, die eigentlich ihre Freunde sein sollten.
20. So wie in ihnen die Macht Gottes sichtbar wird, so zeigt sich auch Seine Geduld und Sein Mitleid. Höret auf, dieses Geschöpf zu verfolgen! Es will euch kein Leid tun. Seht ihr nicht, wie es vor euch flieht und erschreckt ist von eurer Gewalttätigkeit?"
21. Und der Löwe kam herbei und legte sich vor Jesu Füße und zeigte Ihm seine Liebe. Und das Volk staunte sehr und sagte: "Sehet, dieser Mensch liebt alle Geschöpfe, und Er hat Macht sogar über die Tiere der Wüste, und sie gehorchen Ihm."
(Kap. 6)



Wehe den Jägern!
6. Als Jesus mit einigen Jüngern dahinging, begegnete Er einem Manne, der Hunde zur Jagd auf andere Tiere abrichtete; und Er sprach zu dem Manne: "Warum tust du das?" Und der Mann entgegnete: "Weil ich davon lebe. Was für einen Nutzen haben diese Tiere denn? Diese Tiere sind schwach, die Hunde aber sind stark." Und Jesus sprach zu ihm: "Dir fehlt es an Weisheit und Liebe. Siehe, jedes Geschöpf, welches Gott erschaffen hat, hat seinen Sinn und Zweck. Und wer kann sagen, was Gutes in ihm ist und zu welchem Nutzen für dich oder die Menschheit?"
7. Und für dein Auskommen: Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter! Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe dem Schlauen, der die Geschöpfe Gottes verwundet! Wehe den Jägern! Denn sie sollen selbst gejagt werden."
8. Und der Mann war sehr erstaunt und ließ davon ab, die Hunde zur Jagd abzurichten, und lehrte sie, Leben zu retten und nicht, es zu verderben. Und er nahm die Lehre Jesu an und wurde Sein Anhänger.
(Kap. 14)



Die Heilung des tauben Mannes
8. Als Jesus in ein Dorf kam, begegnete Er einem Manne, der taub war von Geburt an. Und dieser glaubte nicht an das Rauschen des Windes oder den Donner oder an die Schreie der Tiere oder die Stimmen der Vögel, die vor Hunger klagten oder weil sie verwundet waren, oder daran, dass andere dies hörten.
9. Und Jesus hauchte in seine Ohren, und sie waren geöffnet, und er hörte. Und er genoss mit unendlicher Freude die Laute, die er früher geleugnet hatte. Und er sagte: "Jetzt höre ich alles!"
10. Doch Jesus sprach zu ihm: "Warum sagst du, du hörest alles? Kannst du etwa die Seufzer der Gefangenen oder die Sprache der Vögel oder der Tiere hören, wenn sie miteinander reden, oder die Stimmen der Engel und der Geister? Denke daran, wie viel du nicht hören kannst, und sei demütig in deinem Mangel an Wissen."
(Kap. 15)



Jesus heilt ein Pferd
1. Es geschah, dass der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
2. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floss. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: "Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, dass es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, dass es leidet?"
3. Der Mann aber erwiderte: "Was hast Du damit zu schaffen? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind; sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es."
4. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: "Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte." Und der Herr erwiderte: "Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?" Sie aber antworteten und sagten: "Nein, Herr, wir hören nicht, dass es stöhnt und jammert!"
5. Und der Herr wurde traurig und sprach: "Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!"
6. Und Er schritt weiter und berührte das Pferd, und das Tier erhob sich, und seine Wunden waren geheilt. Aber zu dem Manne sprach Er: "Gehe nun deinen Weg und schlage es künftig nicht mehr, wenn auch du Erbarmen zu finden hoffest." ...
8. Und Er sagte auch: "Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen. Wenn ihr nicht aufhören werdet, Fleisch und Blut der Tiere zu opfern und zu verzehren, so wird der Zorn Gottes* nicht aufhören, über euch zu kommen; ebenso wie er über eure Vorfahren in der Wüste gekommen ist, die dem Fleischgenusse frönten und von Fäulnis erfüllt und von Seuchen aufgezehrt wurden."

(Kap. 21; V. 8a ist auch im antiken apokryphen Ebionäerevangelium (mehr dazu hier) enthalten. Dort heißt es wörtlich: "Ich bin gekommen, die Opfer abzuschaffen, und wenn ihr nicht ablasst zu opfern, wird der Zorn nicht von euch ablassen."
Die ganze Geschichte ist offenbar auch Teil einer koptischen Bibelhandschrift, die in Paris aufbewahrt wird (siehe hier)).

* In der "Neu-Offenbarung" Das ist Mein Wort, Verlag Das Wort (Marktheidenfeld 2004, 4. Auflage, S. 217) wird diese Passage wie folgt "berichtigt": "Es wäre gut, wenn der sündige Mensch erkennen würde, dass er den so genannten ´Zorn Gottes` selbst geschaffen hat. Der ´zürnende Gott` ist das menschliche Ich, das Rache übt für das, was er selbst verursacht hat; denn was der Mensch sät, das wird er ernten."



Jesus befreit Tiere
1. Einen Tag, nachdem Jesus Seine Rede beendet hatte, geschah es an einer Stelle bei Tiberias, wo sieben Quellen sind, dass ein junger Mann Ihm lebende Kaninchen und Tauben brachte, damit Er sie mit Seinen Jüngern verzehre.
2. Und Jesus blickte den jungen Mann liebevoll an und sprach zu ihm: "Du hast ein gutes Herz, und Gott wird dich erleuchten; aber weißt du nicht, dass Gott am Anfang dem Menschen die Früchte der Erde zur Nahrung gab und ihn dadurch nicht geringer machte als den Affen oder den Ochsen oder das Pferd oder das Schaf, [und dass er nicht wollte], dass er seine Mitgeschöpfe tötet und ihr Fleisch und Blut verzehrt?
3. Ihr glaubt, dass Moses zu Recht befahl, solche Geschöpfe zu opfern und zu verzehren, und so tut ihr es im Tempel; aber siehe, ein Größerer als Moses ist hier und kommt, die Blutopfer des Gesetzes und die Gelage abzuschaffen und wieder herzustellen die reine Gabe und das unblutige Opfer, wie es im Anfange war, nämlich Körner und Früchte der Erde.
5. Lasset daher die Geschöpfe frei, dass sie sich in Gott freuen und die Menschen nicht in Schuld bringen." Und der Jüngling setzte sie frei, und Jesus zerriss ihre Käfige und ihre Fesseln.
6. Doch, siehe, sie fürchteten, wieder eingefangen zu werden, und wollten nicht weg von Ihm. Aber Er sprach zu ihnen und hieß sie gehen, und sie gehorchten Seinen Worten und enteilten voll Freude.
(Kap. 28)



Jesus hilft einem Kamel
12. Jesus zog nach Jerusalem und begegnete einem Kamel mit einer schweren Last Holz. Das Kamel konnte sie nicht den Berg hinaufschleppen, und der Treiber schlug es und misshandelte es grausam, aber er konnte das Tier nicht von der Stelle bringen.
13. Und als Jesus es sah, sprach Er zu ihm: "Warum schlägst du deinen Bruder?" Und der Mann erwiderte: "Ich wusste nicht, dass es mein Bruder ist. Ist es nicht ein Lasttier und dazu gemacht, mir zu dienen?"
14. Und Jesus sprach: "Hat nicht derselbe Gott aus dem gleichen Stoffe dieses Tier geschaffen und deine Kinder, die dir dienen, und habet ihr nicht denselben Atem beide von Gott empfangen?"
15. Und der Mann staunte sehr über diese Rede. Er hörte auf, das Kamel zu schlagen, und befreite es von einem Teil seiner Last. So schritt das Kamel den Berg hinan, und Jesus ging vor ihm, und es blieb nicht mehr stehen bis an das Ende seiner Tagesreise.
16. Das Kamel erkannte Jesus; denn es hatte die Liebe Gottes in Ihm gefühlt. Und der Mann wollte mehr von der Lehre wissen, und Jesus lehrte ihn gerne, und er wurde Sein Anhänger.
(Kap. 31)



Worte von Jesus gegen Blutopfer
1. Jesus lehrte Seine Jünger im äußeren Hofe des Tempels, und einer von ihnen sagte zu Ihm: "Meister, es wird gesagt von den Priestern, ohne Vergießen von Blut gebe es keine Vergebung von Sünden. Können denn die gesetzlichen Blutopfer die Sünden hinweg nehmen?"
2. Und Jesus antwortete: "Kein Blutopfer von Tier oder Vogel oder Mensch kann Sünden hinweg nehmen. Denn wie kann eine Schuld durch das Vergießen von unschuldigem Blut getilgt werden? Nein, es wird die Schuld noch vergrößern.
3. Die Priester empfangen sehr wohl solche Opfer zur Versöhnung von den Gläubigen für die Vergehen gegen das Gesetz des Moses, aber für die Sünden gegen das Gesetz Gottes gibt es keine Vergebung, es sei denn durch Reue und Besserung."
(Kap. 33)



Worte von Jesus gegen das Fleischessen
4. Steht nicht geschrieben in den Propheten: Nehmt eure Blutopfer und eure Brandopfer, und weg mit ihnen! Höret auf, Fleisch zu essen; denn Ich sprach darüber nicht zu euren Vätern, noch habe Ich es ihnen befohlen, als Ich sie aus Ägypten führte**. Aber dies habe Ich befohlen:
5. Gehorchet Meiner Stimme und wandelt die Wege, die Ich euch befohlen habe, und ihr werdet Mein Volk sein, und es wird euch wohl ergehen. Doch sie waren nicht geneigt und horchten nicht.
6. Und was befiehlt euch der Ewige anders, als Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu üben und demütig zu wandeln mit eurem Gott? Stehet nicht geschrieben, dass Gott am Anfange die Früchte der Bäume und die Samen und Kräuter zur Nahrung bestimmte für alles Fleisch?
7. Aber sie haben das Bethaus zu einem Haus von Dieben gemacht, und an Stelle des reinen Opfers mit Weihrauch haben sie Meine Altäre mit Blut besudelt und das Fleisch der geschlachteten Tiere gegessen.
8. Ich aber sage euch: Vergießet kein unschuldiges Blut, noch esset das Fleisch. Seid aufrichtig, liebet die Barmherzigkeit und tut recht, und eure Tage werden lange währen im Lande.
(Kap. 33)

** Siehe dazu z. B. das Wort Gottes durch Prophetenmund in Jeremia 7, 22: "Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern".



Tiere sind unsere Geschwister
7. Jesus kam in ein Dorf und sah dort eine kleine Katze, die herrenlos war, und sie litt Hunger und schrie zu Ihm. Und Er nahm sie hoch, hüllte sie in Sein Gewand und ließ sie an Seiner Brust ruhen.
8. Und als Er durch das Dorf ging, gab Er der Katze zu essen und zu trinken. Und sie aß und trank und zeigte Ihm ihren Dank. Und Er gab sie einer Seiner Jüngerinnen, einer Witwe mit Namen Lorenza, und sie sorgte für sie.
9. Und einige aus dem Volke sagten: "Dieser Mann sorgt für alle Tiere. Sind sie Seine Brüder und Schwestern, dass Er sie so liebt?" Und Er sprach zu ihnen: "Wahrlich, diese sind eure Mitbrüder aus der großen Familie Gottes, eure Brüder und Schwestern, welche denselben Atem des Lebens von dem Ewigen haben.
10. Und wer immer für einen der kleinsten von ihnen sorgt und ihm Speise und Trank gibt in seiner Not, der tut dieses Mir, und wer es willentlich duldet, dass eines von ihnen Mangel leidet, und es nicht schützt, wenn es misshandelt wird, lässt dieses Übel zu, als sei es Mir zugefügt. Denn ebenso wie ihr in diesem Leben getan habt, so wird euch im kommenden Leben getan werden."
(Kap. 34)



Jesusworte über die richtige Ernährung
1. Und einige Seiner Jünger kamen zu Ihm und sprachen zu Ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, dass es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe.
2. Und Jesus sprach zu ihnen: "Wahrlich, Ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso wenig können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.
3. Gott gibt die Körner und die Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper.
4. Der Räuber, der in ein Haus einbricht, das von Menschen gebaut ist, ist schuldig; aber selbst die Geringsten von denen, die in ein Haus einbrechen, das von Gott gebaut ist, sind die größeren Sünder. Deshalb sage Ich zu allen, die Meine Jünger werden wollen, haltet eure Hände frei vom Blutvergießen, und lasset kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Saaten der Erde.
5. Aber wenn ein Tier sehr leidet, so dass sein Leben ihm eine Qual ist, oder wenn es gefährlich wird für euch, so erlöset es von seinem Leben rasch und mit so wenig Schmerz, als ihr könnt. Schicket es hinüber in Liebe und Barmherzigkeit und quält es nicht, und Gott, euer Vater, wird euch Barmherzigkeit zeigen, ebenso wie ihr Barmherzigkeit gezeigt habt denen, die in eure Hände gegeben sind.
6. Und was ihr immer tuet dem Geringsten Meiner Kinder, das tuet ihr Mir. Denn Ich Bin in ihnen, und sie sind in Mir. Ja, Ich Bin in allen Geschöpfen, und alle Geschöpfe sind in Mir. An allen ihren Freuden erfreue auch Ich Mich, und an allen ihren Schmerzen leide auch Ich. Darum sage Ich euch: Seid gütig miteinander und mit allen Geschöpfen Gottes."
(Kap. 38)



Die Umkehr des Vogelfängers
1. Und als Jesus nach Jericho ging, begegnete Ihm ein Mann mit jungen Tauben und einem Käfig voller Vögel, welche er gefangen hatte. Und Er sah ihren Jammer darüber, dass sie ihre Freiheit verloren hatten und außerdem Hunger und Durst litten.
2. Und Er sprach zu dem Manne: "Was tust du mit diesen?" Und der Mann antwortete: "Ich lebe davon, dass ich die Vögel verkaufe, die ich gefangen habe."
3. Und Jesus sprach zu ihm: "Was denkst du, wenn ein Stärkerer oder Klügerer, als du bist, dich gefangen nehmen und dich fesseln würde oder auch dein Weib oder deine Kinder und dich ins Gefängnis werfen würde, um dich zu seinem eigenen Vorteile zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen?
4. Sind diese da nicht deine Mitgeschöpfe, bloß schwächer als du? Und sorget nicht derselbe Gott, Vater und Mutter, für sie ebenso wie für dich? Lasse diese deine kleinen Brüder und Schwestern in Freiheit, und siehe zu, dass du solches nie wieder tust, sondern dass du ehrlich dein Brot verdienst."
5. Und der Mann erstaunte über diese Worte und Seine Vollmacht und ließ die Vögel frei. Als die Vögel herauskamen, flogen sie zu Jesus, setzten sich auf Seine Schultern und sangen Ihm.
6. Und der Mann fragte weiter nach Seiner Lehre, und er ging seines Weges und erlernte das Korbflechten. Durch seine Arbeit erwarb er sich sein Brot und zerbrach seine Käfige und Fallen und wurde ein Jünger Jesu.
(Kap. 41)



Die Heilung des blinden Mannes
10. Und es war ein Mann, welcher von Geburt an blind war. Und er bestritt, dass es so etwas gebe wie die Sonne, den Mond und die Sterne, oder dass es Farben gebe. Und sie versuchten vergeblich, ihn zu überzeugen, dass andere Menschen das sähen. Und sie brachten ihn zu Jesus, und Er salbte seine Augen und machte ihn sehend.
11. Und er freute sich mit Staunen und Furcht und bekundete, dass er zuvor blind war. "Und jetzt, danach", sagte er, "sehe ich alles, ich weiß alles, ich unterscheide alle Dinge, ich bin ein Gott."
12. Und Jesus sprach zu ihm: "Wie kannst du alles wissen? Du kannst nicht sehen durch die Wände deines Hauses noch lesen die Gedanken deiner Mitmenschen noch verstehen die Sprache der Vögel oder der wilden Tiere. Du kannst nicht einmal die Ereignisse deines früheren Lebens, deine Empfängnis oder deine Geburt in dein Gedächtnis zurückrufen.
13. Denke mit Demut daran, wie viel dir unbekannt bleibt, ja unsichtbar. Und wenn du also tuest, dann wirst du klarer sehen."
(Kap. 41)



Der Konflikt von Jesus mit den Schriftgelehrten wegen Tieropfer und Fleischessen
12. Und einige der Ältesten und Schriftgelehrten des Tempels kamen zu Ihm und sagten: "Warum lehren Deine Jünger die Menschen, dass es wider das Gesetz ist, das Fleisch von Tieren zu essen, da sie doch nach dem Befehl des Moses als Opfer dargebracht werden?
13. Denn es ist geschrieben: Gott sprach zu Noah: Furcht und Schrecken vor euch soll auf jedes Tier des Feldes kommen und auf jeden Vogel der Luft und jeden Fisch im Wasser, wenn sie in eure Hände gefallen sind."
14. Und Jesus sprach zu ihnen: "Ihr Heuchler, wohl sprach Jesaja von euch und euren Vorvätern: ´Dieses Volk ist Mir nahe mit seinem Munde und ehret Mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von Mir, denn sie beten Mich vergeblich an und lehren in Meinem Namen als göttliche Lehren, was Gebote der Menschen sind, um ihre eigenen Gelüste zu befriedigen.`
15. Und ebenso gibt Jeremia Zeugnis, wenn er über die Blutopfer sagt: ´Ich, euer Gott, befahl nichts davon in den Tagen, als ihr aus Ägypten gekommen seid, sondern Ich befahl euch nur Rechtschaffenheit, Festhalten an den alten Gebräuchen, Gerechtigkeit zu pflegen und demütig vor eurem Gott zu wandeln.
16. Ihr aber habt nicht auf Mich gehört, der euch von Anfang an alle Arten von Samen gab und Früchte der Bäume und Kerne für die Nahrung und zur Heilung von Mensch und Tier.`" Und sie entgegneten: "Du sprichst wider das Gesetz."
17. Und Er sprach abermals über Moses: "Wahrlich, Ich spreche nicht wider das Gesetz, sondern gegen die, welche sein Gesetz verdarben, das er wegen der Härte eurer Herzen erlaubte.
18. Doch siehe! Ein Größerer denn Moses ist da!" Und sie gerieten in Zorn und hoben Steine auf, um sie auf Ihn zu werfen. Aber Jesus ging mitten durch sie hindurch und war vor ihrer Gewalt verborgen.
(Kap. 51)



Jesus geht gegen die Priester und Schlächter im Tempel vor
3. Und Er sprach zu ihnen: "Schafft all das hinaus und macht nicht Meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus. Steht es nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Diebeshöhle daraus gemacht und es mit allen möglichen Gräueln erfüllt."
4. Und Er duldete nicht, dass einer eine Schüssel voll Blutes durch den Tempel trug oder dass Tiere getötet würden. Und Seine Jünger dachten daran, dass geschrieben steht: "Der Eifer um Dein Haus hat mich gefressen."
(Kap. 71)



Jesus schafft das Fleischessen ab
9. "Wahrlich, Ich sage euch, darum bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden."
(Kap. 75)



Jesus verbietet seinen Jüngern, ein Passahlamm zu schlachten
27. Nun war Judas Ischarioth in das Haus des Kaiphas gegangen und sagte zu ihm: "Siehe, Er hat das Passahmahl gefeiert innerhalb der Tore mit Mazzen an Stelle des Lammes. Ich aber hatte ein Lamm gekauft; doch Er verbot, dass es getötet werde. Sieh, der Mann, von dem ich es gekauft habe, ist Zeuge."
28. Und Kaiphas zerriss seine Kleider und sagte: "Wahrlich, dieses ist kein Passahfest nach dem Gesetze des Moses. Er hat eine Tat begangen, die todeswürdig ist; denn es ist eine schwere Übertretung des Gesetzes. Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ja, soeben sind zwei Räuber im Tempel eingebrochen und haben das Gesetzbuch gestohlen, das ist das Ergebnis Seiner Lehre. Lasset uns den Leuten, die Ihm folgen, sagen, was Er getan hat; denn sie fürchten die Macht des Gesetzes."
(Kap. 76)



Ich werde mich weiter umsehen, auch in anderen Religionen. (aber jetzt muss ich wieder weiter arbeiten

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

16.04.2012 13:38
#2 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Interessant, aber aus welcher Bibel ist denn das? Aus den "offiziellen" Schriften des NT sicher nicht, oder?

Ergänzung: Habs, das ist aus den apokryphen Schriften. Man weiß allerdings nicht sicher, ob diese Schriften tatsächlich aus der Antike stammen oder doch wesentlich neuesn Ursprung sind.

Der humanitären Botschaft der Texte tut das freilich keinen Abbruch.

Well, if you want to sing out, sing out
And if you want to be free, be free
'Cause there's a million things to be
You know that there are.

And if you want to live high, live high
And if you want to live low, live low
'Cause there's a million ways to go
You know that there are.


(Cat Stevens)

Nijemeti Alexander Offline



Beiträge: 511

16.04.2012 19:34
#3 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Das klingt sehr nach Veganer-Bibel. Es ist einfach schon in den Genen festgelegt, welche Nahrung einem oder anderem Menschen zusagt. Es ist , wie wenn ich ein Frauenkleid einem Mann überstülpen würde. Ja, der Mann wird nicht mehr nackt dastehen, aber so gemütlich wird es für Ihn nicht sein. Stellt euch vor, auf Erden gebe es gar keine Tiere oder Pflanzen mehr. Oder der Mensch würde mit der Zeit ganz auf materielle Nahrung verzichten, dann würde er auch seine Beziehung zu Tieren und Pflanzen beenden, denn erzählt mir bloss nicht, der Mensch wird dann von morgen bis abend die Tiere streicheln und beobachten, nur aus humanitären Gründen. Wie kann man die Ordnung Gottes so verkehrt darstellen. Es klingt sehr nach Zeugen Jehovas, die alle bis auf Ewigkeit Bauer auf dieser Erde bleiben wollen, sie denken, sie bleiben in ihren Körpern ewig hier auf Erden und kucken zu, wie Löwe Heu essen wird in seiner Verzweiflung, weil er nicht mehr aus der Materie entfliehen kann.

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 10:14
#4 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Man kann sich über sämtliche Aussagen und deren Auslegungen der Bibel(n) kaputt diskutieren. Muss man aber nicht und ist hier auch nicht das, worum es gehen soll, oder zumindest nicht das, wozu ich zumindest diesen Thread eröffnet habe. Der Kern ist mir das Wichtige hier und der stimmt. Wie jeder sich seinen Fleischbedarf schönredet, oder auch nicht, ist nicht das, worum es mir hier geht. Das ist absolut jedermans eigene Sache! Ich habe meine persönliche Einstellung dazu, möchte aber die von Menschen, die auf Fleisch nicht verzichten möchten, nicht bewerten!

Ich versuch mal zu beschreiben, worum es mir hier an sich geht:
Um die Einstellung, Tiere als gleichwertige Lebewesen zu sehen, die sich aus natürlicher Moral und Ethik grundlegend eigentlich ergibt, bzw. normalerweise im Kindesalter ganz normal vorhanden ist, UND wie diese auch in diversen Religionen/Lehren zu finden ist und zwar ganz egal in welcher und von wem!
Natürlich findet man, wen man möchte, auch die negativen Aussagen und Auslegungen. Allerdings ist mein Anliegen das Positive hervorzubringen und aufzuzeigen, bzw. vielleicht auch daran zu erinnern. Wie man auch immer möchte. Und negativen Umgang mit Tieren gibt es zu Genüge. Ich bin froh festzustellen, dass die Stimmen in die positivere Richtung mehr und lauter werden - wenn auch noch lang nicht genug, aber es tut sich was!

Lady hat schon so schön Anführungszeichen für die "offiziellen" Schriften verwendet und so zieht sich das durch die Meisten überlieferten Schriften.

Zitat
Der humanitären Botschaft der Texte tut das freilich keinen Abbruch.


Das z.B. meine ich!

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 11:43
#5 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Hier (http://www.tierrechte-tv.de/Themen/Philo...hilosophie.html) habe ich etwas gefunden, wo ich denke, dass jeder wunderbar für sich das ein oder andere finden könnte - gleich, welche Einstellung:
Ich hoffe, es ist für euch ok, wenn ich die einzelnen "Diskussionen" jeweils als eigene Antwort hier poste. Vielleicht geht's manch einem hier wie mir und es ist ein wenig übersichtlicher, wenn es nicht gar so ein Riesentext am Stück in einem Post ist?

Zitat
Der tierische Philosophenstreit - Tier und Mensch in der europäischen Philosophie.

Die Talkshow der großen Denker.

Über Gott und die Welt, über Gut und Böse, über Leben und Sterben sinnieren die Philosophen seit Jahrtausenden.
Woher kommt der Mensch?
Wohin geht der Mensch?
Warum und wozu lebt der Mensch?

Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand wieder und immer wieder nur der Mensch.

Sehr wenige Denker haben auch die Vierbeiner bedacht, und taten sie es ausnahmsweise, dann mit äußerst kontroversen Ergebnissen.

Ich stelle mir vor, es ist Sonntag abend 21.45 Uhr, und sechs seltene Gäste haben sich um Sabine Christiansen versammelt:

Heute geht es einmal nicht um den Homo sapiens und seine politischen und wirtschaftlichen Probleme; nein, heute geht es um die Sorgen von Lebewesen mit Fellen, mit Federn und mit Schuppen!

Lehnen wir uns im Fernsehsessel zurück, und harren wir der geistieg Höhenflüge- womöglich auch der Abstürze -
die da kommen.

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 11:44
#6 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
Aristoteles:
Tiere haben keinen Verstand und sind “zur Dienstleistung und Nahrung” da.

Mit diesem Paukenschlag eröffnet der griechische Philosoph die Diskussion und blickt herausfordernd in die Runde.

Die Überrumpelung ist gelungen, und in das Schweigen hinein trumpft er weiter auf.

Die Natur sei eine herrschaftlich gestufte Treppe, auf der jedes Lebewesen seinen gebührenden Platz einnehme.
Die einen stünden oben, die anderen unten.

Diese Grundanahme hat zur logischen Konsequenz, “daß die Pflanzen der Tiere wegen da sind, und die Tiere wegen der Menschen.”

Wozu die Tiere im einzelnen da seien? “Die zahmen Tiere zur Diestleistung und Nahrung, die wilden - wenn nicht alle, so doch die meisten - zur Nahrung und zu sonstigem Nutzen, um Kleidung und Gerätschaften aus ihnen anzufertigen.”

Aristoteles (389-322 v. Chr.)vernimmt von seinem Tischnachbarn ein mißbilligendes Räuspern und legt argumenativ nach.

Das könnte doch wohl niemand bestreiten:
Es fehlt den Tieren an Verstand, an Vernunft, an Rationalität.
Und vernunftlose Wesen haben sich vernunftbegabten unterzuordnen!

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 11:47
#7 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
Jeremy Bentham:
“Die Frage ist nicht, ob sie denken können.” Entscheidend ist, “ob sie leiden können!”

Jeremy Bentham (1748-1832), der englische Gentleman am Tisch, verliert seine Gentleness und erhebt seine Stimme ungewöhnlich laut.

Unter Berufung auf die französische Revolution zieht er mit erregt zitternder Hand die Erklärung der Menschenrechte (1789) aus der Tasche.

“Die Franzosen haben bereits erkannt, daß die Schwärze der Haut kein Grund ist, einen Menschen den Launen eines Peinigers auszuliefern.”

Und dann die weitreichende Prophezeiung! “Eines Tages wird man erkennen, daß auch die Zahl der Beine, die Behaarung der Haut oder das Ende des os sacrum (Kreuzbein) keine ausreichenden Gründe sind, ein empfindendes Wesen dem gleichen Schicksal zu überlassen.”

“Es könnte der Tag kommen, an dem die übrigen Kreaturen jene Rechte erlangen werden, die man ihnen nur mit tyrannischer Hand vorenthalten konnte.”

Der Begründer des sozialethischen Utilitarismus betont, unser Handeln sollte nicht allein auf das eigene Wohl gerichtet sein, sondern auf das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl. Und bei der Addition von Freud und Leid für die Gesamtbilanz sind auch Tiere sorgsam mitzuzählen.

Ob Tiere Verstand haben oder nicht, so schleudert er Aristoteles entgegen, darauf kommt es gar nicht an.

“Die Frage ist nicht, ob sie denken können oder ob sie sprechen können. Einzig und allein geht es darum, ob sie leiden können !”

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 11:48
#8 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
René Descartes:
Tiere sind gefühllos wie “Maschinen”.

Wieder herrscht Schweigen in der Runde, diesmal jedoch nur kurz.
In die Stille hinein tönt eine französisch gefärbte Stimme: Absurd, was der Vorredner da behauptet hat.

Tiere kennen keinerlei “émotions de l´ame”, keinerlei Gefühle der Seele.
Sie haben gar keine Seele und folglich auch keine seelischen Regungen.
Sie haben kein Bewußtsein, keine Gedanken, keine Gefühle.

René Descartes (1596-1650), Verfechter der mechanistischen Naturauffassung, greift zu einer provozierenden Formulierung: Tiere sind nichts anderes als “Maschinen”.

Tiere bewegen sich nach rein mechanischen Gesetzmäßigkeiten. Ihre Organe funktionieren “wie eine Uhr, die nur aus Rädern und Federn gebaut ist.” Das Herz arbeitet wie eine Pumpe, das Blut fließt durch die Adern wie durch Röhren,
Sehnen fungieren wie Drahtseile, Knochen wie Stützen und Verstrebungen.

Tiere sind gefühllos wie Metall, Tiere verspüren keinen Schmerz!

Forschergeist darf sie bedenkenlos erkunden, darf Organ für Organ demontieren, gerade so wie der Uhrmacher das Räderwerk einer Uhr.

Brennt man ihre Haut mit glühenden Eisen, dann winden sie sich zwar, schneidet man mit einem Skalpell in ihr Fleisch, dann schreien sie zwar, aber da ist kein wirkliches Empfinden.

“Ihre Schmerzensschreie bedeuten nicht mehr als das Quietschen eines Rades!”

ikuisuus Offline




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17.04.2012 11:49
#9 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
Voltaire:
Im Hund “entdeckt ihr dieselben Empfindungsorgane wie in euch selbst!”


Francois-Marie Arouet (1694-1778), bekannt unter dem Namen Voltaire, hat schon eine Weile wie auf Kohlen gesessen.
Nun springt der Meister scharfer Zungenschläge auf die Beine. Mit ihm sein Hund, der nur auf beharrliches Drängen ins Studio durfte und plötzlich im Scheinwerferlicht der Debatte steht.

“Es gibt Barbaren, welche diesen Hund, der den Menschen in so erstaunlichem Maße an Freundschaft übertrifft, ergreifen, auf einen Tisch nageln und lebendig sezieren, um den Kreislauf des Blutes zu zeigen.”

Voltaire deutet mit weit ausholendem Arm auf seinen treuen Begleiter:
“In ihm entdeckt ihr dieselben Empfindungsorgane, wie in euch selbst!”

Dann folgt die direkte Attacke auf Descartes.
“Antworte mir, Mechanist! Hat die Natur wirklich all diese Quellen des Gefühls in diesem Tier angelegt zu dem Zweck, daß es nicht fühlen soll?
Besitzt es Nerven, damit es gefühllos gegen Leiden sei?
Glaubst du wirklich an einen solch ungereimten Widerspruch in der Natur?”

ikuisuus Offline




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17.04.2012 11:51
#10 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
Immanuel Kant:
Tiere sind schlicht und einfach “Sachen”.

Ein Philosoph aus Königsberg, der gewöhnlich für seine Mäßigung geschätzt wird, gießt heute Öl ins Feuer.

Der Mensch ist “ein von Sachen, dergleichen die vernunftlosen Tiere sind, mit denen man nach Belieben schalten und walten kann, durch Rang und Würde ganz unterschiedenes Wesen.”

Immanuel Kant (1724-1804) ergreift Partei für Aristoteles und macht den Wert und die Rechte eines Lebewesens abhängig von dessen Vernunft.

Nur der Mensch mit seiner Fähigkeit zu rationalem Denken trage den Daseinszweck in sich selbst, während Flora und Fauna ihm lediglich als Mittel dienten: als Nahrung, als Arbeitskraft, als Kleidung.

“Das erste Mal, daß er zum Schafe sagte: ´Den Pelz, den du trägst, hat die Natur nicht für dich, sondern für mich gegeben´, ihn abzog und sich selber anlegte, ward er eines Vorrechts inne, welches er über die Tiere hatte.”

Voltaires Hund beginnt in diesem Moment heftig zu knurren.
Ahnt das angeblich vernunftlose Tier die Tragweite dieser These?

Kant rückt mit seinem Stuhl ein Stück zur Seite und wählt besänftigende Worte. Natürlich verurteile er Grausamkeit gegenüber anderen Kreaturen, wie er auch die Undankbarkeit tadele. Ein Herr, beispielsweise, dem sein Hund lebenslang treu ergeben war, müsse diesen, “wenn er nicht mehr dienen kann, bis an sein Ende erhalten.”

Das Knurren ist verstummt. Zu früh, wie sich sogleich erweisen wird; denn die Begründung sträubt dem Vierbeiner erneut die Nackenhaare.

“Wenn jemand seinen Hund totschießen läßt, weil er ihm nicht mehr das Brot verdienen kann, so handelt er gar nicht wider die Pflicht gegen den Hund, weil der nicht urteilen kann, allein er verletzt dadurch die die Leutseligkeit und Menschlichkeit in sich.”

Tierquälerei wirkt verrohend auf den menschlichen Geist.
Aus diesem Grund - und nur aus diesem - sei sie abzulehnen!
“Denn der Mensch, der schon gegen Tiere solche Grausamkeiten ausübt, ist auch gegen Menschen ebenso abgehärtet.”

ikuisuus Offline




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17.04.2012 11:55
#11 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Zitat
Arthur Schopenhauer:
“Grenzenloses Mitleid mit allen lebenden Wesen.”

Arthur Schopenhauer (1788-1860) muß dem ansonsten hoch verehrten Professor Kant lebhaft widersprechen:

“Also bloß zur Übung soll man mit Tieren Mitleid haben!”
Gleichsam als Training für die Schule der eigenen Gefühle.
Sind Vierbeiner nur Trainingspartner zu ethischen Selbsterziehung, nur “das pathologische Phantom zur Übung des Mitleids mit Menschen?”

Was für ein ärmliches Argument, “daß Grausamkeit gegen Tiere zu Grausamkeit gegen Menschen führe; als ob bloß der Mensch ein unmittelbarer Gegenstand der moralischen Pflicht wäre, das Tier bloß ein mittelbarer, an sich eine bloße Sache! Pfui!”

Schopenhauer hat sich in Rage geredet.
Er bemerkt den scharf gewordenen Ton und wendet sein Argument ins Positive.

Nur einen einzigen respektablen Grund gibt es, andere Lebewesen schonend und schützend zu behandeln.
Nur ein einziges ehrenwertes Motiv: das Mitgefühl!

Jeder führe sich vor Augen, daß die Natur “in das menschliche Herz jene wundersame Anlage pflanzte, vermöge welcher das Leiden des einen vom andern mitempfunden wird.”

Und jeder mache von dieser Fähigkeit freigebigen Gebrauch.
Nicht nur auf andere Menschen richte sich dabei unser Augenmerk, es geht um “grenzenloses Mitleid mit allen lebenden Wesen.”

Versuchen wir einmal, in das Fell eines Hundes oder einer Katze, in das Gefieder eines Vogels hineinzuschlüpfen.
oder gar in die Schuppen eines Fisches.

“Sobald dieses Mitleid rege wird, liegt mir das Wohl und Wehe des andern unmittelbar am Herzen, ganz in derselben Art, wenn auch nicht stets in demselben Grade, wie sonst allein das meinige: also ist jetzt der Unterschied zwischen ihm und mir kein absoluter mehr.”

Im Mitempfinden fallen die Schranken des Egoismus.
Im Mitempfinden überschreite ich die Grenzen der eigenen Person.

“Wir sehen in jenem Vorgang die Scheidewand, die nach dem Lichte der Natur (wie alte Theologen die Vernunft nennen)
Wesen von Wesen trennt, aufgehoben und das Nicht-Ich gewissemaßen zum Ich geworden.”

Einige Gesichter am Tisch haben sich zu langen Fragezeichen verformt.
Das Nicht-Ich zum Ich werden lassen?

Schopenhauer steigert seinen Gedankengang zu der These, “daß in allen Individuen dieser Welt, in so unendlicher Zahl sie auch sich darstellen, doch nur eines und dasselbe Wesen sich manifestiere.”

Wenn jemand einem geschundenen Tier begegnet, so möge aus der Tiefe des Bewußtsweins die Ahnung heraufdämmern,
“daß er selbst es ist, was ihm jetzt unter der traurigen Gestalt erscheint.”

Und wer “feindlich eindränge auf seinen verhaßten Widersacher und bis ins Tiefinnerste desselben gelangte, der würde in diesem zu seiner Überraschung sich selbst entdecken.”

Ja, sich selbst - denn im innersten Kern aller Lebewesens finden wir ein und dasselbe:
den Willen zum Leben.

Ob Mensch oder Tier - jedes Wesen möchte leben.
Ein jedes möchte Freude erleben,
ein jedes möchte glücklich sein.

“Das fremde Individuum, das vor dir steht, das bist du selbst!”



Ende der fiktiven Diskussionsrunde und ich hoffe, mit diesem Text allen möglichen Ansichten damit Rechnung getragen zu haben?

Nijemeti Alexander Offline



Beiträge: 511

17.04.2012 12:46
#12 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Siehst du wie die grossen Hirne sich damit beschäftigt haben.Es steht geschrieben , da wird Zähneklappern herrschen(d.h. allerlei Diskussionen). Es sind wirklich gute Argumente, aber es sind immer nur Teilauslegungen. Die Gesamtheit führt jedoch dazu , dass es weiterhin Tiere zum Nutzen gehalten werden, es kommt drauf an, wie sie gehalten werden, wenn man Tiere quält, dann verletzt man ihre Seelen, das ist Sünde.Würde der Mensch gar keine Nutztiere mehr halten, dann wären diese Tierarten gar nicht mehr da, und in der Wildnis herrscht das Gesetz des Stärkeren, da sorgen die Tierte selber fürs Gleichgewicht. Und, wenn zuviele da sind dann kommt eine Seuche und dezimiert die Vielen.Als es noch gar keinen Menschen auf der Erde gab, gab es schon Tiere und die sorgten schon für das Gleichgewicht, und frassen sich gegenseitig bei Bedarf auf.Der Fehler des Menschen besteht allzeit in seinem Einmischen in die Naturgesetze und Naturgegebenheiten, weil er sich für Gott dünkt. Jedes mal erfährt dann der Mensch , dass es doch nicht der Fall ist. Und noch etwas, wir Menschen könnten tatsächlich alle Lebewesen ausrotten, wir besitzen die Frechheit und Mittel dazu, deswegen ist es wichtig unsere Liebe als Fürsorge für alle Geschöpfe zu leben, weil wir Menschen eigentlich als Gärtner im Garten Eden gedacht und eingesetzt worden sind, d.h. als Beschützer , Verwalter und Erhalter der göttlichen Schöpfung. Das ist der Punkt,liebe Iku und so steht es auch in der Bibel

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.04.2012 15:09
#13 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Nur, dass in der Bibel gern ausgelegt und sehr merkwürdig gelebt wird, dass Mensch über die Tiere "herrschen" soll. Das Wort kann man negativ und positiv leben, aber das kann auch daran liegen, dass Mensch sich wiederum gerne von seinem Ego beherrschen lässt, anstatt es seinem Herzen dienen zu lassen.

Nijemeti Alexander Offline



Beiträge: 511

17.04.2012 15:58
#14 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

So ist es, Liebe

Majka Offline




Beiträge: 8.781

17.04.2012 19:27
#15 RE: Unsere Brüder und Schwestern antworten

Schopenhauer und Voltaire - das sind meine Favoriten in der Talkshow.

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Liebe Grüße
Majka

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