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Dieses Thema hat 11 Antworten
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Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

22.09.2008 21:39
Bienensterben antworten

Ich stelle Euch hier einen Artikel zum Bienensterben in den USA rein, das meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema ist. Ich selber schreibe gerade über das Bienensterben hier vor Ort. Sobald mein Artikel in der Zeitung war, stelle ich ihn Euch auch hier rein.

----------------

Rätselhafter Exitus der Bienen

Das spurlose Sterben

In den USA ist die Mehrzahl aller Bienen verschwunden. Weil eine klare
Ursache fehlt, spekulieren Forscher über das Ende der Insektenart -
ein Ende mit möglichen Konsequenzen für die Menschheit.

Von Petra Steinberger

Sie sind weg. Haben den Stock alleingelassen, die junge Brut nicht
mehr versorgt. Sind nie wieder aufgetaucht, die älteren, erwachsenen
Bienen.

Haben auch keine Toten zurückgelassen. Millionen und Abermillionen
Bienen sind in Nordamerika einfach verschwunden im Lauf der
vergangenen Monate. Und immer mehr amerikanische Imker, die in
diesen ersten warmen Wochen nach dem Winter zum erstenmal ihre
Bienenstöcke wieder öffnen, berichten dasselbe.

"So etwas habe ich noch niemals gesehen", sagte der kalifornische
Bienenzüchter David Bradshaw schockiert einer Zeitung. ,,Ein Stock
nach dem anderen war einfach leer. Es sind keine Bienen mehr
daheim.‘‘

An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der
Bienenvölker kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als
70 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und
Teile Kanadas. Dasselbe passiert auch in Spanien und in Polen.


Aus der Schweiz gibt es die ersten Berichte und auch aus Deutschland -
nur hat das Bienensterben bisher nirgendwo solche Ausmaße wie in
den USA.


"Das Bienensterben kann eine Warnung an uns sein"

Es ist ein seltsames, geradezu unheimliches Phänomen, das die
Bienenvölker heimsucht. Die Wissenschaft hat ihm jenen Namen
gegeben, den sie reserviert hat für etwas, das sie noch nicht, vielleicht
nie erklären kann: disorder, Störung. Man spricht vom ,,Colony
Collapse Disorder‘‘, von einer Störung namens Bienenvolk-Kollaps, kurz
CCD. Über die Symptome weiß man ziemlich viel: In betroffenen
Kolonien fehlen alle erwachsene Bienen, und es liegen auch, wie
normalerweise üblich, keine toten Bienen in der Nähe. Die Bienen
fliegen fort und sterben irgendwo draußen.


Vorräte an Honig sind da, und die nicht ausgewachsenen Bienen, die
nun verhungern. Eine Kolonie, die mitten im Zusammenbruch steckt,
mag von außen ganz normal wirken. Aber innen gibt es viel zu wenige,
viel zu junge Arbeiterinnen. Und schließlich kommt etwas Eigenartiges
hinzu: Normalerweise werden die Stöcke eines Volkes, das an
Krankheiten stirbt oder in einem kalten Winter verhungert, sofort von
anderen Bienen oder Stockräubern ausgeplündert oder von Plagen wie
Wachsmotten übernommen. Diesmal aber dauert es mindestens zwei
Wochen, bis die Plünderer kommen.


Was die Ursachen für das Verschwinden sind, darüber weiß man fast
nichts. Aber man weiß, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die
Honigbienen für immer verschwänden. Eine Katastrophe auch für den
Menschen. ,,Früher‘‘, sagt May Berenbaum, Leiterin des Instituts für
Entomologie an der Universität Illinois, ,,waren es die Kanarienvögel in
den Minen. Wenn sie starben, dann wussten die Bergarbeiter, dass
etwas passieren würde. Manche von uns glauben, dass die Bienen
heute diese Funktion haben.‘‘ Die Aufmerksamkeit, die die Medien ihr
und anderen Bienenforschern in den vergangenen Wochen
entgegengebracht haben, verunsichert May Berenbaum. Vorsichtig
sagt sie: ,,Das Bienensterben könnte eine Warnung an uns sein, dass
etwas sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist.‘‘


Milben sind es diesmal nicht

Es geht nicht nur um die Bedrohung einer Tierart, auch nicht um das
Bienensummen im Frühling oder den Honig, der uns fehlen wird -
zumindest ökonomisch gesehen ist er ein angenehmes, aber eher
unwichtiges Nebenprodukt. Die Menschen brauchen die Bienen
dringend, denn etwa ein Drittel der menschlichen Nahrung ist direkt
oder indirekt von ihnen abhängig: Äpfel, Birnen, Pflaumen, ein Großteil
des Obstes werden zwischen 80 und 90 Prozent von Zuchtbienen
bestäubt, ebenso Mandelbäume, Melonen, Paprika, Kürbisse,
Himbeeren und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten - aber auch
Viehfutter wie Klee oder das in den USA verbreitete Alfalfa.



,,Wenn Sie einen Hamburger essen‘‘, sagt Berenbaum, ,,dann
verdanken Sie das indirekt den Bienen.‘‘ Manche Farmer versuchen, die
Bäume mit Hilfe riesiger Ventilatoren zu bestäuben, oder sie
experimentieren mit Hummeln und anderen Insekten. Aber wirkliche
Alternativen zur Bestäubung durch Bienen gibt es nicht, Wildvölker
existieren kaum noch, schon gar nicht in den riesigen Monokulturen,
und andere Insekten würden diese Mengen nicht schaffen.


Den durch Bienenpollination erwirtschafteten Wert schätzen Forscher
allein für die USA auf bis zu 18 Milliarden Dollar. In Europa sind es
immerhin bis zu fünfMilliarden Euro. Durch ihre Leistung bei der
Bestäubung gelten Bienen in Europa nach Rindern und Schweinen als
das drittwichtigste Haustier - noch vor dem Geflügel.


,,Eigentlich ist es eher merkwürdig, dass die Bienen es so lange
ausgehalten haben‘‘, sagt der Bienenforscher und Soziobiologe Jürgen
Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg. Ein Bienenvolk ist ein
extrem komplexer Superorganismus, der sich über Jahrmillionen an die
widrigsten Umstände angepasst hat.


,,Doch in den letzten zehn Jahren sind sie schwach geworden‘‘, sagt
Tautz. ,,Vor allem der Stress ist zuviel.‘‘ Die größte Bienenplage war
bisher die Varroa-Milbe, ein Parasit, der die Tiere aussaugt. Noch vor
zehn Jahren brauchten Forscher in ihren Versuchen zehnmal so viele
Milben wie heute um einen Stock zu töten. Aber Varroa ist es diesmal
nicht.


Vielleicht gibt es tatsächlich nur eine einzige Ursache für den
Völkerkollaps, die noch gefunden werden muss. Vielleicht aber, und
das vermuten auch andere Bienenforscher, sind es viele Ursachen, die
die Bienen langsam überwältigen. Die Flurbereinigungen, die keine
Feldraine mehr übrig gelassen haben, die Monokulturen und eine allzu
perfekte Forstwirtschaft, die jeden hohlen Baumstumpf aus dem Wald
holt, in dem die wilden Schwärme sich einst ansiedelten.


Die Städte und Vorstädte, die das Land überwuchern. Die Pestizide,
die sie vielleicht langsam vergiften. Krankheiten und Parasiten, die aus
allen möglichen Teilen der Welt über sie hergefallen sind,
eingeschleppt im Zuge der transkontinentalen Verschickung von
Zuchtbienen.


Inzwischen fehlt den Bienen auch der Mensch, der ihnen Unterkunft
bietet. In der freien Natur ist kaum noch Platz für sie. Aber auch die
Imker sterben aus, weil sie, wie in Deutschland, oft Hobby-Imker sind,
Pensionäre, die sich die Anschaffung neuer und die Versorgung
kranker Völker in jedem Frühling aufs Neue nicht mehr leisten
können. ,,Jedes Jahr durchschnittlich drei- bis fünfhundert Euro, das ist
eine Menge Geld für einen Pensionär‘‘, sagt Tautz.


"Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben"

Ein Teufelskreis: Je schwächer die Bienen werden, desto teurer wird
ihre Haltung und desto weniger Imker gibt es. Tautz und andere
Bienenforscher fordern deshalb, dass der Staat die Bienenzüchtung
finanziell unterstützt. In Amerika ist die Situation etwas anders. Zwar
hat auch hier die Zahl der Bienenhalter drastisch abgenommen. Das
liegt aber auch daran, dass sich das Geschäft konsolidiert hat. Denn
ein Geschäft ist die Imkerei in den USA zumindest teilweise geworden -
ironischerweise gerade deswegen, weil es nur noch so wenige Bienen
gibt.

Seit Mitte der siebziger Jahre ist die Zahl der Honigbienen in den USA
um die Hälfte geschrumpft. Inzwischen fahren mobile Bienenzüchter
von Obstplantage zu Obstplantage, um die Blüten von den Bienen
bestäuben zu lassen. Solche Großimker halten manchmal mehrere
tausend Stöcke - bei einer durchschnittlichen Koloniegröße von
zwanzig- bis dreißigtausend Tieren im Winter und bis zu
sechzigtausend im Sommer. Heuer, nach den gewaltigen Verlusten
durch CCD, zahlen die Obstfarmer manchmal das Dreifache des
üblichen Hektarpreises für die Bestäubung.


Doch wenn solche kommerziellen Halter vom Colony Collapse Disorder
getroffen werden, dann kann das den Ruin bedeuten. Ein Imker aus
Pennsylvania investierte 15.000 Dollar, um seine Bienen zur
Bestäubung der Mandelblüten nach Kalifornien zu bringen. Als er dort
ankam, war keine einzige Kolonie mehr am Leben.


Auf einen Satz verweisen betroffene Bienenzüchter und nüchterne
Bienenforscher inzwischen immer wieder, einen Satz, den Albert
Einstein einmal gesagt haben soll: ,,Wenn die Biene von der Erde
verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine
Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere
mehr, keine Menschen mehr...‘‘.

(SZ vom 13.3.2007)

Majka Offline




Beiträge: 8.781

22.09.2008 22:04
#2 RE: Bienensterben antworten
Liebe Lady,
mir sind beim Lesen des Artikels einige Gedanken durch den Kopf gegangen, es scheint nach Absicht, als ob die Bienen wüssten, dass es an der Zeit ist zu gehen. Aus welchem Grund auch immer. Als ob sie sich sagen, ach was, dann gehen wir eben. Es ist traurig, aber wahr.
Was mich etwas stutzig macht, ist, dass sie nicht ums Überleben kämpfen.

Wir sind für die Bienen unwichtig, aber sie sind wichtig für uns, für die Natur. Dabei fällt mir die Szene aus dem Zeichentrickfilm "Bee Movie - Das Honigkomplott" - wie die Natur ohne Bienen stirbt. Der Film hat ein Happyend, kann auch bei einem Kinderfilm nicht anders sein - aber in dem Film stecken schon viele ernsthafte Gedanken gerade zu diesem Thema drin. Ob es gerade deswegen gedreht wurde - um auf die Verhältnisse bei der Bienenzucht aufmerksam zu machen? Dass es zu wenig wilde Bienen gibt?

Scheint als eine sehr ernsthafte Warnung an die Amerikaner. Oder Ist es in Europa auch so massiv mit dem Bienensterben? Und auf anderen Kontinenten? Überall wird doch heftig gedüngt, gespritzt und mit Flugzeugen die Pestiziden versprüht... Wieso trifft es gerade Bienen?

_______________

Liebe Grüße
Majka

Ferry Offline




Beiträge: 295

23.09.2008 09:11
#3 RE: Bienensterben antworten

Als Imker in Österreich weiß man, das die Bienen wenn der Varroabefall zu groß wird, aus eigenem Schutz
ihr Volk sowie die Brut verlassen um den Infektionsgrund durch die Varroamilbe zu entkommen.

Auch ein warmer Winter spielt hier eine bedeutende Rolle, da die Flugbienen welche auch die Bienenbrut
betreuen ausfliegen und bei einem momentanen Kälteeinbruch draußen absterben und nicht mehr heimkommen.

In Österreich weiß man das die Population der Varroamilbe einen gewissen Prozentsatz nicht überschreiten darf, da sonst die Bienenkönigin aus dem Stock auszieht um das Volk zu retten.
Daher werden diese Bienenvölker im Herbst nach der Honigernte mit Ameisensäure begast was ein Abfallen der Varroamilbe bewirkt, welche dann am Boden des Bienestockes durch eine klebrige Schicht gefangen werden.

In den USA ist dies nicht möglich da dort keine Imker indem Sinn mit einem Bienenstandplatz arbeiten, sondern meist von riesigen LKWs aus auf welchen die Bienenstöcke verladen sind ihre Honigflüge absolvieren müssen in dazu angefahrene Blütenbestände.
Nach Ende der Biensaison werden die Völker meist einfach abgetötet um im Frühjahr neue Jungvölker aus Reserveköniginnen nachzuziehen. So ersparen sich dort die auf Gewinn orientierten "Honigernter" die teuren Zuckerkosten zum einfüttern der Bienen.

In unseren Breiten werden jedoch die Bienenvölker aufgefüttert und behandelt sowie überwintert um als voll intaktes Bienenvolk in die neue Saison wieder einzutreten.

Nur eine kurze Information aus der Arbeit mit Bienen und noch einen liebevollen Gruß an Euch Lichtfories!

Ferry

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

23.09.2008 09:22
#4 RE: Bienensterben antworten

Ferry:

Ja, von der Varroa Milbe hat der Imker auch gesprochen, mit dem ich geredet habe. Aber das Hauptpoblem hier in der Gegend scheinen die Insektizide zu sein (der Imker sagte, mit der Milbe kommen sie einigermaßen zurecht, aber nicht mit den Insektiziden). Gerade haben wir wieder einen Fall im Landkreis wo 12 Bienenvölker a 50.000 Bienen durch Insektizide sterben (akute Vergiftung). Der Imker hat das auf Kamera aufgenommen, ist ziemlich grausam zu sehen, wie sich die Insekten quälen. Das Problem geht auch viel weiter nach oben, weil Insektizide scheinbar kaum unabhängig geprüft werden ehe sie auf den Markt kommen dürfen.

Wie gesagt, reiche meinen Artikel noch nach, wenn er erschienen ist.

margit ( gelöscht )
Beiträge:

23.09.2008 12:34
#5 RE: Bienensterben antworten

Liebe Lady!Dein Artikel ist sehr interesannt!Geh einmal bitte auf die Internetseite unter Tiergeschwister,und dann auf die Bienen.Da steht warum das die Bienen machen!!Viel Glück mit dem lesen,umarme Dich Margit.

Majka Offline




Beiträge: 8.781

23.09.2008 18:49
#6 RE: Bienensterben antworten

Hier ist der direkte Link: http://www.tiergeschwister.de/Tiere/Schmetterlinge.htm

Danke, Margit!

_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.781

23.09.2008 18:51
#7 RE: Bienensterben antworten

@Ferry:

_______________

Liebe Grüße
Majka

Ferry Offline




Beiträge: 295

24.09.2008 09:49
#8 RE: Bienensterben antworten

Insektiziede können es sein, aber ist unwahrscheinlich.

Da bei den Bienen die Arbeitsteilung eingeführt ist fliegen nur Flugbienen aus um Pollen. Honig, Wasser in den Stock einzubringen.
Die Ammen ( Kindergärtnerinnen)betreuen die Jungen und Larven.
Keine Einzige dieser Flugbienen kommt in das Volk zurück da die Wächter ein "krankes, vergiftetes Tier" nicht einlassen.

Da aber die Population der Flugbienen dadurch geschwächt wird müssten dabei auch die Honiglagerungen dezimiert sein. Doch diese ist ja noch vorhanden.

Bei Varroabefall werden jedoch auch die männlichen Bienen am meisten infiziert, welche dafür sorgen das die Königin befruchtet wird, sowie die Jungbienen die als Flugbienen agieren sollten und wenn dies nicht mehr gewährleistet ist verlässt die Königin den Stock und mit ihr die Flugbienen um einen neuen Stock anzulegen.

Es könnte auch durch genmanipuliertes Saatgut eine Futteraufnahme für die Bienen erschwert möglich sein, dann reagiert die Königin ebenso um das Volk zu retten.
Das ist für viele Imker eine völlig neue und meist noch nicht erkannte Situation da hier die Insekten direkt über ihre Futteraufnahme vernichtet werden, wobei die Bienen damit nicht das Zielobjekt waren aber wurden.
Bei genmanipulierten Saatgut jedoch braucht es keine natürliche Bestäubung mehr und wurde wohl auf die nützlichen Bienen "vergessen" und das diese auch Insekten sind.

Dieses Bienensterben geht nun schon über viele Jahre so dahin und wird über medikamentöse Behandlung bis hin zu biologischen Abwehrmassnahmen versucht aufzuhalten.
Nur diese Behandlungen müssen unbedingt nach der oder wärend der Winterfütterung, also nach der Honigernte durchgeführt werden um eine Kontaminierung des Honigs aussen vorzuhalten.
Ebenso ist es wichtig Futterwaben des Winters aus dem Bienenstock zu entfernen um nicht dann solche medikamentösen Ablagerungen in den frischen Honig einzubringen.

Das ist auch der Grund warum ich nicht mehr meinen eigenen Honig produziere da es einfach zu aufwendig und teuer geworden ist.
Auch sind die Imker durch altersbedingte wie kostenbedingte Situationen in meinem Umfeld um 70% rückläufig geworden.
Ich hatte 300 Bienenstöcke bevor die Varroa durch wissenschaftliche Versuche in Österreich eingeschleppt wurde und die Bienenvölker trastisch reduzierte.
Nur weil einige dieser in unseren Breiten nicht beheimateten Tierchen aus dem Institut ausgekommen sind.

Imkerei ist eine Arbeit welche in der sonnigen Jahreszeit tagtäglich gewissenhaft durchgeführt werden muss und junge Menschen tun sich das einfach nicht mehr an.
Dies am Rande da die Frage aufkam warum es sowenige Bienen gibt.

Ferry


Majka Offline




Beiträge: 8.781

26.09.2008 19:14
#9 RE: Bienensterben antworten
Die Zuchtbienen sind zurückgegangen, da sind offensichtlich mehrere Faktoren im Spiel (wie du sie nennst, Ferry).

Kann es aber auch sein, dass der Mensch sich selbst ein Bein gestellt hat? Viele Jahrhunderte hat er die Zuchtbienen bevorzugt, oder hat er die wilden Bienenstämme zumindest in Ruhe gelassen?
Wo gibt es denn heute noch Waldbienen? Nur so, ohne vom Menschen gleich zur Honigproduktion genutzt zu werden? Irgendwo im Wald, in irgendeinem Baumstamm? Gibt es überhaupt noch welche solcher wilden Bienenvölker?

_______________

Liebe Grüße
Majka

Ferry Offline




Beiträge: 295

27.09.2008 08:20
#10 RE: Bienensterben antworten
Ganz wenige solcher wildlebenden Bienenvölker gibt es noch.
Auch werden diese von den Imkern gefördert, da wenn so einen Bienenvolk schwärmt nicht alle Schwärme wieder eingefangen werden können und besonders in waldreichen Gegenden oft sie sich so hoch absetzen das der Imker sie nicht ereichen kann.

Nur leider wenn diese die Varroamilben in sich tragen werden sie ohne Behandlung nicht überleben.
Auch werden sie oft von Menschen welche sie entdecken ausgeräuchert aus Angst vor Stichen.
Wie der Bär der abgeschossen wird da man ihn fürchtet.

Ferry
Majka Offline




Beiträge: 8.781

14.10.2010 22:51
#11 RE: Bienensterben antworten

Denver/ USA - Gemeinsam mit Kollegen der "United States Army" glauben Forscher Universitäten von Texas und Montana den Grund, bzw. die Gründe, für das andauernde weltweite Bienenvölkersterben gefunden zu haben. Nicht eine Ursache, sondern eine Kombination zweier Faktoren halten die Wissenschaftler für die Auslöser des bedrohlichen Bienensterbens.

Seit 2006 sind alleine in den USA bis zu 40 Prozent der Bienenvölker der mysteriösen "Collony Collapse Disorder" (CCD, Bienenvolk-Kollaps) zum Opfer gefallen. Zahlreiche Theorien und Forschungsansätze vermuteten bereits eine Vielzahl von unterschiedlichen Auslösern, darunter Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen, über Auswirkungen genetisch manipulierter Pflanzen bis hin zu Pestiziden, Parasiten und Pilzbefall.

In ungewöhnlicher Zusammenarbeit glauben nun militärische Wissenschaftler und Entomologen (Insektenforscher) die Ursache für das Bienensterben in einer Kombination aus einem Pilzbefall durch den Mikroorganismus "Nosema ceranae" und einem Virus gefunden zu haben. Das Ergebnis ihrer Studie haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "PLoS One" veröffentlicht.

Wie es zu dieser fatalen Kombination jedoch genau kommt, wissen die Forscher bislang noch nicht. Diese Frage zu beantworten sei nun das Ziel weiterer Untersuchungen. Beide Faktoren, Pilz und Virus, so die Forscher bislang, profitieren jedoch von kühlen und feuchten Wetterbedingungen und wirken sich im Magen der betroffenen Tiere aus, weswegen die Wissenschaftler sich weitere Antworten durch das Studium der Nahrung der Tiere erhoffen.

Erst wenn sich die beiden einzeln eher harmlosen Schädlinge verbinden, entstehe eine Erkrankung der Insekten, die schlussendlich und unweigerlich zu deren Tod führt, so die Forscher. Aus diesem Grund erhoffen sich die Forscher auch ein Mittel gegen das Bienensterben finden zu können, in dem sie gezielt nach einem Mittel gegen einen der Faktoren suchen wollen - eine Hoffnung, für deren Erfüllung die Forscher zunächst dem Pilz zuleibe rücken wollen. Selbst bereits vom Bienenvolk-Kollaps befallene Völker könnten so möglicherweise durch eine Behandlung mit gezielten Fungiziden gerettet werden.

Quelle: www.grenzwissenschaft-aktuell.de

_______________

Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.781

11.01.2011 18:40
#12 RE: Bienensterben antworten

Das Bienensterben hat die Avaaz.org veranlasst, eine weltweite Aktion in Bewegung zu setzen: Eine Petition zur Unterstützung der Imker, die sich dafür einsetzt, giftige Pflanzenschutzmittel als Düngemittel zu verbieten. Inzwischen haben die Petition schon über 600.000 Menschen unterzeichnet.
Ich natürlich auch.



Liebe Freundinnen und Freunde,

Weltweit sterben Bienenvölker aus und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Wissenschaftler machen bestimmte toxische Pestizide dafür verantwortlich und vier europäische Regierungen haben diese bereits verboten. Wenn wir die USA und die EU zum gemeinsamen Verbot bewegen, könnten viele Regierungen weltweit dem Beispiel folgen und die Bienen vor dem Aussterben retten. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten diesen Aufruf weiter:

Lautlos sterben Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Bienen machen nicht nur Honig, sie sind eine bescheidene und dennoch riesige Arbeitskraft und bestäuben 90% der Pflanzen, die wir anbauen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien machen eine bestimmte Gruppe von Pestiziden für das Bienensterben verantwortlich. Das Verbot dieses Gifts führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker in den Ländern, die das Gift verboten haben. Doch mächtige Chemiekonzerne betreiben aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt. Unsere größte Chance besteht derzeit darin, die USA und die EU zum Verbot dieser tödlichen Produkte zu bewegen -- ihr Handeln ist ausschlaggebend und wird große Effekte auf die Entscheidungen anderer Länder haben.

Wir haben nur wenig Zeit - die Diskussion dreht sich darum, was getan werden muss. Es geht nicht nur um die Rettung von Bienen, es geht um unser eigenes Überleben. Lassen Sie uns einen gewaltigen, globalen Aufruf an die EU und die USA starten, damit die Verwendung dieser Killer-Chemikalien untersagt wird und damit sowohl das Überleben der Bienen als auch unsere Ernährungssicherung gewährleistet wird. Unterzeichnen Sie diese dringende Petition jetzt und leiten den Aufruf an alle weiter. Wir sorgen dafür, dass er zu den Entscheidungsträgern gelangt:

https://secure.avaaz.org/de/save_the_bees/?vl

Bienen sind ausschlaggebend für das Leben auf der Erde -- jedes Jahr bestäuben sie Feldfrüchte und andere Pflanzen mit einem geschätzten Wert von 31 Milliarden Euro, mehr als ein Drittel der Lebensmittelversorgung in vielen Ländern. Ohne ein schnelles Eingreifen zur Rettung der Bienen könnte es am Ende heißen, dass unsere Lieblings- Früchte, Gemüse, Nüsse, Öle von den Regalen verschwinden.

Die vergangenen Jahre zeigen eine bedenkliche Zunahme des Bienensterbens -- einige Arten sind mittlerweile ausgestorben und letzte Woche erfuhren wir, dass einige Arten in den USA bei 4% ihrer vorherigen Zahlen angelangt sind. Wissenschaftler suchten lange nach Antworten. Einige Studien sehen die Ursache in einer Kombination von Faktoren wie z.B Krankheiten, Lebensraumverlust und toxischen Chemikalien. Doch mehr und mehr unabhängige wissenschaftliche Studien kommen zu dem Schluss, dass die Verwendung von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide dafür verantwortlich sind. Bienenzüchter und Wissenschaflter in Frankreich, Italien, Slovenien und sogar Deutschland, wo der Hauptproduzent Bayer seinen Sitz hat, haben bereits für ein Verbot der Produkte, welche auf diesen Chemikalien basieren, plädiert. Doch Bayer exportiert weiterhin sein Gift in die ganze Welt.

Die neuen Studien haben das Ausmaß des Problems bestätigt und eine hitzige Debatte ist nun neu entfacht. Wenn wir Entscheidungsträger in Europa und den USA zum Handeln drängen können, werden andere Regierungen ihrem Beispiel folgen. Es wird nicht einfach sein. Ein veröffentlichtes Geheimdokument zeigt, dass die amerikanische Umweltschutzbehörde über die Gefahren dieser Pestizide Bescheid wusste und sie ignorierte. Das Dokument besagt, dass Bayers "hochgiftiges" Produkt eine "grosse Gefahr für andere Insekten [Honigbienen] darstellt."

Wir müssen uns Gehör verschaffen, um Bayers starkem Einfluss auf Entscheidungsträger in den USA und innerhalb der EU entgegenzuwirken, wo das Unternehmen Studien finanziert und in politischen Gremien vertreten ist. Die wahren Experten auf diesem Gebiet -- die Imker und die Landwirte -- plädieren für ein Verbot dieser tödlichen Pestizide solange bis solide, unabhängige Studien durchgeführt werden, die die Unbedenklichkeit dieser Pflanzenschutzmittel beweisen. Lassen Sie uns nun diese Imker und Landwirte unterstützen. Unterzeichnen Sie die untenstehende Petition und leiten Sie diese E-mail an Freunde und Bekannte weiter:

https://secure.avaaz.org/de/save_the_bees/?vl

Wir können unsere empfindliche Nahrungskette nicht mehr der Forschung von Chemieunternehmen anvertrauen, die die Regulierungsbehörden in ihrer Gewalt haben. Ein Verbot dieses Pflanzenschutzmittels wird uns dem Ziel näher bringen, eine sichere Welt zu schaffen, sowohl für uns als auch für all die anderen wichtigen Arten, auf die wir angewiesen sind.

Hoffnungsvoll,

Alex, Alice, Iain, David und das ganze Avaaz-Team

_______________

Liebe Grüße
Majka

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