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Renate Offline




Beiträge: 931

20.03.2013 18:59
TV - "unsere Mütter unsere Väter" antworten

Hallo

im Fernsehen läuft ja gerade der Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" über 5 Freunde zu Zeiten des 2. Weltkrieges:
2 Wehrmachtssoldaten, 1 Krankenschwester,1 Sängerin und 1 Jude".
Alles praktisch aus deren Sicht erzählt. Finde ich sehr gut gemacht und regt zum Nachdenken an.

Vorab gesagt, nervt es mich ja immer wenn es heute heißt "Warum habt ihr da mit gemacht, warum habt ihr euch nicht gewehrt?"
Ich finde man muss die Zeit sehen, abgesehen davon dass eine andere Erziehung schon in der Schule war, war es gefährlich auszu-
scheren und ich denke wenn man heute schon für Macht und Geld alles mögliche macht, möchte ich nicht wissen was diese leute
von heute damals gemacht hätten, wenn es wirklich um Leben und Tod gegangen ist. Angst vor Erschießungskommandos, Angst vor
der Gestapo, Drohungen usw.

Ich finde es recht realistisch erzählt in den Film. Wie einer sagt "dieser Krieg fördert das Böse im Menschen zutage".
Dass Menschen die eigentlich anders dachte, irgendwann abstumpfen bei all dem Grauen.
Mein Vater gehört der Kriegsgeneration an und auch Onkel von mir. Ab und an haben sie dann schon auch mal erzählt.
Ein Onkel sagte mal, anfangs fand er es noch schlimm menschen zu erschießen aber auch er ist so abgestumpft, dass er
dann einfach in die Reihen der russischen Soldaten die auf sie zukommen geschossen hat, und nicht mehr viel nachgedacht
hat - blieb eh nichts anderes übrig, wenn man nicht selbst drauf gehen wollte.
Mein Vater sagte, wenn dann so Jungspunde kamen, die noch überzeugt von der Sache waren... Als ihnen das erste Mal die
Kugeln um die Ohren geflogen sind, haben sie in die Hose gemacht zum Teil.

Ich denke auch, dass manche leute ziemlich grausam wuden, weil sie es da mit Erlaubnis sein konnten.
Aber ich weiß z.B. auch, dass welche zur SS eingezogen wurden, nur weil sie von großer Statur waren.
Ich kenne einen früheren Nachbarn und einen Onkel, die wurden einfach wegen ihrer Größe eingezogen und das
sind garantiert keine Schlächter gewesen. >Hatte aber auch einen Onkel der überzeugter SS-ler war, also gab
beides.

Dachte mir bei dem Film auch, wie sinnlos alles ist. ich meine nur weil ein paar Mächtige sich einbilden,
dass sie noch mehr Land brauchen, müssen Millionen Menschen ihr Leben lassen (auf allen Seiten) ihr
Leben lassen.

Auch so banale Sachen kamen mir in den Sinn - da war ein Augenzeugenbericht später noch - als einer Sagte
er hat geweint, als er im Lazarett mal wieder ein Bett hatte. Dachte dann, klar meist haben die jahrelang
vorwiegend auf dem Boden geschlafen...

Ich bin zwar keine Mutter, aber ich stelle mir das ganz entsetzlich vor, wenn man Kinder groß zieht und
dann müssen die irgendwo hin und werden abgeknallt. Oder werden deportiert und ermordet.

Man kann nur froh sein, wenn man nie einen Krieg erlebt und im Frieden leben kann. Da ist vieles anderes
echt unwichtig. Was meint ihr?

Grüße Renate

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