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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Lebens-Mittel im Neuen Zeitalter
Majka Offline




Beiträge: 8.773

14.01.2009 21:08
Wie Nahrung unser Leben beeinflusst antworten

Gefährliche Mahlzeiten - Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst

(Ausgestrahlt auf 3sat bei "Hitec" am 12.01.09 - hier der Video-Link: http://www.3sat.de/mediathek/?obj=10826
Wiederholung am 18.01. um 16.00 Uhr)


Nicht nur für die Wissenschaft ist diese Erkenntnis eine Sensation: Das, was wir essen, bestimmt, welche Gene in unserem Körper aktiv sind. Nahrung kann Gene ein- und ausschalten. Doch damit nicht genug: Manche dieser Schalterstellungen sind wahrscheinlich über mehrere Generationen vererbbar, sagen Forscher.

Dass aber erworbene Eigenschaften auf eine nachfolgende Generation übertragen werden können, widerspricht der klassischen Evolutionstheorie und galt bislang in der Wissenschaft als absurd. Sollten diese Forschungsergebnisse zutreffen, würden noch die Enkel für die Ernährungssünden ihrer Großeltern bezahlen. Dies ist auch ein Grund dafür, weshalb erstmals in der Geschichte der Neuzeit damit zu rechnen ist, dass die Gesundheit der nachfolgenden Generation schlechter sein könnte als die der Eltern.


Der Lebensstil steuert die "Schalter"

Schuld daran könnte unser moderner Lebensstil sein, der den Körper einer Fülle von Substanzen aussetzt, die das Erbgut negativ beeinflussen. So dringt beispielsweise seit Jahrzehnten unbemerkt ein Stoff aus Lebensmittelverpackungen in die Nahrung, der im Körper wie ein Hormon wirkt und möglicherweise verantwortlich für eine immer früher einsetzende Pubertät und eine lebenslange Neigung zur Fettleibigkeit sein könnte. Auch schwere Krankheiten wie Krebs, Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schizophrenie und Autismus können offenbar durch diese "Schalterstellungen" ausgelöst werden.


Epigenetik - eine junge Wissenschaft erweitert Darwins Modell

Beeinflussung der Gene

Anabel und Gemma Molero aus Barcelona sind eineiige Zwillinge, also genetisch identisch. Deshalb eignen sie sich besonders gut dafür, herauszufinden, ob sich das Erbgut eines Menschen im Laufe der Jahre verändert.


Identische Gene, unterschiedliche Funktion

Als Kinder wachsen sie gemeinsam bei den Eltern auf. Doch mit sechzehn gehen sie ihre eigenen Wege. Die Eine lebt in England, die andere in Mexiko. Mit den getrennten Wohnorten ändert sich auch ihr Lebensstil. Und ihre Essgewohnheiten.

Zwilling Gemma Molero:
"Ich kaufe ein, um etwas schnell zubereiten zu können. Meine Ernährung ist nicht die beste. Ich esse fast alles, bis auf ein paar Dinge, die ich nicht mag und einige Sachen, gegen die ich allergisch bin. Aber sonst viel Pasta und Fleisch.“

Zwilling Anabel Molero:
"Ich mache viel Sport und versuche auf meine Ernährung zu achten. Ich esse viel Obst und Gemüse, denke dass ich mich ausgewogen ernähre, ausserdem koche ich gern.“

Seitdem sich die Zwillinge unterschiedlich ernähren, verändern sich nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Gesundheit. Am Madrider Krebsforschungsinstitut geht Manel Esteller der Frage nach, warum sich seit einiger Zeit die Krankheitsanfälligkeit der beiden stark unterscheidet. Er entnimmt den Zwillingen Speichelproben, die den DNA-Code der jungen Frauen enthalten. Bei der Analyse kommt er einem eigenartigen Phänomen auf die Spur: Die Gene der beiden sind nach wie vor identisch, doch irgendetwas beeinflusst ihre Funktion.


Das Epigenom - eine Art Schaltplan

In ihren Zellkernen befinden sich Chromosomen. Sie bestehen aus langen DNA-Ketten, die alle Erbinformationen, die Gene, enthalten. Die DNA ist um Proteinbrocken gewickelt, die Nukleotide. Docken sich Methylgruppen an die DNA, so ziehen sich die Nukleotide dicht zusammen. Diese „methylierten“ DNA-Abschnitte können dann nicht mehr gelesen werden - die Gene auf diesem Abschnitt sind ausgeschaltet.

Dr. Manel Esteller:
"Wir haben eine Doppel-Blindstudie gemacht. Einerseits mussten die Probanden Fragebögen über ihren Lebensstil und ihre Essgewohnheiten ausfüllen, andererseits hatten wir die DNA-Daten. Wir haben die Daten verglichen und überraschenderweise haben wir Unterschiede in der DNA-Methylierung gefunden - je nach Lebensstil.“

DNA-Methylierungen können aktive Gene einfach abschalten und langfristig auch bei eineiigen Zwillingen zu sichtbaren Veränderungen führen. Das hieße, unsere Ernährung kann die Funktion unserer Gene beeinflussen. Welches Gen aktiv ist oder nicht, zeigt dem Wissenschaftler eine Art Schaltplan, das so genannte Über-Genom oder Epigenom.

Die Zwillinge haben verschiedene Krankheiten. Ihre Epigenome haben sich verändert. Was aber verändert unser Epigenom, was lässt Gene verstummen oder plötzlich anspringen? Den Hauptanteil trägt möglicherweise die Nahrung, mit der wir unserem Körper notwendige Bausteine zuführen. Getränke oder Gifte wie Alkohol, selbst Kunststoffe, die wir berühren oder ob wir rauchen, spielt wohl eine wichtige Rolle. Auch die UV Strahlung der Sonne und Stresshormone haben Auswirkungen auf unseren genetischen Schaltplan.


Erkenntnisse aus einer Katastrophe

Winter 1944. Die deutschen Besatzer haben die Lebensmittelversorgung der Holländer blockiert - eine Strafaktion. Tausende sterben. Fast sechs Monate lang dauert die Blockade. Besonders hart betroffen sind Kinder und schwangere Frauen.


Folgen über mehrere Generationen

Die Ärztin Tessa Roseboom entdeckt in den Archiven eines Krankenhauses die Geburtsberichte aus der Zeit der Hungersnot. Sie spürt sofort, dass hinter den Akten Erkenntnisse von unschätzbarem medizinischem Wert verborgen sind. Nirgendwo lassen sich die Folgen extremer Unterernährung auf schwangere Frauen und ungeborene Babys über so lange Zeit nach verfolgen.

In jahrelanger Recherchearbeit spürt sie Mütter und Kinder von damals auf und vergleicht die Ergebnisse mit Geburtsdaten aus besseren Zeiten, die akribisch im Krankenhaus aufgezeichnet worden sind. Wesentlich sind dabei die Hausbesuche. Sie zeigen ihr die Schicksale hinter den Akten. Bei Familie Fafianie findet Roseboom gleich mehrere Generationen vor.


Jannie Fafianie, Mutter:
"Ich war um mein Kind sehr besorgt. Ich dachte: sie muss doch wachsen. Aber wie? Ich konnte ja keine Milch kaufen. Das ist natürlich wichtig für ein Kind. Ich konnte ihr nur die Brust geben, aber ich hatte einfach nicht genug Nahrung. Das war das Elend."

Heute wird langsam klar, dass die Entbehrungen der damaligen Zeit nicht ohne Folgen für die Tochter geblieben sind.


Jannie Fafianie, Tochter:
"Ich war ungefähr 17 Jahre alt, als ich Nierensteine bekam. Danach bekam ich zu hohen Blutdruck und einen überhöhten Cholesterinspiegel. Nein, erst bekam ich Brustkrebs und danach den überhöhten Cholesterinspiegel. Ich habe in meinem Leben schon eine Menge mitgemacht."


Umweltbedingte Programmierung

Offensichtlich speicherte irgendetwas in den ausgemergelten Babykörpern die Information, wie mit der Nahrung umzugehen ist - für den ganzen Rest des Lebens. Die schwere Unterernährung der Babys schlummert in einer Art Zellgedächtnis über mehrere Jahrzehnte bis ins Erwachsenenalter.


Miguel Constancia:
"Interessant ist, dass Menschen, die ein niedriges Geburtsgewicht hatten, also bei der Geburt klein waren, später ein höheres Risiko für Typ II Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelten. Wir nennen dies: umweltbedingte Programmierung von Erwachsenenerkrankungen.“


Epigenetische Komponenten von Krankheiten

Eine indische Volksgruppe isst keine tierischen Erzeugnisse. Die Menschen erfreuen sich in der Regel bester Gesundheit, trotz der aus westlicher Sicht mangelnden Hygiene. Ihre Ernährung scheint alles zu liefern, was ihre Körper benötigen.

Nach Europa ausgewandert leiden viele dieser Menschen an Herzschwäche. Als man das Essverhalten der Veganer untersucht, findet man die Ursache: Das penibel gesäuberte Gemüse enthält hier nicht mehr die Kleinstlebewesen, die sie in ihrer Heimat mit Vitamin B12 versorgt hatten, einem epigentisch wirksamen Stoff.



Phänomen "Japanisches Paradox"

In Ostasien entdeckte man ein ähnliches Phänomen, das unter dem Namen "Japanisches Paradox“ bekannt wurde: Trotz der hoch industrialisierten, hektischen Gesellschaft gibt es in Japan weniger Krebserkrankungen als in vergleichbaren Ländern.

Die Lösung des Rätsels heißt: "Grüner Tee“. Das Getränk ist in Japan soweit verbreitet, dass es sogar die Krebsstatistik nach unten drückt. Werden die unfermentierten Teeblätter im Wasser aufgebrüht, löst sich eine einzigartige Naturchemikalie heraus. Der Stoff reagiert auf ein bestimmtes Gen, dass im Alter oft inaktiv wird.


Ein ständiger Erneuerungsprozess

Grüner Tee löst die Methylgruppen von dem abgeschalteten Gen, und schaltet es einfach wieder an. Das aktivierte Gen produziert daraufhin einen körpereigenen Stoff, der den Krebs bekämpft.


Dr. Miguel Constancia:
"Das Aufregende bei der ganzen Sache ist, dass jede Krankheit eine wichtige epigenetische Komponente haben könnte, denn praktisch alle Gene in unserem Genom werden durch An- und Abschaltungen reguliert.“

Der Grund dafür ist die Zellteilung, ein ständiger Erneuerungsprozess, durch den nichts im Körper älter als sieben Jahre ist. Die Materialien für diese lebenslange Baustelle liefert die Nahrung. Teilt sich eine Zelle, muss sie Unglaubliches leisten: 3,2 Milliarden Basenpaare gehören zu einer einzigen DNA. Während einer 20-stündigen Zellteilung müssen also über 44.000 Basenpaare pro Sekunde am genau richtigen Ort platziert werden.


Turboantrieb der Evolution

Mit der Erkenntnis, dass durch Epigenetik Gene schnell schaltbar sind, wird klar, wie der Körper auf Umweltreize reagieren kann. So ließe sich die hohe Geschwindigkeit der Evolution erklären, auf die Darwins Modell keine Antwort geben kann.

Die Epigenetik könnte erklären, warum bestimmte Nahrungsmittel in der Vergangenheit so verehrt wurden. Lebertran und Meeresfrüchte aktivieren im Winter Gene, die Abwehrstoffe produzieren. Oder Obstsorten im Sommer, die unkontrolliertem Zellwachstum, also Krebs, vorbeugen.


Eine zweite Informationsebene

Prof. Dr. Thomas Jenuwein:
"Wir wissen, dass es nicht ausreicht, nur die DNA-Sequenz zu kennen. Ich kann nicht über die DNA-Sequenz, die beim Menschen über 3 Milliarden Buchstaben umfasst, die beim Menschen über 25.000 Gene umfasst, dass, diese Information reicht nicht aus, um zu sagen: diese Zelle ist ‘ne Stammzelle, diese Zelle ist ‘ne alte Zelle, diese Zelle ist ‘ne junge Zelle oder eine kranke Zelle. Das reicht nicht aus.“

Durch das An- und Abschalten der Gene erreicht ein Chromosom aber vielfache Kombinationsmöglichkeiten. So entsteht eine zweite Informationsebene: das Epigenom. Ein biochemischer Trick, der Unglaubliches aus dem kompakt gewickeltem Erbgut herausholt.


Die Vererbung erworbener Eigenschaften

In der Schweiz hat man vor kurzem eine sensationelle Entdeckung gemacht, die ungeahnte Folgen auf die Forschung haben könnte. An der Eidgenössischen Hochschule Basel hat der Epigenetiker Renato Paro die Eier von Fruchtfliegen auf 37°, erhitzt.


Prof. Dr. Renato Paro:
"Dieser spezielle Fliegenstamm, der kann bei einer Temperaturerhöhung, wechselt der die Augenfarbe von weiß auf rot. Also wenn wir Embryonen zum Beispiel einem so genannten Hitzeschock aussetzen, so werden diese Fliegen anstatt weiße Augen, werden sie rote Augen haben.“

Doch die eigentliche Sensation entdeckten Paro und seine Kollegen erst, als sie auch die Nachkommen dieser Fliegenstämme auf ihre Augenfarbe hin kontrollierten. Es war etwas passiert, was eigentlich gar nicht geschehen sollte.


Prof. Dr. Renato Paro:
"Wir konnten feststellen, dass die Nachkommen dieser Nachkommen wiederum rote Augen bekommen haben, obwohl sie keinem äußerem, keinem Umwelteinfluss, diesem Hitzeschock ausgesetzt waren. Und es stellte ich heraus, dass dieser Einfluss eben epigenetisch war.“

Epigenetische Vererbung bedeutet, dass erworbene Eigenschaften an die nächste Generation weitergegeben werden. Ein Gedanke, den Charles Darwin immer abgelehnt hatte. Zu unrecht, wie jetzt klar wird.


Dr. Ueli Grossniklaus:
"Bei Pflanzen gibt es mehrere Beispiele, wo ein epigenetisches Merkmal an die Nachkommen vererbt wird. Und zum Beispiel gibt es eben wieder Farbänderungen in Samen, die absolut vererbt werden, auch Blütenfarbe kann vererbt werden, die auf epigenetische Veränderungen zurückgeht. Ich denke Epigenetik erlaubt schnelle Reaktionen, und wenn die gut sind für die Pflanze, dann können sie zum Teil auch weitergegeben werden.“

Mittlerweile weiß man, dass erworbene Eigenschaften auch bei Tieren vererbt werden. Eine Sensation, wenn der Beweis nun auch beim Menschen gelänge.


Ein Werkzeug zum Eingriff ins Erbgut

Sollten sich die Untersuchungen bestätigen, würde dies bedeuten, dass nicht nur unsere Gene von Generation zu Generation weitervererbt werden, sondern auch deren Schaltpläne - eine gespenstische Vorstellung.


Auch die Verpackung zählt

Die Nahrung der ersten Lebensmonate programmiert den Körper dauerhaft für das gesamte restliche Leben. Aber: Nicht nur die Nahrung ist wichtig, auch ihre Verpackung zählt. Babyflaschen aus Polykarbonat enthalten einen Stoff, der sich in kleinen Mengen herauslösen kann.


Jasmin Bird:
"Bisphenol A ist der Grundbaustein für Kunststoffe und Beschichtungen, die eingesetzt werden für Produkte in denen es besonders um Langlebigkeit, Dauerhaftigkeit, Hitzebeständigkeit, Sicherheit geht. Also das sind Produkte, zum Beispiel Fahrradschutzhelme, Sichtblenden, Sicherheitsbrillen, aber auch CDs, DVDs, Autoscheiben, Handys, in Haushaltsgeräten wird es eingesetzt.“

Und eben auch in Babyflaschen. Vor allem beim Erhitzen lösen sich Moleküle und werden vom Baby mit der Nahrung konsumiert. Bisphenol A ist zwar ungiftig, aber dennoch nicht unproblematisch. Bisphenol A dockt sich aufgrund seiner Molekularform gern an Öströgenrezeptoren an, die dann aktiv werden und Gene anschalten können, welche eigentlich auf AUS stehen sollten.


Prof. Dr. Gilbert Schönfelder:
"Es gibt diverse wissenschaftliche Veröffentlichungen, die darauf hinweisen, dass niedrigste Dosierungen, Mengen an Bisphenol A, wenn sie aufgenommen werden, zu Veränderungen, zum Beispiel in dem Rahmen der Pubertät führen, zum Beispiel Veränderungen im Brustdrüsenwachstum führen, Veränderungen in der Größe zum Beispiel der Gebärmutter oder der Vagina führen können.“

Bei Tierversuchen wurden die Zusammenhänge zwischen Geschlechtsreife und der allgegenwärtigen Chemikalie bereits nachgewiesen. Die europäischen Behörden sehen dennoch für Menschen keinen Handlungsbedarf. Auch wenn in der Praxis häufiges Erwärmen zu starken Abnutzungen führt und die ersten Zähnchen ein Übriges tun.

Die Natur schaltet schon beim Fötus Gene an und aus, um ihn möglichst gut auf sein Leben vorzubereiten. Einige dieser Schalter bleiben über mehrere Generationen lang aktiv. Manipulieren wir schon, ohne es zu wissen, bereits an den Genen unserer Enkelkinder herum?

Das künstliche Hormon Bisphenol A kommt nicht nur in Babyflaschen vor. Die Mehrzahl der Konservendosen ist mit Bisphenol A-haltigen Kunststoffen ausgekleidet - nach der Befüllung werden die Dosen kurz erhitzt. Eine lebenslange Neigung zur Fettleibigkeit könnte ebenfalls aus dem Plastikbaustein kommen, meinen Forscher, denen es in Tierversuchen mit Ratten gelang, eben dies nachzuweisen.

Eltern, die kein Risiko eingehen wollen, benutzen deshalb schon heute, vor allem in den USA und Japan, Bisphenol A-freie Plastikprodukte oder Glasflaschen. Denn eigentlich sollte ja nur das in Babys Fläschchen sein, was dort auch reingehört - künstliches Östrogen ist es vermutlich nicht.


Krankheiten behandeln, noch bevor sie ausbrechen

Was wir essen, hat einen Einfluss auf unsere Gesundheit, oftmals ein Leben lang. Deshalb ist gerade die Ernährung bei Schwangeren und Kleinkindern von großer Bedeutung. Wie groß, das beginnen Forscher erst jetzt zu begreifen.


Prof. Dr. Manel Esteller:
"Mit Epigenetik beschäftigte man sich ursprünglich in der Krebsforschung, doch mittlerweile wird die Bedeutung für Geisteskrankheiten, Alzheimer oder Herzkreislaufbeschwerden immer deutlicher - bei allen Forschungsaufgaben im Bereich der menschlichen Krankheiten.“

Die Untersuchung der Ursachen von Erkrankungen ist das größte Potential der Epigenetik. Erste Erfolge verzeichnet bereits die Erkennung von Darmkrebs. Aus einer normalen Blutprobe extrahiert man die DNA des Patienten, in ihr lassen sich Bruchstücke der Tumorgene nachweisen. Sie tragen ein anderes Methylierungsmuster als die übrigen Zellen und verraten den Tumor schon in der Entstehungsphase. Damit könnte er bereits während einer Routineuntersuchung gefunden werden.

Die epigenetische Medizin der Zukunft könnte Krankheiten behandeln, noch bevor sie ausbrechen. Eine Revolution. Die richtige Ernährung kann vermutlich das Schlimmste vermeiden: die Superstars einer "Epidiät“ sind Avocados, Brokkoli und Granatapfel, denen immer wieder Wunderwirkung zugesprochen wird.

Salat, Getreide und grünes Blattgemüse spielen auch eine entscheidende Rolle. Unsere Gene freuen sich aber auch, wenn sie kriegen, was ein bisschen nach Omas Kochbuch klingt, wie Bohnen und Leber. Insgesamt heißt die Devise: ausgewogene Ernährung, denn das bestimmt wohl auch die Gesundheit für die nächste Generation. Epigenetik ist ein Werkzeug der Evolution, um aktiv ins Erbgut einzugreifen.

Durch die Entdeckung des genetischen Schaltplans wurde Darwins Evolutionsmodell um eine wesentliche Dimension erweitert: es ist noch plausibler geworden.

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Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

15.01.2009 10:43
#2 RE: Nahrung und unser Erbgut antworten

Klingt sehr interessant. Hast Du den Film gesehen, Majka? War er gut?

Majka Offline




Beiträge: 8.773

15.01.2009 14:36
#3 RE: Nahrung und unser Erbgut antworten

Nein, liebe Lady, gesehen hab ich ihn nicht, den Link hab ich gestern per Mail bekommen und fand es auch äußerst spannend, was die Genetiker da behaupten. Eigentlich bestätigen sie die Aussage von Ayurveda, dass bis 90 % aller Krankheiten durch die Ernährung entstehen.

Ich will den Film aber unbedingt am Sonntag gucken, wenn er wiederholt wird.

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Liebe Grüße
Majka

Majka Offline




Beiträge: 8.773

17.07.2013 14:32
#4 RE: Wie Nahrung unser Leben beeinflusst antworten

Gestern bekam ich einen Hinweis auf eine Sendung bei ARTE, die am Abend ausgestrahlt wurde. Thematisch passt es gut in diesen Thread.

Zitat


Am 16.07. wird auf Arte um 20.15 Uhr der Film: "Unser tägliches Gift ... ausgestrahlt. Ich hoffe, dass er nicht im letzten Moment aus dem Programm genommen wird. Wer keinen Fernseher oder keine Zeit hat, kann sich den Film, vermutlich für zwei oder drei Tage, im Internet angucken.

LG



http://www.youtube.com/watch?v=q24S81w8BdY


Ankündigung des Films bei Arte:

"Immer mehr Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Krebserkrankungen, Immunschwächen, Diabetes sowie neurologischen Erkrankungen und der sich verändernden Ernährung der Menschen. Der Wunsch, immer mehr Lebensmittel herzustellen und sie für längere Zeit haltbar zu machen, hat dazu geführt, immer häufiger chemische Zusätze in Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Filmemacherin Marie-Monique Robin hat recherchiert, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden.

Seit 30 Jahren ist eine ständige Zunahme von Krebserkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, Immunschwächekrankheiten sowie Diabetes und Fortpflanzungsstörungen zu beobachten. Wie lässt sich diese beunruhigende Situation erklären, die sich vor allem in den sogenannten entwickelten Ländern feststellen lässt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, recherchierte Filmemacherin Marie-Monique Robin zwei Jahre lang in Nordamerika, Asien und Europa.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien verdeutlichen – und das bestätigen auch die Aussagen von Vertretern der entsprechenden Zulassungsbehörden für Lebensmittel in den USA und Europa: Die Hauptursache ist in der Umwelt und in der Ernährung des Menschen zu suchen.

Der Dokumentarfilm beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden, und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatzstoffen und Kunststoffen, mit denen die Lebensmittel in Berührung kommen. Am Beispiel von verschiedenen Pestiziden, vom Süßstoff Aspartam und von der in vielen Verpackungen enthaltenen Substanz Bisphenol A wird deutlich, wie mangelhaft und ungeeignet die Bewertungs- und Zulassungsverfahren für chemische Lebensmittelzusätze sind. Der Dokumentarfilm zeigt außerdem, mit welchen Mitteln die Industrie Druck ausübt und manipuliert, um weiterhin hochgiftige Produkte vermarkten zu können.

Schließlich wird vor allem deutlich gemacht, wie der Mensch sein Immunsystem durch gesunde Ernährung stärken kann. Dass dies möglich ist, beweisen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen."

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Liebe Grüße
Majka

Lady_Masque Offline




Beiträge: 2.471

17.07.2013 17:19
#5 RE: Wie Nahrung unser Leben beeinflusst antworten

Wieder verpasst. Hast Du von dem Film Eindrücke, liebe Majka?
Zum Ayurveda-Hinweis von oben: ich habe mittlerweile 2 Kilo verloren, seitdem ich Kapha reduziere, dabei muss ich nicht mal hungern. Es sind kleine, minimale Umstellungen. Bisher bin ich sehr begeistert.

Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die du siehst,
eine, die ich sehe und
eine, die wir beide nicht sehen.

(aus China)

Majka Offline




Beiträge: 8.773

17.07.2013 20:24
#6 RE: Wie Nahrung unser Leben beeinflusst antworten

Hab ich auch noch nicht gesehen, werde es entweder auf YouTube auf dem angegebenen Link oder direkt auf der Webseite von Arte:

http://www.arte.tv/guide/de/042273-000/unser-taglich-gift

Der Film dauert fast zwei Stunden, heute abend bin ich nicht mehr aufnahmefähig.

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Liebe Grüße
Majka

 Sprung