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Dieses Thema hat 4 Antworten
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Anja Offline




Beiträge: 559

18.12.2013 11:50
Raphael Fellmer "Leben ohne Geld" antworten

Das hat gerade eine Freundin auf Facebook gepostet und mich hat Raphael sooo angewprochen. Den Mut hab ich aber noch nicht ehrlich gesagt, aber eine ganz tiefe Sehnsucht danach:

https://www.youtube.com/watch?v=Pj2MnTVrXQI

Herzlich(t)e Grüße
Anja

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

20.12.2013 08:28
#2 RE: Raphael Fellmer "Leben ohne Geld" antworten

Ich hab mir mal das Buch runtergeladen, weil mich das Thema grundsätzlich interessiert. Es ist m.E. sehr viel Ideologie und Blabla drum rum, ich hab oft vorgescrollt, um zu sehen, wann denn mal wieder was passiert. Grundsätzlich scheint es schon so zu sein, dass man ohne Geld irgendwo immer auf Kosten anderer lebt (ich habe bereits ein anderes Buch zu dem Thema gelesen, da war es im Grunde genauso). Beispiel: Der Autor ist drauf angewiesen, dass andere Leute ihn und seine Familie kostenlos bei sich wohnen lassen. Für Kinderbedarf grast er seinen Bekanntenkreis ab. Er trampt mit den Spritkosten anderer etc. Bis auf die Sache mit den weggeworfenen Lebensmitteln, die er - übrigens illegal und im Schutz der Dunkelheit - aus den Mülltonnen fischt, beruht sein ganzes System auf der Unterstützung anderer. Und so könnte oder wollte ich zumindest nicht leben. Es ist für mich ein Stück Freiheit und auch Wertschätzung gegenüber mit selbst, für meine Kosten aufkommen zu können. Ich wollte mich nicht durchbetteln oder durchschnorren müssen. Dass er gute Absichten hat, das bezweifle ich gar nicht. Nur meine Sache wäre es so, wie er es durchführt, nicht.
Wobei ich es grundsätzlich gut finde, wenn Sachen geteilt und getauscht werden, ohne dass jedesmal Geld gezahlt wird, z.B. Kleidertauschbörsen oder Car-Sharing-Modelle gehen in die Richtung.

Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die du siehst,
eine, die ich sehe und
eine, die wir beide nicht sehen.

(aus China)

Anja Offline




Beiträge: 559

20.12.2013 09:25
#3 RE: Raphael Fellmer "Leben ohne Geld" antworten

Liebe lady,

das ist ja das, was er versucht aufzuzeigen. Das es nicht auf den direkten Tausch ankommt. Er bettelt und schnorrt nicht, nach meinem Verständnis, er gibt seine Gaben ab, ohne direkt etwas dafür zu erwarten. Allein aus Freude am tun. Nur eben nicht im direkten Tausch. Das Ganze findet sozusagen auf einer Ebene höher statt und ich habe auch noch nicht den Mut daran zu glauben, wenn ich freiwillig alles von mir gebe, werde ich, einfach so, alles was ich brauche freiwillig zurück bekommen. Rs iat ja mehr als genug da. Und zwar ohne festzulegen durch und von wem und wie. Das setzt ein hohes Mass an Vertrauen vorraus und das habe ich gleich am Anfang meines Lebens verloren. Und baue es jetzt erst wieder auf.

Herzlich(t)e Grüße
Anja

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

20.12.2013 17:56
#4 RE: Raphael Fellmer "Leben ohne Geld" antworten

Ich glaube, wir reden über zwei verschiedene Dinge. Du über den Youtube-Link, den ich nicht angeschaut habe, da meine Internetverbindung zu lahm dafür ist, ich über das Buch, das er geschrieben hat.
Das, was Du geschrieben hast, ist eher gegensätzlich zum Buch, da er sich dort wie beschrieben eher auf Kosten anderer durchschnorrt (dass er etwas gibt, das findet man dort höchst selten, da er eher die Erwartungshaltung hat, dass die anderen ihm aus "reiner Liebe" geben sollten, ohne etwas dafür zu erwarten). Sein System funktioniert überhaupt auch nur, weil es z.B. eben einen gibt, der das Auto zahlt und den Sprit und ihn mitnimmt. Da mag noch soviel guter Wille dabei sein, am Ende sind das die Fakten.

Edit: Hier ist noch das andere Buch zu dem Thema, das ich mal gelesen habe. Ist m.E. zumindest besser geschrieben. Wenngleich das Problem mit dem "Auf Kosten anderer Leben" unter dem Strich bleibt.
http://www.amazon.de/gp/product/34421521...her-kinderfeste

Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die du siehst,
eine, die ich sehe und
eine, die wir beide nicht sehen.

(aus China)

Majka Offline




Beiträge: 8.785

21.12.2013 09:36
#5 RE: Raphael Fellmer "Leben ohne Geld" antworten

Ich habe mir das Video auch angeschaut. Für mich waren bei diesem Gespräch zwei Gegensätze wichtig:
1. Wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich sie - also ein absolutes Vertrauen, dass es so kommt, wie es kommen soll.
2. Existenzängste, die Markus Lanz angesprochen hat, dass die Welt eben anders funktioniert.

Das andere war nur die erforderliche "Sauce" für die Zuhörer, denn dass wir im Überfluss leben, das wissen wir alle, egal, inwieweit wir uns dessen bewusst sind. Als er über die Klamotten gesprochen hat, musste ich schmunzeln, denn ich kenne sehr gut den fragenden Blick, wenn ich wieder meine uralten Klamotten (immer noch) trage.
Die Verallgemeinerungen "Es wird zu viel verbraucht" können wir doch ganz persönlich stellen: Verbrauche ich zuviel? Schmeiße ich oft Sachen weg? Lebensmittel? Wo liegen meine "Konsumreserven"?

Es erinnert mich an ein Projekt "Joytopia" von Bernd Hückstädt. Hier ein Video dazu: Joytopia - natürliche Ökonomie - und hier der Link zu der Webseite: Joytopia-Akademie.

Über dieses Projekt habe ich zum erstenmal beim Lichtkongress 2002 gehört. Die Idee dahinter spricht mich mehr an, weil es mehr in Gleichgewicht ist und sozusagen auf den Naturgesetzen basiert. Herr Fellmers Gedankenansatz basiert mehr auf dem Überfluss und übermäßigen Konsum der Gesellschaft, von dem er profitiert, in dem er andere um Hilfe bittet. Sein "Energieausgleich" hab ich irgendwie vermisst. So kam sein Beitrag bei mir an.

_______________

Liebe Grüße
Majka

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