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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 539 mal aufgerufen
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 Lagerfeuer
Regina ( Gast )
Beiträge:

01.03.2008 09:37
Die Worte eines Medizinmannes antworten

Worte von Lame Deer, er lebte von 1890 bis 1974 und war Medizinmann der Dakotas, einem Unterstamm der Sioux Indianer:

"ICH BIN EIN MEDIZINMANN -- ein wicasa wakan. Medizinmann das ist ein Wort,das die Weißen erfunden haben. Ich wünschte, es gäbe ein besseres Wort, um auszudrücken, was "Medizinmann" für uns bedeutet, aber ich finde keines und du auch nicht, und so müssen wir uns wohl damit zufrieden geben. Ein wicasa wakan muss viel und oft mit sich allein sein. Er will weg von der Menge, weg von den kleinen, alltäglichen Dingen. Er liebt es zu meditieren, sich an einen Baum oder an einen Felsen zu lehnen und zu fühlen, wie sich die Erde unter ihm bewegt und wie über ihm das Gewicht des weiten flammenden Himmels lastet. Auf Diese Weise lernt er zu verstehen. Er schließt die Augen und beginnt klarer zu sehen. Was du mit geschlossenen Augen siehst, das zählt. Der wicasa wakan liebt die Stille, er hüllt sich in sie ein, wie in eine Decke --eine Stille, die nicht schweigt, die ihn mit ihrer donnergleichen Stimme vieles lehrt. Solch ein Mann liebt es, an einem Ort zu sein, wo er nur das Summen der Insekten hört. Er sitzt, das Gesicht gegen Westen, und bittet um Beistand. Er redet mit den Pflanzen, und sie antworten ihm. Er lauscht den Stimmen der wamakaskan -- der Tiere. Er wird einer von ihnen. Von allen Lebewesen fließt etwas in ihn ein, und auch von ihm strömt etwas aus. Ich weiß nicht, was und wie,aber es ist so. Ich habe es erlebt. Ein Medizinmann muss der Erde angehören,muss die Natur lesen können wie ein weißer Mann ein Buch.

ALLES,WAS IHR ESST, wird in eine Plastikhülle gepackt, ist sauber zerteilt und vorbereitet für die Pfanne, hat keinen Geschmack und erweckt in euch keine Schuldgefühle. Wenn ihr eure Pelz- oder Ledermäntel tragt, wollt ihr nicht daran erinnert werden, wie viel Blut und Schmerz sie gekostet haben. Wenn wir einen Büffel töteten, Dann wussten wir, was wir taten. Wir baten seinen Geist um Vergebung und sagten ihm, warum wir es tun mussten. Wir ehrten mit einem Gebet die Gebeine derer, die uns ihr Fleisch als Nahrung gaben, wir beteten,dass sie wiederkommen sollten, wir beteten für das Leben unserer Brüder, des Büffelvolkes, genauso wie für unser eigenes Volk. Für uns ist alles Leben heilig.

Der Staat Dakota hat eigene Beamte für die Schädlingsbekämpfung. Sie setzen sich in ein Flugzeug und erschießen die Kojoten von der Luft aus. Sie führen Buch darüber, jeder tote Kojote wird in ihr Notizheft eingetragen. Die Vieh- und Schafzüchter bezahlen sie dafür. Kojoten ernähren sich von Nagetieren, von Feldmäusen und anderem kleinem Getier. Gelegentlich fressen sie ein Schaf, das sich verlaufen hat. Sie sind die natürlichen Abfallverwerter,sie säubern das Land von allem, was faulig ist und stinkt. Wer sich die Mühe macht und sie zähmt, für den sind sie gute Spielgefährten. Doch wenn sie am Leben bleiben, haben einige Leute Angst, ein paar Cent zu verlieren --

und deshalb tötet man sie vom Flugzeug aus. Die Kojoten waren in diesem Land, bevor die Schafe hierher kamen, aber sie sind euch im Weg, Denn ihr könnt aus ihnen keinen Profit schlagen. Mehr und mehr Tiere sterben aus. Die Tiere, die der Große Geist in Dieses Land gesetzt hat, müssen fort. Nur die Haustiere, nur die vom Menschen gezüchteten Tiere dürfen leben -- zumindest so lange, bis man sie in den Schlachthof treibt. Dieser entsetzliche Hochmut des weißen Menschen, der sich anmaßt, mehr als Gott zu sein, mehr als die Natur! Der Weiße sagt: "Ich lasse Dieses Tier leben, Denn es bringt mir Geld"; und er sagt: "Jenes Tier muss sterben, ich kann an ihm nichts verdienen, den Platz, den es braucht, kann ich besser verwenden. Nur ein toter Kojote ist ein guter Kojote". Die Weißen behandeln die Kojoten fast so schlimm wie sie einst uns Indianer behandelt haben.

ICH HABE DEN EINDRUCK, die weißen Menschen fürchten sich so sehr vor der Welt, die sie selbst geschaffen haben, dass sie Diese nicht mehr sehen, fühlen, riechen oder hören wollen. Regen und Schnee auf dem Gesicht zu spüren, von einem eisigen Wind wie erstarrt zu sein und an einem rauchenden Feuer wieder aufzutauen, aus einer heißen Schwitzhütte zu kommen und in einen kalten Fluss zu tauchen -- Diese Erfahrungen zeigen dir, dass du lebst. Aber ihr wollt das gar nicht mehr empfinden. Ihr wohnt in Kästen, die Sommerhitze und Winterkälte aussperren, ihr lebt in einem Körper, der seinen Geruch verloren hat, ihr hört den Lärm aus der Hi-If-Anlage anstatt den Klängen der Natur zu lauschen, ihr seht den Schauspielern im Fernsehen zu, die euch Erlebnisse vorgaukeln, euch, die ihr längst verlernt habt, irgendetwas selbst zu erleben. Ihr esst Speisen, die nach nichts schmecken. Das ist euer Weg. Er ist nicht gut.

BEVOR UNSERE WEISSEN BRÜDER KAMEN, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel und deshalb gab es bei uns keine Diebe. Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt.

Wir waren viel zu unzivilisiert, um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte und Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen, und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die -- wie man uns sagt -- für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.

AUCH DER MENSCH BESTEHT AUS VIELERLEI. Woraus immer die Luft ist, die Erde, die Kräuter, die Steine, all das ist auch Teil unserer Körper. Wir müssen wieder lernen, wir selber zu sein und die Vielfalt in uns zu fühlen und zu entdecken. Wakan Tanka, das Große Geheimnis, lehrt Tiere und Pflanzen, was sie tun sollen.

In der Natur gleicht nichts dem anderen. Wie verschiedenartig sind die Vögel! Einige bauen Nester, andere nicht. Manche Tiere leben in Erdlöchern, andere in Höhlen,andere in Büschen. Wieder andere kommen überhaupt ohne Behausung aus. Sogar Tiere derselben Art -- zwei Hirsche, zwei Eulen -- verhalten sich unterschiedlich. Ich habe viele Pflanzen aufmerksam betrachtet. Von den Blättern einer Pflanze, die alle auf demselben Stängel wachsen, ist keines ganz wie das andere. Auf der ganzen Erde gibt es keine zwei Blätter, die einander völlig gleichen. Der Große Geist hat es so gewollt.

Für alle Geschöpfe auf der Erde hat er den Lebenspfad bloß im Großen vorgezeichnet; er zeigt ihnen die Richtung und das Ziel, lässt sie aber ihren eigenen Weg dorthin finden. Er will, dass sie selbständig handeln, ihrem Wesen gemäß und ihren inneren Kräften gehorchend. Wenn nun Wakan Tanka will, dass Pflanzen,Tiere, sogar die kleinen Mäuse und Käfer, auf diese Weise leben -- um wie vielmehr werden ihm Menschen, die alle dasselbe tun, ein Gräuel sein:

Menschen,die zur selben Zeit aufstehen, die gleichen im Kaufhaus erstandenen Kleideranziehen und dieselbe U-Bahn benützen, die im selben Büro sitzen, die gleiche Arbeit verrichten, auf ein und dieselbe Uhr starren und -- was am schlimmsten ist -- deren Gedanken einander zum Verwechseln ähnlich sind. Alle Geschöpfe leben auf ein Ziel hin. Selbst eine Ameise kennt dieses Ziel -- nicht mit dem Verstand, aber irgendwie kennt sie es. Nur die Menschen sind so weit gekommen,dass sie nicht mehr wissen, warum sie leben.

Sie benützen ihren Verstand nicht mehr und sie haben längst vergessen, welche geheime Botschaftihr Körper hat, was ihnen ihre Sinne und ihre Träume sagen. Sie gebrauchen das Wissen nicht, das der Große Geist jedem von uns geschenkt hat, sie sind sich dessen nicht einmal mehr bewusst, und so stolpern sie blindlings auf der Straße dahin, die nach Nirgendwo führt -- auf einer gut gepflasterten Autobahn, die sie selber ausbauen, schnurgerade und eben, damit sie umso schneller zu dem großen leeren Loch kommen, das sie am Ende erwartet, um sie zu verschlingen."
http://www.das-gibts-doch-nicht.info/seite4461.php

...und wie Recht er hat.

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

04.03.2008 09:55
#2 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Danke für diesen schönen Text, ich liebe diese Indianer-Weisheiten.

Regina ( Gast )
Beiträge:

04.03.2008 15:04
#3 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Ich auch....du Engel

Majka Offline




Beiträge: 8.785

05.03.2008 16:41
#4 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten
In Antwort auf:
Alle Geschöpfe leben auf ein Ziel hin. Selbst eine Ameise kennt dieses Ziel -- nicht mit dem Verstand, aber irgendwie kennt sie es. Nur die Menschen sind so weit gekommen,dass sie nicht mehr wissen, warum sie leben.

Sie benützen ihren Verstand nicht mehr und sie haben längst vergessen, welche geheime Botschaftihr Körper hat, was ihnen ihre Sinne und ihre Träume sagen. Sie gebrauchen das Wissen nicht, das der Große Geist jedem von uns geschenkt hat, sie sind sich dessen nicht einmal mehr bewusst, und so stolpern sie blindlings auf der Straße dahin, die nach Nirgendwo führt...


Wir können auch dazu beitragen, nicht nur uns selbst, sondern auch andere (Mit)Menschen an ihr Ziel zu erinnern.

_______________

Liebe Grüße
Majka

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

18.03.2008 16:20
#5 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

"Die Einladung"

Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist. Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob Du verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual. Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz - meinem oder Deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen. Ich will wissen, ob Du mit der Freude - meiner oder Deiner - dasein kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst. Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig. Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst. Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem und Deinem - leben kannst und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: "Ja!"

Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für Deine Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt. Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gerne mit Dir zusammen bist.

(Oriah Mountain Dreamer)
ikuisuus Offline




Beiträge: 580

18.03.2008 16:20
#6 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Zeit

Wozu brauchen wir die Zeit? Damals, in den alten Tagen, brauchten wir sie nicht. Wir richteten uns nach Anfang und Untergang der Sonne. Wir mußten uns niemals beeilen. Wir brauchten nie auf die Uhr zu blicken. Wir mußtennicht zu einer bestimmten Zeit bei der Arbeit sein. Wir taten, was getan werden mußte, wenn uns danach war. Aber wir achteten darauf, es zu tun, bevor der Tag zu Ende ging. Wir hatten mehr Zeit, denn der Tag war noch ganz.

(Scott Eagle, 11 Jahre)
ikuisuus Offline




Beiträge: 580

18.03.2008 16:22
#7 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Wissen

Als ich Kind war, verstand ich zu geben und zu teilen; seit ich zivilisiert wurde, habe ich diese Tugend verlernt. Ich lebte ein natürliches Leben, jetzt lebe ich ein künstliches. Damalswar jeder hübsche Kieselstein für mich kostbar, und ich hatte Ehrfurcht vor jedem Baum. Der Ureinwohner Amerikas verband seinen Stolz mit einer außergewöhnlichen Demut. Überheblichkeit war seinem Wesen und seiner Lehre fremd. Er erhob niemals den Anspruch, daß die Fähigkeit, sich durch Sprache auszudrücken, ein Beweiß für die Überheblichkeit des Menschen über die sprachlose Schöpfung sei; ganz im Gegenteil, er sag in dieser Gabe eine Gefahr. Es glaubte fest an das Schweigen - das Zeichen vollkommener Harmonie. Schweigen und Stille stellten für ihn das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele dar. Wenn Du den Indianer fragst: "Was ist die Stille?", wird er Dir antworten:" Das Große Geheimnis." "Die heilige Stille ist seine Stimme." Und wenn Du fragst: "Was sind die Früchte der Stille?", so wird er sagen: "Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer, Geduld, Würde und Ehrfurcht." "Hüte Deine Zunge in der Jugend", sagte der alte Häuptling Wabashaw, "dann wirst Du vielleicht im Alter Deinem Volk einen weisen Gedanken schenken."

(Ohiyesa)

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wunderschönes Zitat

...wir sind ein Teil der Erde,
und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern,
die Rehe, das Pferd, der große Adler sind unsere Brüder.
Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys - und des Menschen - sie alle gehören zur gleichen Familie…

(Chief See-at-la - Häuptling der Suquamish- und Duwamish-Indianer)
ikuisuus Offline




Beiträge: 580

18.03.2008 16:24
#8 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Wunder Natur

"Wenn ein Mensch etwas vollbringt, das alle in Erstaunen versetzt, dann sagt man, es ist wunderbar. Aber wenn wir den Wechsel von Tag und Nacht beobachten, die Sonne, den Mond und die Sterne am Himmel und die Abfolge der Jahreszeiten auf der Erde verfolgen, die die Früchte reifen lässt, dann muss jedem klar werden, dass dies das Werk eines Wesens ist, das grösser ist als der Mensch."

(Chased-by-bears, Sioux-Indianer)

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Ich bin

Ich bin das Land, meine Augen sind der Himmel, meine Glieder die Bäume, ich bin der Fels, die Wassertiefe. Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie auszubeuten. Ich bin selbst Natur.

(Squan´na´vai)

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"Weisst du, dass die Bäume reden?

Ja, sie reden. Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst.
Aber die weissen Menschen hören nicht zu. Sie haben es nie der Mühe wert gefunden, uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte, sie werden auch auf die anderen Stimmen in der Natur nicht hören.

Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren: Manchmal etwas über das Wetter, manchmal über Tiere, manchmal über den Grossen Geist."

(Tatanga Mani, Stoney)
ikuisuus Offline




Beiträge: 580

18.03.2008 16:29
#9 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Nachgedacht

"Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse.
Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben.

Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns auch keine Diebe.
Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt.
Wir waren viel zu unzivilisiert, um Wert auf persönlichen Besitz zu legen.
Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können.

Wir kannten kein Geld und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen.

Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte, keine Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen.

Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die - wie man uns sagt - für eine zivilisierte Gesllschaft so notwendig sind."

(Lame Deer)

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"Sie behaupten, unsere Erde gehört ihnen.

Seht Brüder, der Frühling ist da. Die Sonne hat die Erde umarmt. Bald werden wir die Kinder dieser Liebe sehen.
Jeder Same, jedes Tier ist erwacht. Diesselbe Kraft hat auch uns geboren.
Darum gewähren wir auch unseren Mitmenschen und unseren Freunden, den Tieren, die gleichen Rechte wie uns, auf dieser Erde zu leben.

Aber hört Brüder. Jetzt haben wir es mit einer anderen Art zu tun. Sie waren wenige und schwach; jetzt aber sind es viele und sie sind stark und überheblich. Es ist kaum zu glauben, sie wollen die Erde umpflügen. Habgier ist ihre Krankheit. Sie haben viele Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken damit zu stützen.

Sie sagen, unsere Mutter die Erde gehöre ihnen; sie zäunen uns, ihre Nachbarn, von unserer Mutter ab. Sie beschmutzen unsere Mutter mit ihren Gebäuden und ihrem Abfall.

Sie zwingen unsere Mutter, zur Unzeit zu gebären. Und wenn sie keine Frucht mehr trägt, geben sie ihr Medizin, auf das sie auf's neue gebären soll.

Was sie tun ist nicht heilig. Sie sind wie ein Fluss zur Zeit des Hochwassers. Im Frühling tritt er über die Ufer und zerstört alles auf seinem Wege."

(Sitting Bull, Lakota)

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"Für euch Weiße waren wir Wilde.

Ihr habt unsere Gebete nicht verstanden. Ihr habt nicht einmal versucht, sie zu verstehen.
Wenn wir der Sonne, dem Mond oder dem Wind unsere Loblieder sangen, beteten wir in euren Augen Götzen an.
Ohne uns zu verstehen und nur, weil unsere Art der Anbetung anders war als eure, habt ihr uns als verlorene Seelen verdammt.

Wir sahen das Werk des großen Geistes in seiner ganzen Schöpfung: in Sonne, Mond, Bäumen, Bergen und Wind. Manchmal traten wir durch das, was er geschaffen hatte, an ihn heran.
War das so schlecht?
Ich weiß, dass wir aus ganzem Herzen an das höchste Wesen glauben und unser Glaube ist stärker als der vieler Weißer, die uns Heiden nannten. Die roten Wilden waren immer enger mit der Natur verbunden als die weißen Wilden.

Die Natur ist das Buch jener großen Kraft, die ihr Gott nennt und die wir den großen Geist nennen.
Was für einen Unterschied macht schon ein Name aus!"

(Tatanga Mani, Stoney)

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Die Erde ist unsere Mutter,
sie trägt und nährt uns.
Was wir in sie hineinlegen, gibt sie uns zurück.

(Bedagi Big Thunder, Wabanaki)
Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

18.03.2008 19:48
#10 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Wunder-wunderschön, danke Dir, iku!

Regina ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 19:50
#11 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Danke, du Liebe....

Majka Offline




Beiträge: 8.785

18.03.2008 22:06
#12 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten
Iku...

Bei solchen vielen weisen Worten drängt sich die Frage auf, was ist eigentlich DIE ZIVILISATION?
Ähnlich wie mit den Indianern haben sich doch die "Weißen Brüder" auch gegenüber anderen Naturvölkern verhalten - angeblich zivilisiert
Es war doch erst vor paar Wochen oder Monaten, als sich der Australische Premier Minister bei den Aboriginees für das Verhalten der Weißen entschuldigt hat.
Wäre es nicht an der Zeit, dass dies auch das Weiße Haus tut?

_______________

Liebe Grüße
Majka

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

19.03.2008 10:17
#13 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Es ist schon längst überfällig sogar!
Aber das haben noch ebenso längst nicht alle begriffen.
Vor allem auch viele Obermuftis nicht - was sie wiederum disqualifiziert und zu den totalen Nieten macht.

Es gibt ein sehr einfach geschriebenes, einfach zu lesendes Buch, welches von Xokonoschtletl Gomora geschrieben ist und auf einfachste Weise Vergleiche aufzeigt: "Ansichten eines Wilden über die zivilisierten Menschen" Der Titel alleine spricht ja schon Bände.
Auch ein anderes, welches auch schon durch seinen Titel alleine eine sehr deutliche Aussage in sich trägt: "Unser einziger Gott ist die Erde"

Heuler Offline




Beiträge: 1.692

19.03.2008 11:49
#14 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Danke!
Kennt ihr das Buch "der Papalagi"? Dort beschreibt ein Häuptling eines Naturvolkes auf Haiti die Gebräuche der Weissen. Da kommt man sich teilweise recht idiotisch vor!

_____________________________
Give me something to believe
`cause I am living just to breathe
but I need something more
to keep on breathing for...

ikuisuus Offline




Beiträge: 580

19.03.2008 14:02
#15 RE: Die Worte eines Medizinmannes antworten

Hallo liebe Heuler

Klingt auch sehr interessant! Muss ich mal schauen, dass ich das Buch demnächst bekomme, danke für den Tipp!

Hätte auch noch zwei Tipps: "Der Wind ist meine Mutter" von Bear Heart (bezieht sich auch auf die Lebensweise der Indianer. Ohne anklagenden Unterton auf sehr nette Art und Weise Vergleiche mit kleinen Ratschlägen dazu)

Und noch von Tom Brown jr. die Bücher. Ich habe vier - oder sind's fünf? Ohje Sie handeln von seinem Leben als Kind, als er einen alten Indinaner Stalking Wolf getroffen hat und von ihm unterrichtet wurde, über seine zehn Jahre Leben in der Wildnis, weil er nicht mehr in die Zivilisation zurück wollte, dort nicht mehr zurecht kam und in den Pine Barrens lebte, bis hin zu heute, wo er seit vielen Jahren schon eine Trackerschool hat und mit seiner Familie lebt. Er erzählt von den Jahren wie und was er alles gelernt hat, erzählt seine Wege zu den einzelnen Fähigkeiten, auch dass er immer wieder gescheitert war und scheitern musste, um zum Ziel zu gelangen und auch von seinen Visionen, die sehr sehr interessant sind und auch vom Spurenlesen und vermisste Personen aufspüren.
Er hat noch weitere Bücher geschrieben, die ich aber noch (!) nicht habe.

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