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Dieses Thema hat 11 Antworten
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ikuisuus Offline




Beiträge: 580

09.10.2007 12:41
Pferd antworten

Von Katzen kennt man ja die verschiedensten Geschichten zu deren Eigensinnigkeiten, bzw. deren ganz speziellen Charakteren.
Da wir ja selbst mit 3 solchen wunderbaren Samtpfoten zusammen leben dürfen, kann ich derartige Berichtte auch immer bestens nachvollziehen!

Dass Pferde sehr anmutige und auch sehr sensible Wesen sind, ist ebenfalls bekannt und ich kann nur sagen, dass eigentlich ein jeder etwas verpasst ohne sie. Eine Geschichte von meinem großen Vierbeiner hab ich ja schon mal an anderer Stelle erzählt (Gelesenes/Gesehenes), nur dachte ich mir, dass die nächste Geschichte vielleicht eigentlich doch eher hierher gehört.

Mein Muckel steht ja Tag und Nacht auf der Koppel in seiner kleinen Herde und das 365 Tage im Jahr, will heißen, er ist immer Draußen! Er schläft, wann er will, rennt wann er will, kämpft, wenn es sein soll, spielt, ruht, bewegt sich eben weitestgehend so, wie er möchte - stellt sich unter, wann er meint, dass es sein soll (sog. Robusthaltung).
Somit bleiben vor allem unter der Woche dann die abendlichen Besuche bei ihm auf der Koppel. Die letzten beiden Wochen sind wir oft noch mit meinem Pflegepferd (das steht im angrenzenden Reitstall) spazieren gegangen und haben dann die Runde immer gleich so gewählt, dass wir mit ihm beim Rückweg am Zaun der riesen Sommerkoppel entlangwandern. Es freut ihn einfach immer ganz offensichtlich, wenn er bei der Herde wenigstens zu Besuch sein kann, auch wennn ich weiß und man gut merkt, dass er natürlich am Liebsten bei ihnen bleiben würde, aber das habe leider nicht ich zu entscheiden, sondern sein Besitzer. Wenn er also Zaun an Zaun sozusagen mit ihnen grast, wechseln mein Freund und ich uns ab, zu unseren Pferden jeweils in die Koppel zu gehen, um nach ihnen zu sehen, sie zu knuddeln, einfach die abendliche Zeit eben auch mit ihnen zu verbringen.

So fiel auf, dass mein süßer Muckel mich die letzten 2, 3 Male, wenn ich bei ihm war, vom Zaun abgedrängt hatte und direkt mitten in die Herde plazierte, indem er mich dorthin schob. Dann hat er sich zwischen mich und den Zaun plaziert. Für ihn wäre dies wohl die richtige Ordnung und gehört sich so. Wo mein Platz ist, hat er mir damit sozusagen auch gezeigt - so, wie er es für richtig hält.
Am Wochenende haben wir dann an einem Tag unsere beiden raus geholt, um extra ein klein wenig zuzufüttern (Vorbereitung auf den Winter). Ich bin dann noch mal kurz in die Koppel rein und hab den anderen auch ein bisserl gegeben. Wieder zurück, wurde mir schon berichtet, dass mein Tier das genauestens verfolgt hat und direkt aufgehört hat, zu fressen. Er wollte nichts mehr. Dann hat er mich ein ganzes Stück weg gezogen (ich hab immer brav den Futtereimer mitgenommen und versucht, ihn doch wieder zu überreden) und wollte allerdings auch da nicht einmal grasen, wo es normalerweise außerhalb von der eigenen Koppel am Besten schmeckt. Ich hab angefangen, ihn auf Kolik-Symptome abzuchecken, weil ich mir wirklich langsam Sorgen gemacht hab, da er sich plötzlich so merkwürdig verhalten hatte!

Mein Schatz allerdings meinte schon, dass er das vorhin überhaupt nicht gut gefunden hätte und man ihm das deutlich angesehen hat. Also hab ich mal geschaut und bin brav mit ihm mitgewandert. Als er mich also endlich ein Stückerl entfernt in einem für ihn angebrachten Abstand für sich allein hatte, kam der Hunger wieder genauso urplötzlich zurück. Ich muss ja gestehen, dass ich beinah geweint hätte, als mir klar wurde, wie deutlich er eingefordert hat, was er will und was er braucht! Wie deutlich er gezeigt hat, dass er seine ganz eigene Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit will und klar zeigt, wie es ihm überhaupt nicht passt und wie er es haben will. Jawohl! Ist angekommen, nehm ich mir selbstverständlich zu Herzen! Kritikpunkt berechtigt! Mir ist oftmals schmerzlich bewusst, dass ich nicht genug Zeit habe, wie ich sie gern hätte und bräuchte, um allen meinen Lieben möglichst gerecht zu werden, aber es wird sich ein Weg finden.

Am nächsten Tag sind wir dann mit unseren beiden ganz allein spazieren gegangen und haben tatsächlich so die Zeit vergessen, dass wir hinterher gemerkt hatten, dass wir fast 3 Stunden unterwegs waren. Vorgekommen ist es uns viel viel kürzer und es war sehr schön und mein Muckel genießt ganz offensichtlich, dass sein Wunsch wahrgenommen wird. Ich bin jetzt auch abends auf der Koppel wieder viel vorsichtiger darin, auch die anderen Pferde mal zu streicheln. Die Stute von meinem Freund ist da etwas großzügiger. Sie nimmt es nicht gar so krumm, wenn auch die anderen mal beachtet werden, also halt ich mich da jetzt mehr zurück und mein Freund schaut dann halt mal bei den anderen auch.

Ja, mein Muckel ist schon eine ganz wache Seele



Elke Offline




Beiträge: 2.637

09.10.2007 20:50
#2 RE: Pferd antworten

Liebe Ikuisuus,
gaaaanz lieben Dank für Deine Zeile.
Das hast du so wunderschön geschrieben

Da bestätigt es sich: Tiere haben eine Seele !!

Licht und Liebe
Elke

Majka Offline




Beiträge: 8.781

09.10.2007 22:19
#3 RE: Pferd antworten
Liebe Iku,
dein Muckel ist ein ganz süßer, der seine Bedürfnisse durch diese so gut verständliche "Eifersucht" zeigt... Er freut sich so sehr, wenn du bei ihm bist, daher ist es auch verständlich, dass er nicht bereit ist, die Zeit mit dir noch mit anderen zu teilen - dafür habe ich volles Verständnis!

Vielen Dank für dieses herrliche Beispiel: Die Tiere zeigen uns ihre Gefühle und Wahrnehmungen mit einer Offenheit, die mich immer wieder aufs Neue erstaunen lässt.
Ich finde es toll, wenn solche Menschen wie du auch so offen sind und haben kein Problem damit, auf die Bedürfnisse und Wünsche der vierbeinigen Freunde einzugehen.
Danke, danke, danke!

_______________

Liebe Grüße
Majka

Lichtbegleiter ( gelöscht )
Beiträge:

10.10.2007 09:36
#4 RE: Pferd antworten

Ein sehr schöner Text. Schön finde ich auch, daß Du so liebevoll auf Deine Tiere eingehst und mit so viel Herz von ihnen erzählst.

Liebe Elke, ich würde sogar sagen, Tiere sind Seelen. Genau wie wir!


Fühlt Euch umarmt und eingehüllt, wenn Ihr mögt, in Flügeln aus Licht!

Ferry ( Gast )
Beiträge:

10.10.2007 09:55
#5 RE: Pferd antworten

Sie sind Seelen und haben nun ihren Lichtkörper welcher sich mit unseren leichter verbinden kann.

Dadurch können sie uns und wir sie besser verstehen.
Ferry

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

10.10.2007 10:22
#6 RE: Pferd antworten

Tiere sind uns vor allem oftmals, bzw. meistens oder gar immer in einigem Voraus!
Sie sind z.B. ehrlich, geradeaus, direkt, einfühlsam, hören zu, vorbehaltlos, etc. pp. - allem voran: Sie sind, wie sie sind, sie sind, wer sie sind. Einfach so!

Und in einem sind wir uns ja alle gleich: Wir sind alle Lebewesen! Ich seh da ehrlich gesagt keinen Unterschied außer höchstens den, dass Mensch sogar eher oftmals zeigt, dass er noch viel mehr zu lernen und zu verstehen hat, was die Tiere schon immer wussten.

Tiere gehen respektvoll mit uns um, so, wie ein jeder miteinander umgehen sollte. Sie zeigen uns eigentlich sehr gut, wie es funktioniert. Und sie wissen darum, mit der Natur zu leben. Sogar, wenn sie von uns domestiziert und gefangen genommen wurden.
Man kann viel von ihnen lernen!
Es ist einfach schön mit ihnen zusammen sein zu dürfen.

Ferry ( Gast )
Beiträge:

10.10.2007 17:55
#7 RE: Pferd antworten

Tiere sind unfreie Wesen und direkt von der Urkraft gelenkt.
Aus diesem grund haben sie ein Wissen welches wir nicht besitzen.
Fälschliche Bezeichnung dafür Instinkt.

Ein frisch geborenes Menschenkind hat das nicht, wenn es geboren wird liegt es da und würde verhungern wenn nicht andere es füttern würden.

Ein Fohlen zB. wie jedes andere Tier ist aktiv wenn es geboren wird, es wird geboren und es weiß ich muss aufstehen und trinken.

Ferry

Majka Offline




Beiträge: 8.781

10.10.2007 22:43
#8 RE: Pferd antworten
Man kann von den Tieren wirklich viel lernen... sie erinnern uns an die Einheit mit Gott, mit der Urquelle.

_______________

Liebe Grüße
Majka

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

11.10.2007 18:44
#9 RE: Pferd antworten

Sie sind so, wie sie sind, und fühlen sich wohl dabei! Wer hat schon mal eine katze gesehen, die meint, ihr fell sei niccht so schön wie das fell der anderen? Sie denkt eher das gegenteil. Das können wir von ihnen lernen.

Majka Offline




Beiträge: 8.781

16.03.2008 14:25
#10 RE: Pferd antworten
Für unsere Pferdeliebhaber ein neuer Link: http://www.wege-zum-pferd.de/

Was hältst du von der Seite, Iku?

_______________

Liebe Grüße
Majka

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

17.03.2008 12:56
#11 RE: Pferd antworten

Die Seite bzw. weiterfolgenden Seiten (zum Pferdehof dazu) gefällt mir sehr gut!
Es liest sich alles wunderbar und es gibt auch viele Bilder dazu, von denen mir ein Teil auch sehr gut gefällt, aber ebenso ein Teil, der mir auch gar nicht gut gefällt und auch ein Teil, dem ich skeptisch gegenüber stehe.
Lesen lässt sich immer schnell etwas schön. Mit Worten lässt sich gut spielen, deshalb bin ich vorsichtig. Es lässt sich immer erst dann ordentlich beurteilen, wenn man sich vor Ort ein eigenes ordentliches Bild gemacht hat.
Ein wenig zu viele Kunststückchen sieht man für meinen Geschmack und für mich konzentriert sich das alles zu viel auf's Reiten und eben Vorführen mit Showeffekten. Es fehlt für mich die Natürlichkeit und damit auch das Rüberbringen, dass es ihnen wirklich vor allem und an erster Stelle mal ums Tier und seiner natürlichen Herkunft und Art und Weise direkt geht. Sie schreiben es, man vermutet es, aber ich finde, es kommt zu wenig - auch bildlich - vor. Schon auch, aber Schwerpunkt wie gesagt auf Kunststückchen und Reiten. Klar - man muss die Menschen vor allem packen können und ihnen etwas für sie selbst "verkaufen" können, damit sie sich im Umkehrschluss zugänglich für das Wesen ihres Pferdes zeigen.

Linda Tellington Jones wird oft genannt. Ich bin sehr zwiegespalten, denn ihre Lehren klingen toll! Ein guter Bekannter von mir allerdings hat sie leider hinter den Kulissen schon anders erlebt und das war alles andere als gewaltfrei. Wie so viele angeblich gewaltfrei arbeitenden Pferdemenschen, die ihre Tiere hinter den Kulissen brutal bearbeiten, damit sie vor dem Publikum genau das zeigen, was alle sehen wollen und - weil ja ach so toll gearbeitet - so brav sind. In Wirklichkeit hatten diese Tiere Angst! Abgesehen davon sollte es doch verständlich und auch nachvollziehbar sein, wenn ein Fluchttier (!), umgeben von unzähligen Menschen, die in dessen Augen Raubtiere sind, es auch noch direkt wie Raubtiere kurz vor'm Zugriff anstarren, möglichst noch mit Lautsprechern oder dementsprechender Akustik oder gar Scheinwerferlicht, vielleicht etwas nervös sein könnten. Sie machen doch eh alles mit und sind so unglaublich geduldig mit uns. Da sollte ihnen in den ersten Minuten, wenn man sie denn schon vorführen muss, kurz etwas Nervosität zugestanden werden. Aber ich schweife ab.

Wenn die beiden wirklich so sanft und lieb und nur mit der Gerte/Peitsche antippen (!) mit den Pferden arbeiten, wie diese Seite anmutet, dann ist es toll und ich bin begeistert!

Majka Offline




Beiträge: 8.781

18.03.2008 22:45
#12 RE: Pferd antworten

Diesen Tipp habe ich aus dem Newsletter "Zeit zu Leben" von Tanja Konnerth.
Da ich eben über deine gefühlvolle Beziehung zu Pferden und allen Tieren weiß, aber auch über dein Fingerspitzengefühl, wollte ich deine Meinung wissen.
Danke schön, liebe Iku!

_______________

Liebe Grüße
Majka

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