Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Übersicht | Suche | Anmelden | Login | Online ? | Mitglieder | Chat | FAQ

 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 214 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Wohnstube
Majka Offline




Beiträge: 8.773

11.05.2008 10:48
Kritik antworten

Etwas zum Schmunzeln und Nachdenken zugleich - aus der Seite von zeitzuleben.de

Das Zitat der Woche
Wer gackert denn da?


„Ein Kritiker ist eine Henne, die gackert, wenn andere legen.“
-- Giovanni Guareschi


von Tanja Konnerth

Wer mich schon ein bisschen länger kennt, weiß, dass „Kritik“ eines meiner Lieblingsthemen ist. Als ich obiges Zitat fand, musste ich herzlich lachen, denn es trifft meiner Ansicht nach den Nagel auf den Kopf!

Überlegen Sie mal: Zeichnen sich Ihrer Erfahrung nach Kritiker dadurch aus, dass sie eine Sache besser können als der Kritisierte?

Sind Literaturkritiker z.B. diejenigen, die die besten Romane schreiben?

Oder malen Kunstkritiker die besten Bilder?

Oder zeichnen sich Theaterkritiker durch eine besondere Schauspielqualität aus?
Die Antwort lautet in den meisten Fällen „nein“ und weniger noch: die wenigsten Kritiker haben in dem Feld, in dem sie munter kritisieren überhaupt je selbst etwas aktiv gemacht!

Sollte uns das nicht zu denken geben?

Ganz ähnliches gilt übrigens auch im Alltag, denn achten Sie einmal ganz bewusst darauf: diejenigen, die am schnellsten mit kritischen Bemerkungen dabei sind, sind meist Personen, die selbst nicht gerade Paradeleistungen in dem Gebiet vorweisen können.

Ich finde das Bild mit der gackernden Henne jedenfalls einfach köstlich und ich hoffe, dass es Ihnen bei der nächsten Kritiker-Attacke helfen kann, die Kritik humorvoll zu nehmen und das Ganze mal aus der Sicht zu sehen: manchmal entsteht Kritik auch aus dem Frust heraus, selbst keine Eier legen zu können. (TK)



_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

11.05.2008 12:07
#2 RE: Kritik antworten

Gerade kam von Tanja Konnerth noch eine Ergänzung zur Kritik:

Kritik braucht Respekt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

schon in der letzten Woche hatte ich mich mit dem Thema Kritik befasst und mir ist dazu noch ein weiterer Gedanke gekommen, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte: Und zwar handelt es sich um den Respekt.

Gerade wenn es um das Kritisieren geht, vermisse ich in der Kommunikation genau das: Respekt.

Wie schnell werden wir und andere unabhängig von Alter oder Erfahrungsschatz von Kritikern regelrecht geschulmeistert. Da wird nicht etwa nachgefragt, ob eine Anregung überhaupt erwünscht ist und es wird auch nicht vorher in Erfahrung gebracht, welchen Hintergrund das Objekt der Kritik eigentlich hat, sondern es wird einfach davon ausgegangen, dass Kritik angebracht, ja, sogar nötig und nützlich ist.

Aber nehmen wir doch einmal an, dass wir uns oder die Person, die in der Kritik steht, sich vielleicht etwas bei dem gedacht hat, was wir oder sie da produziert bzw. getan haben/hat. Fair wäre da doch, sich wenigstens die Mühe zu machen herauszufinden, ob das Ergebnis so beabsichtigt war, bevor sich jemand mit seiner eigenen Herangehensweise aufdrängt.

Allein schon durch diese kleine Portion Respekt würde Kritik nicht wie ein Angriff wirken. Im Gegenteil: das gezeigte Interesse könnte eine prima Gesprächsgrundlage für einen Austausch bilden, in dem dann jeder seine eigene Sichtweise einbringen kann, ohne damit den anderen klein zu machen.

Respekt sollte meiner Ansicht nach die Basis einer jeden Kommunikation sein – also gehört sie auch zum Kritisieren dazu. Achten Sie einmal bei sich selbst und bei anderen darauf, wie oft er aber gerade dort vergessen wird.

Mit herzlichen Grüßen,
Tanja Konnerth



_______________

Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

14.05.2008 09:26
#3 RE: Kritik antworten

Ja und nein. Ich glaube nicht, dass man die Kunst selber ausüben muss, die man kritisiert. Ich arbeite für meine Zeitung unter anderem auch als Kabaret- oder Musikkritiker, spiele zwar selber Instrumente und singe, aber längst nicht so gut wie einige der Künstler, die ich rezensiert habe.
Um es so zu sagen "Ich kann auch keine Eier legen, trotzdem weiß ich, wann ein Ei gut oder schlecht schmeckt."
Was aber sicher richtig ist, ist dass zum kritisieren auch und vor allem RESPEKT gehört.
Wenn ein Künstler mal einen schlechten Tag hat und recht patzt, kann man ihn nicht in den Himmel loben. Aber ich muß ihn auch nicht zerreissen und noch eins draufgeben. Es ist der schmale Grat zwischen "aufrichtig" und "schonungslos", der beim Kritisieren not tut.

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

15.05.2008 08:46
#4 RE: Kritik antworten

Hierzu noch eine kurze Fabel:
Eine Maus wurde von einem Pferdeapfel getroffen und vollständig bedeckt, so dass nur noch ihr Schwanz heraussah. Da kam eine Katze vorbei, zog die Maus am Schwanz aus dem Mist und fraß sie auf.
Moral: Nicht jeder, der uns mit Dreck bewirft, ist ein Feind und nicht jeder, der uns aus dem Dreck rauszieht, ein Freund.

Majka Offline




Beiträge: 8.773

16.05.2008 07:05
#5 RE: Kritik antworten

Die Geschichte ist genial einfach - einfach genial.
Danke, liebe Lady - auch für deine Erfahrung!

_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

29.11.2010 23:15
#6 RE: Kritik antworten

Wie gerufen kommt das Thema "Kritik" wieder mal mit dem letzten Newsletter von "Zeit zu Leben". Vor allem auf der Arbeit muss ich mich mit der Kritik auseinandersetzen - egal ob es um meine Arbeit geht oder ob meine Kritik auf andere zielt. Es ist eine Herausforderung. Sie kann gut ankommen, aber ungeeignet ausgedrückt, kann sie auch für viele Missverständnisse und "heiße Luft" sorgen.

Hier der Newsletter vom letzten Sonntag, den 28.11. Bin auf euere Ansichgen gespannt.

**************

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nehmen wir an, Sie haben etwas Gutes geleistet. Vielleicht haben Sie etwas Tolles gekocht. Oder Sie haben ein ausdrucksstarkes Bild gemalt. Oder Sie haben im Büro einen guten Bericht geschrieben.

Und weil Sie es gut gemacht haben, bekommen Sie 9 nette, lobende, positive Rückmeldungen auf Ihr Tun. Aber Sie bekommen auch eine gemeine, abwertende, kritische Anmerkung zu dem, was Sie geleistet haben.

Was wird Sie jetzt mehr beschäftigen? Sind es die neun bestärkenden Feedbacks? Oder ist es die eine hässliche Bemerkung?

Wenn es Ihnen genauso geht, wie den meisten von uns, dann wird Sie die Kritik mehr beschäftigen. Vielleicht entwertet die eine Kritik in Ihrem Empfinden sogar Ihre Leistung. Und das, obwohl das Verhältnis von Gut zu Schlecht 9 zu 1 steht.

Irgendwie ist das schon seltsam, oder? Das Schlechte scheint in unserem menschlichen Empfinden deutlich schwerer zu wiegen, als das Gute.

Das führt mich zu einer interessanten Idee: Wenn wir also die negativen Dinge viel stärker wahrnehmen, als die positiven Aspekte des Lebens und wenn wir die positiven Aspekte eher ausblenden, dann bedeutet das eines:

Und zwar, dass die Welt objektiv betrachtet wesentlich besser ist, als wir sie empfinden.

Es ist nicht die Welt da draußen, die durchgängig negativ ist. Es ist die Brille, durch die wir schauen, die die Wirklichkeit verzerrt.

Wir leben hier zum Beispiel in einem reichen Land, wir haben Frieden, niemand muss hungern oder frieren, die Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern ist extrem niedrig im Vergleich zu vielen anderen Ländern. Mehr als 90% der arbeitsfähigen Menschen haben Arbeit und der Rest muss nicht betteln oder verhungern, sondern wird vom Staat unterstützt. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist bei uns sehr hoch und wir haben eine kostenlose Krankenversicherung. Und bei uns kann man kostenlos zur Schule gehen und kostenlos oder zu sehr geringen Gebühren studieren.

Aber worüber reden wir mit unseren Nachbarn oder Kollegen? Über die Dinge, die nicht stimmen.

Und bevor jetzt der große Aufschrei losgeht: Ja, natürlich gibt es Missstände und Ungerechtigkeiten. Genauso, wie es eben die vielen positiven Seiten unseres Lebens hier in Deutschland gibt.

Ich sage nicht, dass wir alle nur noch mit einer rosaroten Brille durch die Gegend laufen und die Missstände ignorieren sollten. Ich sage nur: Freunde,… nehmt mal ab und zu einen tiefen Atemzug und schaut bitte auch mal hin, was es alles Gutes gibt.

Denn wenn man nur auf die schlechten Dinge schaut (und unser Gehirn scheint uns ja dazu zu verleiten), dann kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass wir in einer schlechten, ungerechten, zynischen Welt ohne Mitgefühl leben. Das tun wir aber nicht. Wer sich die Mühe macht, nach dem Guten in der Welt zu suchen, der wird überall fündig werden. Man muss dazu nur erst einmal verstehen, dass wir alle diesen Negativfilter im Kopf haben.Und man muss diesen Filter dann bewusst übersteuern.

Warum soll man auch mal auf das Gute schauen?

Ganz einfach: Damit man die Hoffnung und den Glauben an das Gute nicht verliert. Und damit man handlungsfähig bleibt. Denn Hoffnung, Glauben und Handlungsfähigkeit braucht man, wenn man wirklich etwas zum Besseren in der Welt verändern will.

Mal nebenbei: Stellen Sie sich vor, Sie stellen etwas wirklich Gutes auf die Beine. Und Sie bekommen 9 positive Rückmeldungen darauf und einer kritisiert Ihr Tun wieder auf eine hässliche Art. Und stellen Sie sich vor, Sie würden daraufhin mit den Schultern zucken und sagen:

„Du und deine Kritik, Ihr habt gerade 9:1 verloren. Ist also dein Problem, nicht meins!

Das wäre doch auch mal was, oder?

Herzliche Grüße an Sie,
Ralf Senftleben

_______________

Liebe Grüße
Majka

 Sprung