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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Lagerfeuer
Majka Offline




Beiträge: 8.781

07.12.2006 22:59
Der Tod und das Leben antworten


Der Tod und das Leben


Es war ein warmer Frühlingstag. Die Blumen streckten ihre Köpfe der Sonne entgegen, die Blätter der Bäume zeigten eine satte Grünfarbe, die Schmetterlinge ließen sich von der lauen Brise frei und unbeschwert von Blüte zu Blüte tragen, und die Vögel zwitscherten und sangen munter ihr Lied. Stille und Frieden lag über dem Land.

Nur ein alter Mann schlurfte schleppenden Schrittes den Weg entlang. Sein Aussehen ähnelte dem eines Landstreichers. Das Haar war zerzaust, die Augen glanzlos, und im Gesicht hatten sich tiefe Falten eingegraben. Seine Schultern waren nach vorne gebeugt, als wäre der dunkle Mantel, den sie trugen, viel zu schwer für sie. Immer wieder blieb er stehen, um Atem zu schöpfen; und wenn er für einen kurzen Moment aufblickte, lag der gesamte Weltschmerz in seinen Augen. Er kam zu einer Friedhofsmauer, an der mehrere Bänke aufgestellt waren. Sie waren leer. So liess er sich auf einer Bank nieder, um ein wenig auszuruhen. Müde schloss er die Augen und hing seinen Gedanken nach. Er träumte von der Vergangenheit.

Früher, ja früher… Da hatten ihn die Menschen noch gerne gesehen, wenn er gekommen war, um eine Seele abzuholen! Sie hatten ihn freundlich begrüsst, hatten ihn eingeladen, und er hatte mit ihnen gefeiert. Es wurde gesungen und getanzt, und die Seelen hatten sich glücklich und in Frieden von ihren Familien verabschiedet, bevor er dann mit ihnen entschwunden ist. Aber das ist schon lange her… Ein tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust.

Er musste wohl eingeschlafen sein; denn als er wieder aufblickte, war die Sonne verschwunden und der Gesang der Vögel verstummt. Langsam begann die Dunkelheit hereinzubrechen, aber den alten Mann störte das nicht. Er träumte der Vergangenheit nach; konnte nicht verstehen, warum ihn die Menschen nicht mehr mochten. Er tat doch niemandem etwas Böses; erfüllte nur seine Aufgabe, die Seelen abzuholen und nachhause zu begleiten.
Eine zarte Hand berührte seine. Der alte Mann erschrak, denn er hatte sich schon lange an seine Einsamkeit gewöhnt. Aber als er den Kopf hob, blickte er in zwei sanfte Augen, in denen sich Lebensfreude widerspiegelte.

Ein junges Mädchen stand vor ihm, farbenfroh gekleidet, ein hübsches Gesicht, und in seinen Augen funkelten Sterne Er konnte nicht benennen, was es war, aber etwas an diesem Mädchen zog ihn in seinen Bann.
„Wer bist du?“, fragte er.
„Ich bin das Leben!“, antwortete das Mädchen, und seine Augen strahlten noch intensiver. „Und wer bist du?“, fragte es neugierig.
„Ich bin der Tod!“, sagte der Mann.
Da wurde das Mädchen ernst. Es spürte die Traurigkeit des Alten, und so setzte es sich neben ihn, nahm seine Hand und hielt sie. Nach einer Weile fragte das Mädchen: „Warum bist du so traurig… Tod?“ Es hatte ein wenig Hemmungen, diesen Namen auszusprechen.
„Ach weißt du“, jammerte der Tod. „Früher, vor langer, langer Zeit… da mochten mich die Menschen noch. Es war so selbstverständlich, dass ich kam und die Seelen abholte, und überall wurde ich freundlich aufgenommen und bewirtet. Ich war sozusagen einer von ihnen, gehörte dazu, und niemand nahm Anstoss daran, dass ich nach der Feier die Seelen mitnahm, um nachhause zu begleiten.“ Er schwieg erschöpft, das Reden hatte ihn angestrengt, und die Trauer ihn wieder übermannt.
Still saß das Leben neben ihm, hielt immer noch seine Hand.
Plötzlich ruckte sein Kopf hoch, und so etwas wie Wut war in seinen Augen zu sehen. „Und heute?“, fragte er. „Wie ist das heute?“
„Ich weiß es leider nicht“, erwiderte das Leben. „Bisher gab es für mich nur Leben, ich werde heute zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert.“
„Heute…“, sagte der Tod. „Heute haben die Menschen Angst vor mir! Anstatt diese Seelen mir anzuvertrauen, damit ich sie friedlich und in Liebe nachhause begleiten kann, werden die Menschen mit Medikamenten vollgepumpt bis zum Äußersten, werden sie an Maschinen angeschlossen, damit sie nur ja auf der Erde bleiben, egal wie sehr sie leiden! Sogar auf halbem Wege werden mir noch Seelen entrissen!“
Wieder schwieg er erschöpft. Eine Träne löste sich aus dem rechten Augenwinkel, und mit zittriger Stimme fuhr er fort: „Ich will den Menschen nichts Böses. Ich liebe sie so unendlich, und das was ich tue, ist nichts Anderes, als sie in das Paradies zu begleiten, das sie sich doch ihr Leben lang so sehr wünschen. Das Einzige, was sie dafür hinnehmen müssen, ist, ihren physischen Körper, den sie nicht mehr brauchen, zurückzulassen.
Ich führe sie in die Freiheit, in den Frieden! Aber sie wollen mich nicht.
Und wenn die Seelen bereit sind, nachhause zu gehen, sind es die Angehörigen, die sich dagegen wehren, die nicht loslassen wollen und können. Dabei machen sie es sich ja nur selber schwer, die Menschen! Aber das verstehen sie wohl nicht.“ Jetzt weinte er bitterlich. „Sieh’ mich an, Leben! So wie heute sah ich nicht immer aus! Ich war geachtet und respektiert, und eingehüllt in glänzende Gewänder.“
Wieder schwieg er eine Weile. „Das, was du heute in meinem Gesicht lesen kannst und an meinem Gewand haften siehst, sind der Kummer und die Sorgen der Menschen. Jedes Mal, wenn ich eine Seele wegtrage, schicken sie mir diese Energien hinterher. Ich bin gebeugt durch soviel Menschenleid, gebeugt durch die Kämpfe, die ich auszustehen habe, bis ich eine Seele erlösen kann.“

Lange blickte das Leben den Tod an, und in seinem Lächeln war so unendlich viel Liebe, dass es dem Tod ganz warm im Herzen wurde. Mit geschlossenen Augen genoss er dieses wundervolle Gefühl. Eng aneinander geschmiegt sassen die beiden auf der Bank, hielten sich an den Händen. Göttliche Energie umhüllte sie, tauchte sie in goldenes Licht, welches in Form einer Säule zwischen Himmel und Erde spannte.
„Tod“, sprach das Leben, „Gott hat mich beauftragt, dich bei der Erfüllung deiner Aufgabe zu unterstützen, dir beizustehen. Durch diese göttliche Energie sind wir untrennbar miteinander verbunden, wir sind Eins und sind Eins mit Gott. So lass uns ab nun gemeinsam die Menschen besuchen. Wenn sie gleichzeitig mit dem Tod das Leben sehen, wird dies ihre Angst nehmen. So ist es von Gott gewollt.“

In Tods Augen trat ein Leuchten. Seine vergrämten Gesichtszüge entspannten sich, und man konnte beobachten, wie sich sein gebeugter Körper aufrichtete. Er war wieder die stattliche, imposante Erscheinung, die er früher war. Unendlich glücklich über dieses Geschenk umarmte er das Leben, und sie verschmolzen ineinander. Gemeinsam wecken sie nun in der Menschen Herzen Hoffnung und Zuversicht auf Leben – von Ewigkeit zu Ewigkeit.

© Ponte della Luce, 27.5.2005


_______________

Liebe Grüße
Majka

URS ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 11:51
#2 RE: Der Tod und das Leben antworten

Mit jedem Schritt im Leben, nähern wir und dem Tod
NAMASTE URS

Ferry ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 12:20
#3 RE: Der Tod und das Leben antworten
Ja in diesem Leben hier auf Erden, ist jeder Schritt eine Zeitabfolge, er ist Zeit welche begrenzt verläuft.

Von hier nach da bedarf es dieser in Raum und Zeit. In der selbstgeschaffenen Illusion.

Doch es ist immer die Zeit außerhalb des JETZT welche durch ihr sein den Tod, auf Grund der ewigen Veränderung des Lebens selbst schafft.

Wenn wir es können uns selbst zu "reparieren" und wenn dies mal gar nicht mehr geht - einfach die Hülle abzustreifen um eine neue anzulegen, dann ist es ein Kleiderwechsel - sonst nichts.

Das Leben kann nicht sterben und es gibt nur das Leben.
Ferry

URS ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 13:12
#4 RE: Der Tod und das Leben antworten

Lieber Ferry,

der Tod ist die Geburt in eine neue Dimension
NAMASTE URS

Ferry ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 13:31
#5 RE: Der Tod und das Leben antworten

Natütlich ist jede Veränderung in ein Neues, die Beendigung des Alten.

Im Hier und Jetzt sind alle Dimensionen erfahrbar.

Ein Engelwesen, Meister - sucht sich aus wo und wie er seine Aufgabe wissentlich erfüllt.
In seinem bewussten Zustand ist er sich aller Dinge voll bewusst und kann sie für sich annehmen.

Solche Wesen reisen in allen Ebenen und wenn wir die Eine Kraft sind sehen wir Alles auf einmal.

Die Göttin erkennt auch Alles wie es ist.
Ferry

URS ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 14:00
#6 RE: Der Tod und das Leben antworten

hier die gleiche Antwort, wie auf die andere Frage ob wir uns erinnern



Ja Ferry, die Erinnerung war nie weg. Jedoch ist jeder Weg, der uns vorgeschrieben wird, ein Weg den wir nicht wirklich gehen wollen.
Egal ob es der Weg der Magie, des Lichtes oder Gottes Weg ist.
Die Wege werden uns mit schönen Worten schmackhaft gemacht und wir bemühen uns zu folgen und dann kommt die erneute Enttäuschung, wenn wir feststellen, das war es auch nicht, was wir wirklich wollen.

Wir bekamen Wege vorgelebt und wollen es dann besser machen. Es gibt Zeiten im Leben auf der Erde, da vergessen wir alle warum wir hier sind, wir lernen neu das Laufen, das Singen, das Lachen und wir lieben die Geborgenheit. Wir sind glücklich in unserem Umfeld und sonnen uns in dem Erreichten, wir haben Verantwortung gelernt und geben diese als gereifte Menschen an unsere Kinder weiter.
Dann reifen unsere Kinder heran und gehen ihre eigenen Wege.

Je nach dem, wie wohl sie sich in unserer Umgebung fühlten bleiben sie in unserer Nähe oder verlassen diese Umgebung ganz und gehen auf Wanderschaft.
Und plötzlich sind wir wieder allein und frei von Verantwortung, wir genießen unsere Ruhe und das Alleinsein um uns wieder zu besinnen, warum wir hier sind und ob das alles gewesen sein soll.
Es beginnt eine Neue Zeit und wir gehen diese Schritte bewusster, denn wir wissen dieser Abschnitt ist nun der Weg in die neue Dimension hinter den Schleier.

Einige von uns haben das Glück auf diesen Weg Unterstützung zu haben. Unsere Enkelkinder werden geboren. Wir haben noch mehr Zeit und Ruhe uns mit ihnen zu beschäftigen, als wir es mit unseren Kindern taten, denn die Verantwortung, der gesellschaftliche Druck ist weg.
Wir können lieben, wir entdecken die bedingungslose Liebe gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern.
Wir dürfen zusehen, wie sie entdecken, die ersten Schritte machen, singen und lachen.

Wir haben wieder Freude an den kleinsten Dingen die täglich geschehen und sei es ein Hühnerei, was im Stall entdeckt wurde und mit den kleinen Händchen ergriffen wurde.

Wir erinnern uns, wenn wir das erstaunte Gesicht sehen, wenn das rohe Ei zerdrückt wurde, die ersten Erfahrungen der Kleinen mit dem fragenden Gesicht, war das falsch oder richtig. Wir streicheln und sagen es war richtig, wenn du das Ei essen willst, musst du es behutsam tragen, so wie wir dich behutsam tragen, wenn deine kleinen Füße es noch nicht schaffen weite Wege zu laufen.

Wir erlangen das Bewusstsein wieder warum wir hier her wollten und wir nähern uns der neuen Dimension und wir fragen uns täglich haben wir unsere Aufgabe hier erfüllt und wir wünschen uns, das noch zu schaffen, was wir uns vorgenommen hatten.

Es war nur eine ganz kleine Aufgabe, die Liebe leben.
Diese kleine Aufgabe hat so wunderbare Wege und ich wünsche euch allen, das ihr euch erinnert und euren eigenen Weg der Liebe findet, dann wissen wir, wir haben unsere Aufgabe erfüllt und können die Liebe weiter geben und verbreiten, egal auf welchen Weg.

Ich wünsche euch ein besinnliches 2. Adventochendende.


NAMASTE URS

Majka Offline




Beiträge: 8.781

08.12.2006 15:19
#7 RE: Der Tod und das Leben antworten
In Liebe leben bedeutet noch lange nicht, dass mensch die Angst vor dem physischen Tod verloren hat.
Die Autorin zeigt in der Geschichte auf die Überflüssigkeit solcher Ängste, es sind unsere eigenen Stolpersteine, die wir uns in den Weg legen.
Wenn die Menschen wirklich und wahrhaftig im Herzen von ihren Ängsten loslassen könnten, wie sie in ihren Worten behaupten (das ist aber der Kopf *ggg), hätten wir solche Geschichten und Diskussionen gar nicht nötig - wir wären WAHRE Wissende, die sich telepathisch, durch Gedankenübertragung verständigen, die Telefone und Internet wären überflüssig.

Schon diese Diskussion deutet darauf hin, dass die Erinnerung doch noch nicht so wach ist, wie wir es denken oder es gerne hätten.

_______________

Liebe Grüße
Majka

URS ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 17:26
#8 RE: Der Tod und das Leben antworten

Oh Majka, das waren nur meine Gedanken zu beiden Themen, die für mich zusammen gehören. Man kann deine Geschichte natürlich auch einfach stehen lassen. Ich wolle damit ausdrücken, das sie im Laufe des Lebens auch die persönlichen Einstellungen ändern. Ich habe oft gemerkt, das Menschen, die ihr Leben trotz Kriege, friedlich gelebt haben - in Harmonie weniger Angst vor dem Tode haben, als Menschen die im Streit und Frust mit ihrer Umweld liegen. Irgendwie verstehe ich deine Antwort nicht richtig betreffs der Diskussion. Man kann sich natürlich auch anschweigen.
NAMASTE URS

Majka Offline




Beiträge: 8.781

08.12.2006 18:19
#9 RE: Der Tod und das Leben antworten
In Antwort auf:
Irgendwie verstehe ich deine Antwort nicht richtig betreffs der Diskussion.


Liebe Urs, versuche die Antwort nicht zu verstehen, sondern zu erfühlen. Verstand ist eher ein Hindernis bei diesen Themen.
Die Geschichte ist nicht von mir, mit den Federn der Autorin möchte ich mich wirklich nicht schmücken.
_______________

Liebe Grüße
Majka

URS ( Gast )
Beiträge:

08.12.2006 18:31
#10 RE: Der Tod und das Leben antworten

In Antwort auf:
Liebe Urs, versuche die Antwort nicht zu verstehen, sondern zu erfühlen. Verstand ist eher ein Hindernis bei diesen Themen.


Danke liebe Majka, ich folge meinem Gefühl, betreffs deiner Antwort
NAMASTE URS

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